Zum Inhalt springen

Deisfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. Mai 2025 um 14:01 Uhr durch imported>TaxonKatBot (Bot: Kategorie:Dorf in Hessen entfernt: laut Diskussion).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Deisfeld
Gemeinde Diemelsee
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(77)&title=Deisfeld 51° 19′ N, 8° 44′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(77) 51° 18′ 52″ N, 8° 43′ 53″ O
 {{#coordinates:51,314502777778|8,7313722222222|primary
dim=10000 globe= name=Deisfeld region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 425 (425–455) m ü. NHN
Fläche: 3,88 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 77 (1. Juni 2020)<ref name="DF">Zahlen & Fakten der Gemeinde Diemelsee. In: Webauftritt. Gemeinde Diemelsee, abgerufen im Juni 2021.</ref>
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34519
Vorwahl: 05632
Datei:Diemelsee in KB.svg
Karte
Lage von Deisfeld in Nordhessen
Datei:Moers 1572-älteste Karte der Region Diemelsee.jpg
Lage von Deisfeld, Karte von 1572

Deisfeld ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Diemelsee im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographische Lage

Deisfeld liegt im Naturpark Diemelsee unweit des Wintersportorts Willingen an der Mündung des kleinen Neerdarbachs in die Diemel. Zu den Bergen der nahen Umgebung gehört die Hohe Egge (604,9 m). Etwa 5 km nördlich befindet sich der Diemelsee. Die Landesstraße 3082 verläuft von Giebringhausen im Norden durch Deisfeld nach Eimelrod im Südwesten; von dieser Straße zweigt in der Ortschaft die Kreisstraße 64 nach Schweinsbühl im Ostsüdosten ab.<ref name="L3082_K64"/> Die Gemarkungsgröße des Ortes beträgt 388 Hektar.<ref name="zafa16"/> In dieser Gemarkung liegen die Siedlungsplätze: Waldhaus und Burg Deisfeld.<ref name="lagis"/>

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Deisfeld erfolgte unter dem Namen disfelde wird in die Zeit 1332–1344 datiert.<ref name="lagis" />

Die bekannten historischen Erwähnungen finden sich in folgender Übersicht:<ref name="lagis"/>

  • disfelde, in (1332–1344) [Urkunden zur Geschichte der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont, bearb. von Louis Curtze, o. J., Exemplar in der Dienstbibliothek des Hessischen Staatsarchivs Marburg, S. 39–50, Nr. 31]
  • Deysfelde, in (1379) [Kopiar HStAM Bestand 133 f Kloster Flechtdorf Nr. 7 / 25: 1379 Dez.13]
  • Desfelde (1438) [HStAM Bestand Urk. 81 Nr. 52]
  • Deeßfelde (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3]
  • Desfelt (1585) [Der ökonomische Staat 2, S. 84]
  • Deisfeld (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]

Der Ort war, zusammen mit den benachbarten Eimelrod und Hemmighausen, eine Exklave der Herrschaft Itter im Bereich der Grafschaft bzw. des Fürstentums Waldeck.<ref name="Cappelhof 1405"/> Bis 1537 gehörte Deisfeld zum Gogericht Flechtdorf.<ref name="L Curtze 01"/> Nach dem Aussterben der Edelherren von Itter kam der Ort mit der gesamten Herrschaft Itter in den Besitz der Landgrafschaft Hessen und nach dem Dreißigjährigen Krieg an Hessen-Darmstadt, die 1806 zum Großherzogtum Hessen wurde. Dort lag es in dessen Provinz Oberhessen. Nach Auflösung der Ämter im Großherzogtum 1821 gehörte es zum Landratsbezirk Vöhl und zum Bezirk des Landgerichts Vöhl. Die Gemeinde gehörte zu den Landesteilen, die das Großherzogtum nach dem verlorenen Krieg von 1866 mit dem Friedensvertrag vom 3. September 1866 an Preußen abtreten musste. Dort wurde es dem Landkreis Frankenberg und dem Amtsgericht Vöhl zugeordnet.<ref name="lagis"/>

Deisfeld gehört zum Kirchspiel Eimelrod. Im Jahre 1749 wurde die Auferstehungskapelle erbaut. Im Jahre 1880 wurde die Schule errichtet, die 1966 zu einem Bürgerhaus umgebaut wurde.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Adorf, Benkhausen, Deisfeld, Flechtdorf, Giebringhausen, Heringhausen, Ottlar, Rhenegge, Schweinsbühl, Stormbruch, Sudeck, Vasbeck und Wirmighausen die neue Gemeinde Diemelsee.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen in Hessen vom 14. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 01, S. 5, Punkt 8; Abs. 10. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,9 MB]).</ref> Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Adorf. Für die ehemals selbständigen Gemeinden von Diemelsee wurden gemäß Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke folgen grundsätzlich den Gemarkungsgrenzen.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 149 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Diemelsee, abgerufen im Mai 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Deisfeld angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Deisfeld 87 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 16 Einwohner unter 18 Jahren, 33 waren zwischen 18 und 49, 15 zwischen 50 und 64 und 18 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 36 Haushalten. Davon waren 9 Singlehaushalte, 12 Paare ohne Kinder und 15 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 6 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 24 Haushaltungen leben keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />

  • 1585: 16 Haushaltungen
  • 1742: 14 Haushaltungen
  • 1791: 89 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
  • 1800: 114 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
  • 1806: 118 Einwohner, 16 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
  • 1829: 116 Einwohner, 16 Häuser<ref name="GW" />
Deisfeld: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
89
1800
  
114
1806
  
118
1829
  
116
1834
  
108
1840
  
103
1846
  
102
1852
  
110
1858
  
127
1864
  
133
1871
  
132
1875
  
134
1885
  
144
1895
  
127
1905
  
125
1910
  
129
1925
  
135
1939
  
112
1946
  
189
1950
  
157
1956
  
133
1961
  
112
1967
  
113
1980
  
?
1990
  
?
2001
  
93
2011
  
87
2015
  
85
2020
  
77
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Diemelsee;<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zahlen und Fakten (Memento vom 23. Mai 2001 im Internet Archive) <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />und (Memento vom 25. Oktober 2015 im Internet Archive) In: Webauftritt der Gemeinde Diemelsee.</ref> Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Religionszugehörigkeit

• 1829: 116 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 107 evangelische (= 95,54 %), 5 katholische (= 4,46 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das gemeinschaftlich, kulturelle Leben von Deisfeld spielt sich vorwiegend örtlichen Dorfgemeinschaftshaus ab. Sehenswürdig sind der Ortskern und Überreste der ehemaligen Burg.

  • Burg Deisfeld ist eine abgegangene Höhenburg.

Literatur

Weblinks

Commons: Deisfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="L3082_K64"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Land Hessen: Übersichtskarte (Memento vom 7. Mai 2019 im Internet Archive) </ref> <ref name="L Curtze 01">Louis Friedrich Christian Curtze: Geschichte und beschreibung des Fürstenthums Waldeck, 1859, Seite 498, (Digitalisat online) (Vorgeschichte ab S. 1263) </ref> <ref name="lagis">Deisfeld, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Cappelhof 1405">G. Landau: Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer (1833) Eintrag: Deisfeld, Cappelhof, Seite 290, (Digitalisat online) </ref> <ref name="zafa16"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stand: 30.06.2016 in „Zahlen und Fakten“ (Memento vom 12. August 2016 im Internet Archive) In: Webauftritt der Gemeinde Diemelsee. </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 420 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 201 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 219 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 265 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="GW">Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 44 und 100, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein