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Kaiserworth

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Datei:Goslar asv2022-06 img06 Kaiserworth.jpg
Das Gildehaus Kaiserworth

Das historische Gildehaus Kaiserworth steht am Marktplatz (Am Markt 3) in Goslar in Niedersachsen.

Geschichte und Beschreibung

Datei:Goslar Kaiserworth Detail 2005.jpg
Hölzerne Kaiserfiguren

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Abundantia
Herkules

Ursprüngliche Nutzung

Dieses ehemalige Gebäude der Gewandschneider wurde im Jahre 1494 auf den Grundmauern des ersten Gildehauses aus dem Jahre 1274 erbaut. Der mittelalterliche Verband der Fern- und Großkaufleute nannte sich in Goslar „Worthgilde“ und war die wichtigste ratsfähige Gilde.

Der eindrucksvolle spätgotische Bau mit seinen sechs zum Marktplatz geöffneten Arkaden sowie einem Schmuckerker und Fassadenfiguren zeugt von dem Reichtum der Besitzer und der Stadt in jener Zeit. Auf diesen Umstand verweisen insbesondere die Figuren der „Abundantia“, der Göttin des Überflusses, und des unter ihr hockenden „Dukatenmännchens“.

Baubeschreibung

Das Gebäude ist ein traufenständiges, zweigeschossiges Bauwerk mit hohem Satteldach. In der Mittelachse des Obergeschosses ist ein polygonaler Erker angesetzt, der sich im Dachbereich als Türmchen mit geschweifter Haube fortsetzt. Das Dachtürmchen, wie auch die Dachgauben sind nicht ursprünglich. Sie wurden später aufgesetzt.

Eine Halle im Erdgeschoss öffnet sich mit sechs Arkaden zum Markt. Sie bot Platz für Verkaufsstände. An der Ostseite befinden sich die steinernen Plastiken des Herkules und der Abundantia mit dem Dukatenmännchen darunter. In den Nischen zwischen den Fenstern des Obergeschosses stehen barocke Holzfiguren von acht Kaisern. Sie ruhen auf Konsolen mit figürlichem Schmuck und sind von Baldachinen bekrönt. Während der Regentschaft der dargestellten Kaiser (919 bis 1138) wurde Goslar im Jahre 922 gegründet und erreichte im 12. Jahrhundert mit seiner Stadtmauer das Ausmaß der heutigen Altstadt, eine nahezu seit 700 Jahren unveränderten Größe.

Die beiden Steinplastiken sind ursprünglich, während die hölzernen Kaiserfiguren sich erst seit 1684 nachweisen lassen. Die Kaiserfiguren, so spottete Heinrich Heine, „sehen aus wie gebratene Universitätspedelle“.<ref>Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bremen, Niedersachsen. Bearbeitet von Gerd Weiß u. a. Deutscher Kunstverlag, München 1992, ISBN 3-422-03022-0, S. 548.</ref> Zuvor sollen dort Gestalten der antiken Mythologie gestanden haben.

Konsolfiguren

Nutzung und Bedeutung

Datei:Goslar asv2022-06 img34 Kaiserworth.jpg
Interieur des Hauses
Datei:Jacques Carabain 003 (26254127898).jpg
Markttag in Goslar, Ölgemälde mit Kaiserworth und Rathaus (rechts) von Jacques Carabain um 1890

Das Haus wurde seit 1831 als Gasthaus und Hotel betrieben. Wegen des benachbarten Hotels „Römischer Kaiser“ wurde es 1836 von „Die Worth“ zu „Kaiserworth“ umbenannt, womit eine Aufwertung beabsichtigt war. Das Gebäude ist seit Ende 2022 geschlossen.<ref>„Kaiserworth“: Das sagt der Eigentümer zur Schließung. In: Goslarsche Zeitung. 21. Januar 2023, abgerufen am 6. November 2023.</ref> Von 2020<ref>Goslarer „Kaiserworth“: Eigentümer unter der Lupe. In: Goslarsche Zeitung. Abgerufen am 14. Februar 2025.</ref> bis Ende 2024 gehörten das Kaiserworth und das sich in direkter Nähe befindliche Brusttuch dem umstrittenen Berliner Immobilieninvestor Ioannis Moraitis<ref>Jakob Blume, Lars-Marten Nagel: Trotz Existenzkrise: Verius-Fonds verlängerte Kredite über 100 Millionen Euro. In: Handelsblatt. 12. Dezember 2023, abgerufen am 14. Februar 2025.</ref><ref>Erik Peter: Untergang am Hafenplatz. In: Die Tageszeitung. 4. Juli 2024, abgerufen am 14. Februar 2025.</ref> bis der Goslarer Unternehmer Hans-Joachim Tessner mit seiner Tessner-Stiftung beide Gebäude kaufte. Für Sanierung und Wiedereröffnung der Hotels sollen Millionen investiert werden.<ref>Goslar: Millionen-Investition und Hoffnungsschimmer nach langem Leerstand. In: Goslarsche Zeitung. 19. Dezember 2024, abgerufen am 14. Februar 2025.</ref>

Wie der Rammelsberg auch wurde der Marktplatz Goslars und damit auch das ehemalige Gildehaus Kaiserworth 1992 zum Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ernannt.

Bedeutung von Worth

Für das Wort „Worth“ existieren drei Deutungen

  • Hausplatz, Grundstück (Werner Hillebrand, Goslar)
  • Werder, ein von Gewässern umgebenes erhöhtes Land (Hotel Kaiserworth)
  • Warft, Wurt, ein Besiedlungshügel auf Inseln

Literatur

Weblinks

Commons: Kaiserworth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 51° 54′ 22″ N, 10° 25′ 43,8″ O

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