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George Wildman Ball

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Datei:NSC meeting 15 09 1966 Ball cropped out.jpg
George Wildman Ball (1966)

George Wildman Ball (* 21. Dezember 1909 in Des Moines, Iowa; † 26. Mai 1994 in New York City) war ein US-amerikanischer Jurist und Diplomat.

George Wildman Ball war der Sohn eines englischen Einwanderers, der sich im amerikanischen Bundesstaat Iowa niedergelassen hatte. Ball besuchte eine High School in Evanston, Illinois, und studierte an der Northwestern University, an der er 1930 das Examen als Bachelor of Arts (B.A.) bestand und 1933 zum J.D. (Juris Doctor) promovierte. 1934 wurde er am Gericht von Illinois zugelassen, 1946 auch im District of Columbia. Ab 1933 war er im Schatzamt in Washington tätig. Danach übte er von 1935 bis 1942 eine eigene Anwaltstätigkeit in Chicago aus. 1942 ging er nach Washington, wo er zuerst eine leitende Stellung in der Leih- und Pacht-Verwaltungsbehörde (gegründet nach dem Land-Lease-Act vom März 1941, der insbesondere Militärhilfe für England und Russland regelte) und anschließend in der Verwaltung für Außenhandelsbeziehungen hatte. Von 1944 bis 1945 war er Direktor des Strategic Bombing Survey in London. Nach Kriegsende, von 1945 bis 1946, arbeitete er in Washington im Bereich der Frankreich-Hilfe. Anschließend betätigte er sich bis 1961 als Teilhaber der Anwaltsfirma Cleary, Gottlieb, Steer & Ball in New York City.<ref>George W. Ball - Munzinger Biographie. Abgerufen am 26. März 2026.</ref>

Bekannt wurde er als Sprachrohr der Pazifismusbewegung gegen den Vietnamkrieg, als dieser in den 1960er Jahren eskalierte. Unter Präsident John F. Kennedy war er von Februar bis Dezember 1961 zunächst Unterstaatssekretär im Außenministerium der Vereinigten Staaten mit Zuständigkeit für Wirtschaftsfragen (Under Secretary for Economic Affairs). Danach stieg er zum United States Under Secretary of State auf, womit er vom 4. Dezember 1961 bis zum 30. Dezember 1966 Stellvertreter von Außenminister Dean Rusk unter den Präsidenten Kennedy und Johnson war. Vom 26. Juni bis zum 25. September 1968 fungierte er als US-Botschafter bei den Vereinten Nationen.

Während der Iranischen Revolution erarbeitete Ball Anfang Dezember 1978 ein Memorandum, in dem Ball die Überzeugung äußerte, dass der Sturz des Schahs unumgänglich sei und die amerikanische Regierung schnellstens eine Machtübertragung vorbereiten müsse. Sein Plan sah die Schaffung eines »Rats der Notabeln« auf der Basis der Verfassung von 1906 vor und die einzigen Personen im Lande, die genügend politische Erfahrung und ein hinreichend solides Ansehen besaßen, um eine arbeitsfähige Regierung zu bilden, waren die gestandenen Staatsmänner der Ära Mossadeg. Balls Vorschlag wurde nicht akzeptiert, er sickerte an die US-Presse durch, kaum dass er das Oval Office erreicht hatte.<ref>»Der Ajatollah darf nicht zurückkehren«. In: Der Spiegel. 18. Mai 1980, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. März 2026]).</ref><ref>George Ball, Report to President Carter, “Issues and Implications of the Iranian Crisis,” [with cover memo: “Summary Memorandum for President”], Secret, December 12, 1978. National Security Archive, abgerufen am 26. März 2026.</ref>

Die Michigan State University verlieh ihm 1976 die Ehrendoktorwürde.<ref>Liste der Ehrendoktoren der Michigan State University</ref>

Publikationen

  • George Ball: The Past Has Another Pattern: Memoirs. W. W. Norton & Company, 1983, ISBN 0-393-30142-7.
  • George W. und Douglas B. Ball: The Passionate Attachment: America’s Involvement With Israel, 1947 to the Present. W. W. Norton & Company, 1992, ISBN 0-393-02933-6.

Literatur

  • David Dileo: George Ball, Vietnam, and the Rethinking of Containment. University of North Carolina Press, 1991, ISBN 0-8078-4297-4.
  • James Bill: George Ball: Behind the Scenes in U.S. Foreign Policy. Yale University Press, 1997.

Weblinks

Einzelnachweise

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