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Zimpel (Boxberg)

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Gemeinde Boxberg/O.L.
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(91)&title=Zimpel 51° 20′ N, 14° 37′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(91) 51° 19′ 30″ N, 14° 36′ 50″ O
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Höhe: 139 m ü. NN
Fläche: 8,13 km²
Einwohner: 91 (30. Nov. 2020)<ref>Ortsteile – Zimpel. Gemeinde Boxberg/O.L., abgerufen am 27. März 2021.</ref>
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner/km²
Eingemeindung: 30. September 1928
Eingemeindet nach: Zimpel(-Tauer)
Postleitzahl: 02943
Vorwahl: 035895

Zimpel, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ist ein Ortsteil der ostsächsischen Gemeinde Boxberg/O.L. im Landkreis Görlitz. Mit etwa 90 Einwohnern gehört Zimpel zu den kleineren Ortsteilen der Gemeinde und zählt zum offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in der Oberlausitz.

Geographie

Zimpel liegt rund drei Kilometer südöstlich von Klitten an der Straße nach Förstgen. Südöstlich von Zimpel schließt sich Tauer an. Durch den Ort fließt das Weigersdorfer Fließ.

Zimpel und Tauer liegen von Wäldern umgeben in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. In östlicher und westlicher Richtung sind die nächsten Ortschaften jeweils rund fünf Kilometer entfernt.

Geschichte

Ortsgeschichte

Funde eines mittelbronzezeitlichen Gräberfeldes in der Dorfmitte belegen eine frühgeschichtliche Siedlungstätigkeit.

Urkundlich erwähnt wird Zympel im Jahr 1485 in einem Görlitzer Bekenntnisbuch durch ein Mordeingeständnis: Vnger von Zcymel had Libnaw irslagen. Zimpel ist nach Klitten eingepfarrt und erlebte dadurch 1555 die Reformation.

Die Gebrüder von Metzradt auf Reichwalde verkauften das Rittergut 1572 an Caspar von Nostitz, dem die Herrschaft Jahmen gehörte. Wolf Christian von Schönberg kaufte das Gut im Jahr 1700, es blieb bis 1780 in Familienbesitz.

Nach den Befreiungskriegen 1813/1815 lag Zimpel in dem Teil der Oberlausitz, den das Königreich Sachsen an das Königreich Preußen abtreten musste. 1816 wurde die Landgemeinde dem neu gegründeten Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) zugeordnet. Seit 1828 war der Görlitzer Johann Friedrich Neu Rittergutsbesitzer von Zimpel, um 1890 wiederum Kommerzienrat August Richter aus Muskau, dann seine Erben.<ref>Schlesisches Güter-Adreßbuch. 1894. Verzeichniß der sämmtlichen Rittergüter und selbstständigen Guts- und Forstbezirke. Fünfte Ausgabe, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 321.</ref> Mindestens<ref>Constantin von Altrock: Geschichte des Geschlechts von Altrock. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1901, S. 91.</ref> ab 1900 bis zum datierten Verkauf 1917 galt der General Hugo von Altrock nachweislich als Eigentümer des Gutes Zimpel,<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. Sechzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 9–10.</ref><ref>Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1942. Vierunddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha November 1941, S. 11.</ref> lebte aber größtenteils mit seiner Familie auf Schloss Gröba bei Riesa, welches die Familie seiner Frau mit in die Ehe einbrachte. Das Rittergut Zimpel hatte zu seiner Zeit eine Größe von 345 ha. Gutsbesitzer um 1920 wurde der Industrielle Hugo Stinnes.

Die Einwohner des Dorfes gestalteten ihren Lebensunterhalt durch Land- und Forstwirtschaft, daneben wurde durch die Gutsherrschaft Fischzucht betrieben. Außerdem von Bedeutung war eine Mahl- und Schneidemühle. Nachdem unter anderem die Einwohnerzahlen bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für beide Gemeinden zusammen erhoben wurden, erfolgte 1928 die Eingemeindung von Tauer. Fünf Jahre später wurde im März 1933 der Gemeindename in Zimpel-Tauer geändert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs brannten das Dorf und das Gut ab.

Zimpel-Tauer wurde am 1. Januar 1973 nach Klitten eingemeindet.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.</ref> Durch die Eingemeindung Klittens ist Zimpel seit dem 1. Februar 2009 ein Ortsteil von Boxberg.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1825<ref name="HOV" /> 154
1999<ref name="Heimatbuch NOL" /> 125
2003 94
2008 91
2020 91

Im Jahr 1777 wirtschafteten sechs besessene Mann in Zimpel.

Die Einwohnerzahl lag 1825 bei 154. Die weitere Betrachtung der Einwohnerzahlen wird dadurch erschwert, dass die Erhebungen der Einwohnerzahlen für Zimpel mit dem etwa gleich großen Tauer zusammen erfolgten. Bis auf 339 Einwohner im Jahr 1871 hatten Zimpel und Tauer zusammen seit den 1880er Jahren weniger als 300 Einwohner.

Obwohl 1863<ref name="Heimatbuch NOL" /> ein 80-prozentiger und 1884<ref name="Muka" /> ein 98-prozentiger sorbischer Bevölkerungsanteil ermittelt wurde, kam der Weißwasseraner Rektor Robert Pohl 1924 zum Ergebnis, dass das Dorf „fast nur von Deutschen bewohnt“ ist.<ref name="Pohl" /> Tatsächlich erfolgt der Sprachwechsel zum Deutschen hier überwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, jedoch zählt Ernst Tschernik 1956 einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von immerhin noch 32,4 % in der Gemeinde Zimpel-Tauer.<ref>Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 254.</ref>

Während 1999 noch 125 Einwohner gezählt wurden, waren es 2008 nur noch 91.

Ortsname

Der Ortsname geht nach Meinung Hans Walthers auf das mittelhochdeutsche Wort für ‚Zipfel‘, ‚spitzes Ende‘ zurück und spiegelt somit seine Lage wider.<ref name="Eichler,Walther" />

Persönlichkeiten

  • Heinz Roy (1927–2019), deutsch-sorbischer Komponist, geboren in Zimpel

Quellen und weiterführende Literatur

Literatur

  • Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, ISBN 3-929091-96-8, S. 277.
  • Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Lohsa, Klitten, Großdubrau und Baruth. In: Werte der deutschen Heimat. Band 67. Böhlau Verlag, Köln 2005, ISBN 3-412-08903-6.

Weblinks

Fußnoten

<references> <ref name="HOV"> Zimpel im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Heimatbuch NOL"> Von der Muskauer Heide zum Rotstein, S. 277 </ref> <ref name="Muka"> Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Landbevölkerung. In: Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin – Veröffentlichungen des Instituts für Slawistik. Band 4. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 122. </ref> <ref name="Pohl"> Robert Pohl: Heimatbuch des Kreises Rothenburg O.-L. für Schule und Haus. Buchdruckerei Emil Hampel, Weißwasser O.-L. 1924, S. 238. </ref> <ref name="Eichler,Walther"> Ernst Eichler und Hans Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz – Studien zur Toponymie der Kreise Bautzen, Bischofswerda, Görlitz, Hoyerswerda, Kamenz, Löbau, Niesky, Senftenberg, Weißwasser und Zittau. I Namenbuch. In: Deutsch-slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte. Band 28. Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 348. </ref> </references>

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Aufgegangene Ortschaften: Eselsberg (Wósliča hora) | Wilhelmsfeld (Wylemocy)

Ehemalige Ortschaften: Jasua (Jazowa) | Merzdorf (Łućo) | Schöpsdorf (Šepšecy)

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