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Schandbild

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Datei:Scheltbrief.jpg
Scheltbrief (Schandbrief) aus dem Jahr 1550

Ein Schandbild (auch Pittura infamante <templatestyles src="IPA/styles.css" />[pitˈtuːra iɱfaˈmante])<ref>Gerhard Langemeyer (Hrsg.): Bild als Waffe: Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten. Prestel, München 1984, S. 354, ISBN 3-7913-0685-5.</ref><ref>Gerhard Schmidt, Elisabeth Liskar (Hrsg.): Europäische Kunst um 1300. Böhlau, Wien 1986, S. 225, ISBN 3-205-06386-4.</ref> stellt einen Menschen in besonders entwürdigender Lage oder Haltung dar. Im engeren Sinn bezeichnet man damit Bilder auf mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Scheltbriefen.

Funktion

Einfache Bürger klagten damit Adelige, manchmal sogar ihre Fürsten, öffentlich wegen Verfehlungen an. Aber auch Kaufleute und Geldverleiher gingen auf diese Weise gegen säumige Schuldner vor. Die Briefe wurden (ähnlich wie Sendschreiben) am Pranger, am Rathaus oder an Kirchentüren angeschlagen, manchmal erhielt sie der Adressat auch durch einen Boten.<ref name="Kathedrale">Gerd Althoff, Hans-Werner Goetz, Ernst Schubert – Menschen im Schatten der Kathedrale Darmstadt: Primus Verlag 1998 S. 260 ISBN 3-89678-090-5.</ref>

Motive

Der Gegner wurde im Umgang mit entehrenden Tieren gezeigt, wie beim Eselsritt und Sauritt, aber auch gemeinsam mit Instrumenten des Strafvollzugs wie Galgen, Rädern und Prangern.<ref>Wolfgang Schild – Die Geschichte der Gerichtsbarkeit, München: Verlag Georg D. W. Callwey 1980. Lizenz für Nikol Verlagsgesellschaft mbh, Hamburg 1980 S. 153 ISBN 3-930656-74-4.</ref> Nach altem Aberglauben übertragen sich solche bildlich dargestellten Martern und Demütigungen direkt auf die echte Person. Stellvertretend „geschändet“ wurden meist die Bürgen des Schuldners oder dessen Siegel. Um das Jahr 1340 kündigte ein Thüringer an, aus dem Siegel des Mainzer Domkapitels Kerzen für eine Henkershochzeit zu fertigen.<ref name="Kathedrale" /> Spätere Hildesheimer Schandbilder zeigen ehrlose Bürgen, „wobei einer der Herren verkehrt herum auf der Sau sitzt, deren Schwanz anhebt und alle ihren Siegelstempel in Händen halten, um ihn dem Schwein auf den After zu drücken“.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.hildesheim.deStadtarchiv Hildesheim (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF; 17 kB) Abgerufen am 14. März 2008.</ref> Die antijudaistische Tiermetapher Judensau beruht auf denselben Vorstellungen.

Siehe auch

Literatur

  • Matthias Lentz – Konflikt, Ehre, Ordnung. Untersuchungen zu den Schmähbriefen und Schandbildern des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (ca. 1350 bis 1600). Mit einem illustrierten Katalog der Überlieferung. Hannover 2004. ISBN 3-7752-6017-X Rezension weitere

Weblinks

Commons: Pittura infamante – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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