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Behrendorf (Werben)

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Behrendorf
Hansestadt Werben (Elbe)
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(114)&title=Behrendorf 52° 49′ N, 11° 58′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(114) 52° 49′ 29″ N, 11° 57′ 39″ O
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Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 23,64 km²
Einwohner: 114 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 5 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39615
Vorwahlen: 039390, 039393
Lage von Behrendorf in Sachsen-Anhalt
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Behrendorf ist ein Ortsteil der Hansestadt Werben (Elbe) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="OT-LSA-2013" />

Geographie

Behrendorf, ein Marschhufendorf,<ref name="HOB-12"/> liegt vier Kilometer südlich von Werben und acht Kilometer westlich von Havelberg im Landschaftsschutzgebiet Altmärkische Wische im Norden der Altmark.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Die Siedlungsstruktur ist durch eine sehr aufgelockerte Bebauung gekennzeichnet.

Nachbarorte sind Rengerslage im Südwesten, Roggehof und Wendemark im Nordwesten, Werben (Elbe) im Norden, Räbel, Neu Berge und Berge im Osten und Giesenslage im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Behrendorf wurde 1209 erstmals urkundlich als Berendorp erwähnt, als Markgraf Albrecht II dem Bistum Havelberg seine Besitzungen bestätigte.<ref name="Krabbo Regesten" /><ref name="Riedel-3" /> Im Jahre 1317 verpfändete Anna, Herzogin von Breslau dem Komtur in Werben drei Hufen in villa Berendorp.<ref name="Riedel-6, S. 24" /> 1319 überließ sie der Johanniterkomturei einen Hof in Berendorpe.<ref name="HOB-12" /> 1349 verkaufte das Kloster Dambeck dem Ordenshaus Werben Hebungen in Behrendorf.<ref name="Riedel-6, S. 31" /> 1351 bestätigte Herrenmeister Hermann von Werberg die Widmung eines vom Kloster Dambeck erkauften Zinses Behrendorfs anlässlich eines Gastmahls im Ordenshaus Werben.<ref name="Riedel-6, S. 32" /> 1355 verpfändete Markgraf Ludwig der Römer dem Komtur Albrecht von Dannenberg die Dörfer Behrendorf und Giesenslage.<ref name="Riedel-6, S. 32" /> 1470 kaufen Rat und Kirchenvorsteher eine beständige Geldhebung von einem Zweihufenhof in Behrendorf für die Pfarrkirche.<ref name="Riedel-6, S. 67" /> 1579 liegt ein Leibgedingebrief der Frau des Osterburger Bürgermeisters Steffen Boldemann über eine halbe Hufe in Behrendorf vor.<ref name="Enders-2008" details="S. 1009"/> 1613 erwarb Bauer Hans Köhn zu Rethausen ein Zehnt an Prigges Hof gegen ein Darlehen von 225 Talern. Dieses ist noch 1777 als Hypothek eingetragen.<ref name="Enders-2008" details="S. 463"/> 1617 versetzte Andreas Goldbeck dem Schulzen Chim Meinicke ein Wendtland für 100 Taler à 24 Silbergroschen.<ref name="Enders-2008" details="S. 462"/> 1652 kamen Zuzügler aus dem Stift Bremen und aus Holstein nach Behrendorf.<ref name="Enders-2008" details="S. 77"/> Am 20. Dezember 1695 trat die Altmärkische Deichordnung für die Wische in Kraft.<ref name="Staats-Anzeiger 1869" /> 1700 standen laut Urbar der Komturei Werben Abgaben von drei Amtsuntertanen zu.<ref name="Enders-2008" details="S. 614"/> 1717 wurde die Onera (Abgaben und andere Lasten) nach Ausmessung von sechs Amtsuntertanen durch die Kammer im Rahmen der Egalisierung neugeregelt. Außerdem bestand für Behrendorf kein Mahlzwang.<ref name="Enders-2008" details="S. 77"/> 1727 bestanden folgende öffentliche Lasten der sechs zum Amt Tangermünde gehörenden Bauern: 12–20 Taler Bedegeld und die Wischerhufe zu je 4 Wispel Aussaat auf Acker der 1. Steuerklasse.<ref name="Enders-2008" details="S. 318"/> 1745 erschien der Richter zu Behrendorf nicht zum Bodding, Verwirkung einer Wette von 4 Talern und 12 Groschen.<ref name="Enders-2008" details="S. 518"/> 1747 wurden die besonderen Gerichte in der Wische Bodding und Lodding<ref name="Goetze-Raumer 1836" /> aufgelöst.

Eingemeindungen

Das Dorf gehörte bis 1807 zum Arneburgischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Danach lag es bis 1813 im Kanton Werben auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg.<ref name="HOB-12" />

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Behrendorf in der Kreis Osterburg umgegliedert. Am 1. Februar 1974 wurden die beiden Gemeinden Berge und Giesenslage in die Gemeinde Behrendorf eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Bis zum 31. Dezember 2009 war Behrendorf eine selbständige Gemeinde mit den zugehörigen Ortsteilen Berge und Giesenslage.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinde Behrendorf und der Hansestadt Werben (Elbe) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Hansestadt Werben (Elbe) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.<ref name="AB-LK-SDL" />

Damit gehören seit dem 1. Januar 2010 die Ortsteile Behrendorf, Berge und Giesenslage zur Gemeinde Hansestadt Werben (Elbe).

