Sunflowers
| Sunflowers GmbH
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Sunflowerslogo.jpg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1993 |
| Auflösung | 2007 |
| Auflösungsgrund | Übernahme durch Ubisoft |
| Sitz | Heusenstamm, Deutschland |
| Leitung | Adi Boiko, Gründer/Präsident Wilhelm Hamrozi, CEO |
Die Sunflowers Interactive Entertainment Software GmbH war ein deutscher Hersteller von Computerspielen mit Sitz in Heusenstamm im Landkreis Offenbach in Hessen, in der Nähe von Frankfurt am Main. Das Unternehmen hatte sich auf das Genre Strategie spezialisiert und wurde bekannt durch die Fortsetzung Die Fugger II und Anno 1602. Sunflowers entwickelte die Marke Anno durch seine Fortsetzungen zu einer der erfolgreichsten deutschen Computerspieleserien. 2007 veräußerten die Gründer das Unternehmen und seine Marken an den französischen Publisher Ubisoft.
Geschichte
Sunflowers wurde 1993 von Adi Boiko und Wilhelm Hamrozi gegründet.<ref name="hamrozi">Hamrozi geht zu Sunflowers. In: Gamesmarkt. 27. Februar 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Juni 2025; abgerufen am 23. März 2026.</ref> Beide waren zu diesem Zeitpunkt führende Köpfe des deutschen Publishers Bomico und positionierten Sunflowers als auf PC-Spiele spezialisiertes Tochterunternehmen der Bomico. Der Sitz war zunächst in Langen. Das Unternehmen entwickelte unter anderem Die Fugger II, eine Fortsetzung der 1988 von Bomico veröffentlichten Handelssimulation. 1996 erwarb Philips Media die Mutterfirma Bomico und die auf Konsolenspiele spezialisierte Schwesterfirma Laguna zu 100 %, beteiligte sich dagegen jedoch nur mit einem Minderheitsanteil an Sunflowers.<ref>https://www.ibusiness.de/aktuell/db/1150739203.html</ref><ref>Man!ac, Juni 1996, S. 6–7</ref> 1997 ging Philips Media in Infogrames auf und Bomico wurde zu Infogrames Deutschland.<ref name=forster>Bomico, in: Winnie Forster: Computer- und Video-Spielmacher, S. 52. ISBN 978-3-00-021584-1</ref> Adi Boiko verließ Bomico und konzentrierte sich ausschließlich auf seine Tätigkeit für Sunflowers.<ref>Infogrames, in: Winnie Forster: Computer- und Video-Spielmacher, S. 156. ISBN 978-3-00-021584-1</ref> Hamrozi blieb dagegen bis 2000 bei Infogrames Deutschland und kehrte nach einem Zwischenspiel bei Jowood 2003 als Geschäftsführer zu Sunflowers zurück.<ref>Wilhelm Hamrozi verlässt Infogrames. In: Gamesmarkt. 6. Dezember 2000, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. November 2024; abgerufen am 23. März 2026.</ref><ref name="hamrozi" />
Nach den enttäuschenden Verkaufszahlen von TechnoMage – Die Rückkehr der Ewigkeit löste Sunflowers 2002 die eigene Entwicklungsabteilung jedoch auf und konzentrierte sich seither auf Entwicklungskooperationen mit unabhängigen Entwicklerstudios.<ref name=":1">Thorsten Wiesner: Sunflowers stellt interne Entwicklung ein. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> Eine Zusammenarbeit mit den TimeGate Studios zum Spiel Kohan war zuvor noch im Januar 2001 wegen unterschiedlicher Geschäftsstrategien aufgelöst worden.<ref>Thorsten Wiesner: Sunflowers annuliert Abkommen für Strategiespiel Kohan. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.</ref>
Zur erfolgreichsten Marke von Sunflowers avancierte die zunächst vom österreichischen Studio Max Design entwickelte Aufbau-Strategiespielserie Anno. Nach Anno 1602 und Anno 1503 lösten die Gründer von Max Design das Entwicklerteam auf und zogen sich aus der Spieleentwicklung zurück.<ref>Max Design - Massenentlassung bei Anno-Programmierern. In: Gamestar. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> Sunflowers übergab die Entwicklung von Anno 1701 daher an das Mainzer Studio Related Designs.<ref>Panagiotis Kolokythas: Anno War: Sunflower startet neues "Anno"-Projekt. In: PC Welt. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> Weitere Kooperationen bestanden mit den bulgarischen Black Sea Studios und dem Berliner Spieleentwicklungskombinat (SEK-Ost).<ref>Thorsten Wiesner: Sunflowers kooperiert mit bulgarischem Entwickler Black Sea. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.</ref><ref name=":0">Thorsten Wiesner: Sunflowers beteiligt sich am Berliner Entwickler SEK. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> Im Falle von Related Designs und SEK Ost erwarb Sunflowers auch einen Minderheitsanteil von 30 % an den Unternehmen.<ref name=":0" /><ref>Jens Ihlenfeld: Ubisoft kauft Sunflowers. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> An Max Design hatte Sunflowers zuvor 40 % der Anteile besessen.<ref name=":1" />
