Olisthostrom
Ein Olisthostrom (v. altgriech. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) olisthema „das Gleiten“ und στρῶμα stroma „das Ausgebreitete“)<ref>Rudolf Hohl (Hrsg.): Die Entwicklungsgeschichte der Erde. 7. Auflage. Werner Dausien Verlag, Hanau 1985, ISBN 3-7684-6526-8, S. 631.</ref> ist eine ungeschichtete, chaotische, oft viele hundert Meter mächtige Gesteinsmasse, die als Ereignis einer subaquatischen Rutschung großer instabiler Massen auf flach geneigten Hängen ohne Fluidisierung (vollständige Auflösung des Materials bis auf Einzelkorngröße) entsteht.
Der Begriff wurde 1955 von G. Flores das erste Mal in der wissenschaftlichen Literatur für Ablagerungen auf Sizilien verwendet.<ref>Andrea Festa; Gian Andrea Pinib; Yildirim Dilekc; Giulia Codegone: Mélanges and mélange-forming processes: a historical overview and new concepts. In: International Geology Review. Band 52, Nr. 10–12, 2010, S. 1040–1105 (miamioh.edu [PDF; abgerufen am 18. Juli 2014] s, S. 1046).</ref>
Olisthostrome sind typischerweise in Tiefsee-Sedimente wie Flysch- oder Molasseablagerungen eingeschaltet. Sie werden auch als die Absätze von Schlammströmen angesehen. Sie bestehen aus einer sandig-tonig-mergeligen Matrix und eingelagertem Schutt. Diese Gesteinsbruchstücke und Gesteinsfolgen unterschiedlicher Größen heißen Olistholith.
Olistholithe bestehen unklassiert und ungeordnet aus älteren eckigen Festgesteinen und aus während des Transports verformten Anteilen (Fremdgestein) und umfassen Größenordnungen vom Millimeter- bis Kilometer-Bereich: In manche Olisthostrome sind sehr große, mehrere Kilometer große Bruchschollen und Trümmer eingelagert. Ein solcher Block wird nach einem Vorschlag von Dieter Richter (1973) als Olisthotrymma bezeichnet.
Noch größere, beim Abrutschen ganzer Schelfkanten entstehende Riesenbruchstücke, tragen den Namen Olisthoplaka.<ref>Dieter Richter: Olistosthrom, Olistholith, Olisthotrymma und Olisthoplaka als Merkmale von Gleitungs- und Resedimentationsvorgangen infolge Synsedimentärer tektogenetischer Bewegungen in Geosynklinalbereichen. In: Neues Jahrbuch für Geolologie und Palaontologie, Abhandlungen. Band 143, Nr. 3, 1973, S. 304–344.</ref> Ein Beispiel für solche riesigen Rutschmassen sind – nach heutiger Annahme – die Hallstätter Decken der nördlichen Kalkalpen (Tiefjuvavikum), Flachwasserkalke, die im Jura in das große Becken des Tirolikums eingeglitten seien dürften (und nicht durch direkte Alpenauffaltungsprozesse dem Tirolikum überschoben).<ref>Nikolaus Froitzheim: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geologie der Alpen. Teil 1: Allgemeines und Ostalpin. ( des Vorlage:IconExternal vom 10. August 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. 3.1. Deckeneinteilung der Nördlichen Kalkalpen. Vorlesungsskript, steinmann.uni-bonn.de, o. D. (abgerufen am 20. November 2018) (PDF 5,1 MB auf hoststar.ch, zuletzt abgerufen am 21. August 2024)</ref> Bei so großen Massen spricht man auch von Gleittektonik.
Einzelnachweise
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