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Adalbert-Stifter-Preis

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Der Adalbert-Stifter-Preis ist der Große Kulturpreis des Landes Oberösterreich für besondere Leistungen zur Literatur. Das Deutsche Reich (Weimarer Republik) sowie das Großdeutsche Reich hatten einen gleichnamigen Preis.

Namensgeber des in Linz verliehenen Literaturpreises ist der 1868 in Linz verstorbene Schriftsteller Adalbert Stifter. Unter den acht Preisträgern seit 1989 sind 6 Männer und 2 Frauen.

Preisträger vor 1989

Der Stifter des Preises für die Jahre 1926–1930 ist unklar. Ab 1951 wird der Preis verliehen durch das Land Oberösterreich; regelmäßig dann seit 1961.<ref>Beim Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich heißt es: „Aus diesem Grund wurde für alle oberösterreichischen Autoren 1950 der Adalbert-Stifter-Preis ausgelobt, der im Januar 1951 an Linus Kefer und August Karl Stöger (1905–1989) verliehen wurde. Voraussetzung für eine Bewerbung war die österreichische Staatsbürgerschaft, was vielen in Oberösterreich lebenden Schriftstellern aus dem böhmischen Raum die Einreichung verwehrte. So wurde für diese Gruppe ein zusätzlicher Literaturpreis ins Leben gerufen: der Adalbert-Stifter-Preis für volksdeutsche Schriftsteller, später in Adalbert-Stifter-Preis für heimatvertriebene Schriftsteller umbenannt, mit dem Gertrud Fussenegger und Robert Hohlbaum prämiert wurden.“ Regelmäßig verliehen wird der Preis erst seit 1961. Quelle: https://www.stifterhaus.at/stichwoerter/landeskulturpreis</ref> Stifterin des Preises 1941–1943 war die Zeitschrift „Böhmen und Mähren“ des böhmischen Nationalsozialisten Friedrich Heiss.

Jury: Karl Hermann Frank, Vorsitz; Hans Friedrich Blunck, Karl Franz Leppa; Eberhard Wolfgang Möller u. a.

