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Martin Reinke

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Datei:Martin Reinke LitCologne2013.JPG
Martin Reinke während einer Lesung der Lit.Cologne 2013

Martin Reinke (* 25. März 1956 in Hamburg) ist ein deutscher Theaterschauspieler und Hörspielsprecher.

Leben und Wirken

Nach seinem Abitur 1974 studierte er an der Universität Hamburg Mathematik und Philosophie. Parallel dazu besuchte er das Schauspielstudio von Hildburg Frese. Sein Debüt gab er 1976 am Theater im Zimmer als Mr. Smith in Eugène Ionescos Die kahle Sängerin.

1977 bis 1979 arbeitete er am Theater Heilbronn, anschließend 1979 bis 1984 an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach. Eine seiner Rollen dort war die des Hudetz in Ödön von Horváths Der jüngste Tag.

1984 bis 1989 war Reinke am Theater Bremen engagiert. Für seine Rolle des Siebenmark in Der arme Vetter von Ernst Barlach wurde er von der Zeitschrift Theater heute als bester Nachwuchsschauspieler der Spielzeit 1985/86 ausgezeichnet. Von 1987 bis 1990 verkörperte er Macheath in 220 Aufführungen der Dreigroschenoper in Berlin, Hamburg, Spoleto, Tokio und Köln (Regie: Günter Krämer). Von 1995 bis 1997 spielte er zunächst den Peachum, dann ab 1996 Peachum und Macheath im Burgtheater Wien (Regie: Paulus Manker).

1990 wechselte er an das Schauspiel Köln, bei dem er seitdem festes Ensemblemitglied ist.<ref>Eintrag auf schauspiel.koeln, abgerufen am 18. November 2023.</ref> Er verkörperte hier Karl Moor in Die Räuber, Shlink in Bertolt Brechts Im Dickicht der Städte, die Titelfiguren in Richard III. und Dantons Tod<ref>Andreas Fasel: Finale für das Duo Infernale – WELT. 12. Februar 2013, abgerufen am 8. Mai 2024.</ref>, den Rittmeister in Der Vater von August Strindberg, Mephisto in Faust I, Hofreiter in Arthur Schnitzlers Das weite Land, Präsident von Walter in Kabale und Liebe, Horn in Bernhard-Marie Koltès Der Kampf des Negers und der Hunde in der Regie von Heike Frank und Antonio in Der Kaufmann von Venedig.

1991 stellte er wieder Hudetz in Der jüngste Tag dar. 1993 trat er bei den Wiener Festwochen erstmals in Wien auf. 1995 erhielt er als Peachum in der Dreigroschenoper ein Engagement am Burgtheater. 1996 verkörperte er am Deutschen Theater in Berlin Caligula in dem gleichnamigen Stück von Albert Camus.

Von 1996 bis 1998 spielte Reinke in Köln, Berlin und Wien mit insgesamt neun Produktionen. Weitere Rollen waren unter anderem 2003 Schlauberger in Die Vögel am Deutschen Theater Berlin sowie 2006 die Titelfigur in Faust I und 2007 in Faust II bei den Bad Hersfelder Festspielen, wofür er 2007 den großen Hersfeld-Preis erhielt. Seit 2006 gehört er wieder zum Ensemble des Burgtheaters, ist aber Mitglied des Kölner Schauspiels geblieben.

In den vom NDR produzierten Folgen des ARD-Radio-Tatorts spricht er den Ermittler Jac Garthmann, einen Jazzpianisten, der von der Kriminalhauptkommissarin Bettina Breuer (Sandra Borgmann) als V-Mann eingesetzt wird.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jac Gartmann alias Martin Reinke auf radiotatort.ard.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. Januar 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ard.de (Abruf am 11. Januar 2010).</ref> Von 2010 bis 2012 verkörperte Martin Reinke den Armen Nachbarn und Gott, den Herr im Jedermann bei den Salzburger Festspielen. Am 12. Januar 2018 feierte er am Schauspielhaus Köln seine 200. Premiere in der Rolle des Hamm in Samuel Becketts Endspiel.

2015 erregte er bei einem Gastspiel des Burgtheaters auf einem Theaterfestival in Budapest Aufsehen, indem er nach Ende der Vorstellung eine Erklärung verlas, in der er die rechtsnationale ungarische Regierung kritisierte. Darin beklagte er, dass sich das Land unter Ministerpräsident Viktor Orbán „immer mehr vom Geist der Demokratie und von Europa“ entferne. Der von Orbán eingesetzte Direktor des Nationaltheaters, Attila Vidnyánszky, reagierte empört und verlangte eine Erklärung der Burgtheaterdirektorin. Vidnyánszky ist der Nachfolger des Direktors Róbert Alföldi, der wegen seiner liberalen Anschauungen und wegen seiner Homosexualität der Regierung ein Dorn im Auge war.<ref>Budapest: Burg-Schauspieler sorgt für Eklat bei Festival. In: orf.at, 20. April 2015, abgerufen am 2. Mai 2015.</ref>

Zur Spielzeit 2024/25 wechselte Reinke als festes Ensemblemitglied zum Wiener Burgtheater.<ref>Martin Reinke. In: burgtheater.at, abgerufen am 7. Dezember 2024.</ref>

Auszeichnungen

Filmografie

Hörspiele (Auswahl)

Literatur

  • Werner Schulze-Reimpell: Reinke, Martin. In: Manfred Brauneck, Wolfgang Beck (Hrsg.): Theaterlexikon 2. Schauspieler und Regisseure, Bühnenleiter, Dramaturgen und Bühnenbildner. Rowohlts enzyklpädie im Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek bei Hamburg 2007, ISBN 978-3-499-55650-0, S. 596.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 2000: Martin Schwab | 2001: Peter Fitz | 2002: Anna Franziska Srna | 2003: Traute Hoess | 2004: Johann Adam Oest | 2005: Erni Mangold | 2006: Gertrud Roll | 2007: Regina Fritsch | 2008: André Pohl | 2009: Sona MacDonald | 2010: Johann Adam Oest | 2011: Udo Samel | 2012: Maria Bill | 2013: Till Firit | 2014: Peter Matić | 2015: Roland Koch | 2016: Martin Reinke | 2017: Birgit Stöger | 2018: Dörte Lyssewski | 2019: Evi Kehrstephan | 2020: Alexander Absenger | 2021: Mehmet Ateşçi | 2022: Elias Eilinghoff | 2023: Dorothee Hartinger | 2024: Christoph Luser | 2025: Itay Tiran Vorlage:Klappleiste/Ende

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