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 110
1772 044
1790 083
1798 087
1801 079
1818 093
1840 135
1864 120
Jahr Einwohner
1871 121
1885 137
1892 [00]145<ref name="Zahn-1928" />
1895 118
1900 [00]108<ref name="Zahn-1928" />
1905 137
1900 [00]137<ref name="Zahn-1928" />
1925 192
Jahr Einwohner
1939 134
1946 308
1964 241
1971 261
1981 713
1993 647
2006 505
2014 [00]139<ref name="EW-2015" />
Jahr Einwohner
2015 [00]141<ref name="EW-2015" />
2017 [00]128<ref name="EW-2018" />
2018 [00]128<ref name="EW-2018" />
2020 [00]123<ref name="EW-2021" />
2021 [00]122<ref name="EW-2021" />
2022 [0]118<ref name="EW-2023" />
2023 [0]114<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />

Religionen

Die evangelischen Christen aus Behrendorf waren früher in die Kirchengemeinde Werben eingepfarrt, die zur Pfarrei Stadt Werben an der Elbe gehörte.<ref name="Almanach1903" /> Heute werden sie betreut in der Kirchengemeinde Giesenslage vom Pfarrbereich Königsmark im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />

Die katholischen Christen werden heute von katholischen Pfarrei St. Anna (Stendal) im Dekanat Stendal des Bistums Magdeburg betreut.

Politik

Bürgermeister

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Behrendorf war Joachim Lange.<ref name="AB-LK-SDL" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Behrendorf Preussischer Rundsockelstein-03.jpg
Preußischer Rundsockelstein in Behrendorf
  • Ein Bauernhaus am Gemeindeweg und ein Distanzstein stehen unter Denkmalschutz.
  • Im Dorf gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus und eine Freiwillige Feuerwehr,<ref name="KEK-2025" /> die vom Förderverein Feuerwehr Behrendorf e. V. unterstützt wird.<ref name="VR">Vereinsregister des Amtsgerichts Stendal auf handelsregister.de. Abgerufen am 4. April 2020.</ref>

Verkehrsanbindung

Die Landstraße von Werben (Elbe) in Richtung Osterburg (Altmark) bzw. Stendal führt durch Behrendorf. Der nächste Bahnhof befindet sich in Goldbeck an der Strecke Magdeburg–Wittenberge; die über Behrendorf führende Kleinbahn Goldbeck–Werben (Elbe) wurde 1971 stillgelegt.

Weblinks

Commons: Behrendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB-LK-SDL">Genehmigung des Gebietsänderungsvertrages zur Bildung einer neuen Gemeinde Hansestadt Werben aus den Gemeinden Hansestadt Werben und Behrendorf ab 1. Januar 2010. In: Landkreis Stendal (Hrsg.): Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 17, 12. August 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 201–204 (landkreis-stendal.de [PDF; 7,0 MB; abgerufen am 11. Februar 2024]).</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="EW-2015">Doreen Schulze: Erstmals Zuwachs in Arneburg-Goldbeck. In: Volksstimme Stendal. 15. Januar 2016.</ref>

<ref name="EW-2018">Karina Hoppe: Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck verlor 2018 insgesamt 93 Einwohner. In: Volksstimme Stendal. 14. Februar 2019.</ref>

<ref name="EW-2021">Karina Hoppe: In die Einwohnerstatistik geschaut. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 22. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 21.</ref>

<ref name="EW-2023">Karina Hoppe: Erneut mehr Zuzüge als Wegzüge. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 1. Februar 2024, DNB 1047269554, S. 18.</ref>

<ref name="Enders-2008">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830515043 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Goetze-Raumer 1836">Goetze und G. W. von Raumer: Über die Verfassung und Geschichte der Bodding- und Lodding-Gerichte in der Altmark. In: Neues Allgemeines Archiv für die Geschichte des Preußischen Staats. Band 3, Heft 3, Berlin Posen Bromberg 1836, S. 193–205</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="KEK-2025">Landkreis Stendal – Der Landrat: Kreisentwicklungskonzept Landkreis Stendal 2025. 30. Oktober 2015, S. 293, abgerufen am 3. August 2019.</ref>

<ref name="Krabbo Regesten">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 114, Nr. 546 (Online).</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="OT-LSA-2013">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 120 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Königsmark. In: ekmd.de. Abgerufen am 11. Februar 2024.</ref>

<ref name="Riedel-3">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-6, S. 24">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-6, S. 31">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-6, S. 32">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-6, S. 67">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Staats-Anzeiger 1869">Das Deichwesen an der unteren Elbe (= Königlich Preußischer Staats-Anzeiger. Band 2). 1869, S. Beilage, 5 ([Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10936805~SZ%3D00265~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D Online]).</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

Vorlage:Navigationsleiste Gliederung Werben (Elbe)

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