  • 1926: Erwin Guido Kolbenheyer
  • 1927: Robert Michel
  • 1928: Ernst Weiß
  • 1930: Dolores Viesèr
  • 1941: Für Erzählungen: Hans Watzlik, Stefan Sturm<ref>* 1913 in Dratzig; † 1944 in Vielschreiber</ref>, Herbert Zschelletzschky, Walter Pollak, Leo Hans Mally<ref>18. Juni 1901 Hammern; † 16. Dezember 1987 in Deggendorf, nannte sich „Volkskundler“, Wirkungsort Garmisch-Partenkirchen, Preisträger Sudetendeutscher Kulturpreis für Literatur 1964</ref>;- Lyrikpreis: Hans Stolzenburg, Herbert Wessely, A. M. Hauschka-Brichta<ref>Vorname Maria, Blut-und-Boden-Lyrikerin, Lebensdaten 1903–1977, zuletzt gelebt in Waiblingen. Zu den einzelnen Titeln und Preisgeldern der drei Jahrgänge siehe Helga Mitterbauer: NS-Literaturpreise für österreichische Autoren. Eine Dokumentation. Böhlau, Wien 1998, ISBN 3-205-98204-5, Google Books online lesbar, passim</ref>
  • 1942: Erzählerpreis, Rang 1 bis 5: Heinrich Bachmann, Josef Schneider<ref>* 12. Mai 1911 in Dorf-Jauernig; † 11. Dezember 1969 in München, Kulturreferent im „Reichspropagandaamt“, Bereich Sudetenland. Seit l. September 1954 Lehrer am Camerloher-Gymnasium für Deutsch und Geschichte; 1961 Sudetendeutscher Kulturpreis für Literatur. Zumindest im Alter hat er ausweislich seiner Texte katholisiert</ref>, Leo Hans Mally, Heinrich Zerkaulen, Hanns Lerch<ref>Verfasste 1925 einen anspruchslosen Sportroman „Der Fußballkönig“. Geb. 30. April 1895 in Frankenhausen; Studium in Kiel; 1924 Schriftleiter eines Verlages; ab 1927 Redakteur der „Dresdner Nachrichten“. Zahlreiche Bücher bis 1944, letzte bek. Veröff. 1960. Publiziert auch als „Peter Stieglitz“. Erschien 1946 auf der Liste der auszusondernden Literatur mit Ein Volk wandert ins Meer, Lipsia, Leipzig 1934</ref>;- Gedichtpreis Rang 1 bis 3: Mally, René Schwachhofer, Hans Leo Sittauer<ref>Quelle: Begegnung und Heimkehr. Adalbert Stifterpreis-Buch 1942. (sic, in 1 Wort) Verlag Volk und Reich, Prag Amsterdam, Berlin Wien o. J. (1943), ohne Hg., Vorwort S. 5f. von N. N., 127 Seiten, mit Kurzbiographien der meisten Autoren im Anhang. Außer von den als „Preisträger“ mit Rang im Vorwort Genannten enthält der Band Gedichte von Gerd Schneider, Hilde Tobisch, Reinhold Rosch, Max Stebich und A. M. Hauschka-Brichta. Einige Titel: Bachmann, Hauslehrer; Josef Schneider, Largo; Mally, Spatzenparadies; Zerkaulen, Begegnung zu Teplitz (Goethe); Lerch, Schwarze Reiter von Eger; Hans Leo Sittauer, Böhmische Heimat. Sittauer, eigentlicher Vorname Johannes, geb. 17. Juli 1911 Lhota u Stříbra (Elhoten bei Mies), gest. 1. Dezember 1998 Altenburg, Ingenieur, Berufsschullehrer, Dozent an Ingenieurschule. Der autobiographische Text S. 123–127 ist ein flammendes Bekenntnis zum Nationalsozialismus. Seine Schrift Blut und Boden von 1936 ist noch eindeutiger. Sittauers Bücher wurden 1946 auf die SBZ-Liste der auszusondernden Literatur gesetzt – Zum Verlag: Murray G. Hall: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Volk und Reich Verlag (Berlin, Prag, Wien, Amsterdam) (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive). Verleger war der Nationalsozialist Friedrich Heiß, der auch in der Jury dieses Preises saß.</ref>
  • 1943: Erzähler: Franz Jantsch, Hauska-Brichta, Josef Schneider, Karl-Alfred Langer-Reuth;- Lyrik: Wilhelm Pleyer, J. Schneider, Hans Leb; Alfred Görgl<ref>Die Titel der bepreisten Werke siehe bei Helga Mitterbauer: NS-Literaturpreise für österreichische Autoren. Eine Dokumentation. Böhlau, Wien 1998.</ref>
    • 1943 „Adalbert-Stifter-Preis der Stadt Wien“: Hans Leb; Alois Roßmanith; Elisabeth Effenberger; Caroline Elisabeth Wirth; Franz Kießling.<ref>ein weiterer Preis nannte sich 1940–1943 im Untertitel „Stifter-Preis“, der Gaukulturpreis von Oberdonau des August Eigruber. Weiteres bei Helga Mitterbauer: NS-Literaturpreise für österreichische Autoren. Eine Dokumentation. Böhlau, Wien 1998.</ref>
  • 1951: Gertrud Fussenegger
  • 1951: Josef Mühlberger
  • 1961: Arthur Fischer-Colbrie
  • 1965: Julius Zerzer
  • 1971: Franz Tumler

Preisträger des Großen Preises seit 1989

Datei:Anna Mitgutsch OÖ Landeskulturpreis 2019 BHO-3493.jpg
Verleihung des Adalbert-Stifter-Preises 2019 an Anna Mitgutsch

Siehe auch

Literatur

  • Ferrucio Delle Cave: „Auf der Südbastion unseres Reiches.“ Robert Michel: Autorschaft zwischen Böhmen und Bosnien. In: Adalbert-Stifter-Verein (Hrsg.): Stifter Jahrbuch. Neue Folge, 9. Rieß-Druck und Verlag, München 1995, S. 41.
  • Karin Pohl: Adalbert Stifter: ein sudetendeutscher Heimatdichter? Zur politischen Instrumentalisierung eines Schriftstellers, in: Stifter Jahrbuch. Neue Folge, 22, 2008, S. 69–100.

Weblinks

Commons: Adalbert-Stifter-Preis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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