Als Renette oder Reinette bezeichnet man eine Gruppe von Apfelsorten. Diese zeichnen sich durch dichtes, später markiges Fleisch aus, mit meistens kennzeichnendem Geschmack.
Die Bezeichnung Renette stammt ursprünglich aus dem Französischen, wobei zunächst die Schreibweisen Rainette und Reinette verwendet wurden. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ist unklar. Zum einen wird diskutiert, dass sich der Name vom Diminutiv des französischen Wortes reine (Königin) ableitet und sich auf den Geschmack der Reinetten bezieht, die früher als besonders edle Tafelobstsorten galten.<ref>Anke Heyen: La richesse de la pomone francaise – Französische Apfelnamen und ihre Motivation. Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, Bonn 2004, S. 108</ref> Zum anderen wird auch eine Herleitung vom lateinischen Wort rana (Frosch, frz. rainette) vermutet, wobei ein Bezug zu der Schale der Renetten hergestellt wird, die oft durch auffällige Lentizellen gepunktet erscheint.<ref>Auguste Scheler: Kurzgefasstes etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache. Brüssel und Leipzig 1865, S. 162</ref>
In der historischen Literatur sind folgende Einteilungen vorgenommen worden (System nach Eduard Lucas, 1893):
Rambourrenetten
Einfarbige oder Wachsrenetten
Borsdorferrenetten
Rote Renetten
Graue Renetten
Goldrenetten
Diese Einteilung besitzt heute keine oder nur noch eingeschränkte Gültigkeit. Durch Züchtungsarbeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden viele andere Apfelsorten eingekreuzt, so dass dieses System in dieser Form nicht mehr aufrechterhalten werden kann.
Graue Renetten (englisch: Russet) weisen durch eine ausgeprägte und flächige Berostung, die oft die gesamte Frucht überzieht, eine bräunliche bis gräuliche Farbe sowie eine raue Oberfläche auf. Sie werden deshalb auch als „rusticoat“ (deutsch: Rostmantel), „russeting“ und „leathercoat“ (deutsch: Ledermantel) bezeichnet. Letztere Bezeichnung war zu Shakespeares Zeit bekannt, z. B. in Heinrich IV., Teil 2, wo Davy zu Bardolph sagt: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „Da ist ein Teller mit „leathercoats“ [Ledermänteln/Renetten] für dich“). In der pharmazeutischen Terminologie der Frühen Neuzeit<ref>Vgl. Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 146 (von corium „Leder“).</ref> hieß der Lederapfel in lateinischer Sprache Malus corius.