Trotz hoher Investitionen von 8 Millionen Euro in SEK Osts Strategiespiel ParaWorld, was es nach eigenen Angaben zur teuersten deutschen Spieleentwicklung machte,<ref>Paraworld - Echtzeit-Strategie auf der Zielgeraden. In: GameStar. Abgerufen am 19. August 2018.</ref> blieb der Erfolg des Titels aus. Im Oktober 2006 erschien schließlich Anno 1701 und löste ParaWorld als das bis dahin teuerste deutsche Computerspiel ab. Beide Vorgänger zusammen hatten zu diesem Zeitpunkt rund 4,5 Millionen Exemplare verkauft, weshalb Anno 1701 mit einer Auflage von einer Million Kopien in den Verkauf ging, 450.000 Exemplare allein für den deutschen Markt.<ref>Teuerstes Spiel aus Deutschland. In: n-tv. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> Außerdem hatte Sunflowers auf der Games Convention noch eine Ausweitung der Serie auf den Handheld Nintendo DS für April 2007 angekündigt.<ref>Andreas Sebayang: Anno 1701 in 3D und Anno DS mit Stiftsteuerung. In: Golem.de. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> Im Januar 2007 gaben Sunflowers und Buena Vista Games eine Kooperation bei der Veröffentlichung des von Keen Games entwickelten Titels an.<ref>Andre Linken: Anno 1701 - Kommt für Nintendo DS. In: GamePro. 12. Januar 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juni 2021; abgerufen am 24. November 2018.</ref>
Ebenfalls im Januar stellte SEK Ost den Geschäftsbetrieb ein und löste sich auf.<ref>Lars Winckler: Dinosaurier bringen PC-Spielestudio zu Fall. In: Die Welt. 22. Januar 2007, abgerufen am 19. August 2018.</ref> Der fehlende wirtschaftliche Erfolg von ParaWorld, der beispielhaft für die gestiegenen Kosten und Risiken in der Spieleentwicklung stand, und die Abhängigkeit von der Marke Anno führten zu mehrmonatigen Verkaufsgesprächen.<ref>Christian Burtchen: "In die richtigen Hände gegeben" - Adi Boiko im Interview. In: PC Games. 15. Mai 2007, abgerufen am 24. November 2018.</ref> Am 11. April 2007 wurde bekanntgegeben, dass der französische Publisher Ubisoft Sunflowers übernehmen werde.<ref>Ubisoft-Presseerklärung vom 11. April 2007: „Durch die Akquisition von SunFlowers fügt Ubisoft die bekannte ANNO-Marke seinem Portfolio zu“</ref> Durch diese Übernahme sicherte sich Ubisoft auch die 30%ige Beteiligung an Related Designs, die zuvor von Sunflowers gehalten wurden.
Die Sunflowers-Gründer Adi Boiko und Wilhelm Hamrozi gaben später die Gründung eines neuen auf MMOGs fokussierten Unternehmens bekannt, einige der Sunflowers-Mitarbeiter sollten übernommen werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />GamePorts.net vom 12. April 2007, 12:25 Uhr: „Sunflowers – Neues Unternehmen in Planung“ ( vom 6. April 2008 im Internet Archive)</ref><ref>Golem.de vom 12. April 2007, 19:22 Uhr: „Sunflowers Gründer gehen nicht zu Ubisoft“</ref>
Produkte
<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />
- A.D.A.M. – Eine Reise durch den Körper
- American Dream
- Anno 1503 (2002)
- Anno 1602 (1998)
- Anno 1701 (2006 für PC und 2007 für Nintendo DS)
- Atlas
- Aufschwung Ost (1993)
- Blinky Bill 1: Das Geheimnis der Geisterhöhle
- Blinky Bill 2: Die abenteuerliche Reise im Ballon
- Das Universum des Professor Pi
- Der Schatz von Venedig (1997)
- Die Abenteuerwelt der Zahlen (1998)<ref>http://www.feibel.de/index.php?id=7&catId=77&prodId=2748</ref>
- Die Abenteuerwelt der Wörter (1998)<ref>http://www.feibel.de/index.php?id=7&catId=36&prodId=2566</ref>
- Die Fugger II (1996)
- Die Pirateninsel
- Englisch 1 Plus
- Englisch 2 Plus
- Globetrotter Ziel: Australien
- Holiday Island
- Holiday Island Relaunch
- Holiday Island Szenario-Disk
- Kinder entdecken die Bibel
- Knights of Honor (2004)
- Leonardos Reise in der Zeit
- Leonardo im Traumland
- Leonardo im Weltall
- LexiKIDS
- Magic of Endoria
- Nectaris (1995)
- Noddy
- ParaWorld (2006)
- Railway Challenge
- TechnoMage – Die Rückkehr der Ewigkeit (2002)
- TMX Englisch
- Tuneland
- Urmels Filmstudio
- Urmels großer Flug
- Zurk und die Tiere des Regenwaldes
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Offizielle Website ( vom 8. September 2007 im Internet Archive)
- Sunflowers bei MobyGames (englisch)
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Spielesoftwareunternehmen (Deutschland)
- Verlag für digitale Medien (Deutschland)
- Ehemaliges Unternehmen (Landkreis Offenbach)
- Organisation (Heusenstamm)
- Unternehmensgründung 1993
- Aufgelöst 2007
- Ehemaliger Softwarehersteller
- Verlag (Hessen)
- Ehemaliger Verlag (Deutschland)