Zum Inhalt springen

Neuwiedia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 4. Juli 2025 um 19:11 Uhr durch imported>Succu (Systematik und botanische Geschichte: 1833, s. z.B. https://www.ipni.org/n/30097-1).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Neuwiedia
Datei:Neuwiedia veratrifolia 1.jpg

Neuwiedia veratrifolia

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Apostasioideae
Gattung: Neuwiedia
Wissenschaftlicher Name
Neuwiedia
Blume
Datei:Neuwiedia distribution map.png
Neuwiedia – Verbreitung

Neuwiedia ist eine Gattung aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Sie besteht aus acht Arten krautiger Pflanzen, die im tropischen Südostasien beheimatet sind.

Beschreibung

Die Arten der Gattung Neuwiedia bilden kein Rhizom, die Wurzeln entspringen sowohl unterirdisch wie oberirdisch aus dem Spross. Sie sind dünn, manchmal behaart, von Velamen radicum umgeben.

Die aufsteigenden, unverzweigten Sprosse tragen die Laubblätter in einer lockeren Rosette. Die Blätter sind linealisch bis schmal oval geformt. Der Blattgrund läuft keilförmig in einen undeutlichen Blattstiel zu, der den Spross umfasst und komplett verhüllt. Längs der Blattadern sind die Blätter gefältelt (plikat).

Der traubige, aufrecht stehende Blütenstand erscheint endständig, er überragt die Blätter meist nicht. Die Laubblätter gehen nach oben in kleinere Hochblätter über, der Spross kann in diesem Bereich mit Haaren und Drüsenhaaren besetzt sein. Die Tragblätter sind recht groß. Der kurze Blütenstiel ist vom oval verdickten Fruchtknoten deutlich abgesetzt. Die Blüten sind resupiniert und sitzen leicht schief auf dem Fruchtknoten. Die Blütenblätter sind frei, etwas kahnförmig gebogen und weiß, cremefarben oder gelb gefärbt. Die Sepalen sind von fleischiger Textur, die Petalen dünner. Eine Spezialisierung eines Petals als Lippe ist kaum zu bemerken, dieses Blütenblatt ist etwas breiter als die anderen. Die Säule entsteht aus den am Grund miteinander verwachsenen Staubfäden und Griffel. Es sind drei fruchtbare Staubblätter vorhanden. Die entstehende Kapselfrucht ist oval geformt, mit drei Längsrippen.

Vorkommen

Neuwiedia ist im tropischen Südostasien verbreitet. Die nördliche Verbreitungsgrenze läuft durch Südchina und Thailand. Südostwärts erstreckt sich das Areal über Hinterindien, Indonesien, die Philippinen bis nach Neuguinea, die Salomonen und Vanuatu. Neuwiedia-Arten kommen von der Meeresküste bis auf etwa 1300 Meter Höhe vor. Neuwiedia veratrifolia und Neuwiedia zollingeri sind die Arten mit der größten Verbreitung.

Die Standorte liegen meist im Schatten immergrüner, feuchter Wälder.

Datei:Neuwiedia zollingeri.jpg
Neuwiedia zollingeri, Illustration

Systematik und botanische Geschichte

Neuwiedia bildet zusammen mit der Gattung Apostasia eine eigene Unterfamilie innerhalb der Orchideen, die Apostasioideae. Diese Unterfamilie ist die Schwestergruppe zu allen anderen Orchideen.

Die Gattung Neuwiedia wurde 1833 von Carl Ludwig Blume in De novis quibusdam plantarum familiis expositio et olim jam expositarum enumeratio auf Seite 12 aufgestellt. Die Typusart ist Neuwiedia veratrifolia. Der Name Neuwiedia ehrt Maximilian Alexander Philipp zu Wied-Neuwied, einen deutschen Forschungsreisenden und Naturforscher.<ref name="Burkhardt2016" />

Folgende Arten werden zu Neuwiedia gezählt:<ref name="WCSP" />

  • Neuwiedia borneensis <templatestyles src="Person/styles.css" />de Vogel
  • Neuwiedia elongata <templatestyles src="Person/styles.css" />de Vogel
  • Neuwiedia griffithii <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb.f.
  • Neuwiedia inae <templatestyles src="Person/styles.css" />de Vogel
  • Neuwiedia malipoensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Z.J.Liu, L.J.Chen & K.Wei Liu: Die 2012 erstbeschriebene Art kommt im südöstlichen Yunnan vor.<ref name="WCSP" />
  • Neuwiedia siamensis <templatestyles src="Person/styles.css" />de Vogel
  • Neuwiedia singapureana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wall. ex Baker) Rolfe. Sie wird von manchen Autoren auch als Neuwiedia zollingeri var. singapureana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wall. ex Baker) de Vogel zur Art Neuwiedia zollingeri gestellt.<ref name="WCSP" />
  • Neuwiedia veratrifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Blume
  • Neuwiedia zollingeri <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb.f. Mit den Varietäten:
    • Neuwiedia zollingeri var. annamensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gagnep.) Aver.
    • Neuwiedia zollingeri var. javanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(J.J.Sm.) de Vogel
    • Neuwiedia zollingeri var. singapureana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wall. ex Baker) de Vogel
    • Neuwiedia zollingeri var. zollingeri

Belege

Die Informationen dieses Artikels stammen überwiegend aus:

  • Alec M. Pridgeon, Phillip J. Cribb, Mark W. Chase, Finn N. Rasmussen (Hrsg.): Genera Orchidacearum. General Introduction, Apostasioideae, Cypripedioideae. Band 1. Oxford University Press, New York und Oxford 1999, ISBN 0-19-850513-2, S. 96–100.
  • Chen Xinqi, Zhu Guanghua, Ji Zhanhe, Lang Kaiyong, Luo Yibo, Phillip Cribb: Orchidaceae. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Band 25. Missouri Botanical Garden Press, St. Louis (efloras.org [abgerufen am 14. November 2009] 1994+).
  • Eduard Ferdinand de Vogel: Monograph of the Tribe Apostasieae (Orchidaceae). In: Blumea. Band 17, Nr. 2, 1969, S. 313–350.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Burkhardt2016"> Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2016. ISBN 978-3-946292-10-4. doi:10.3372/epolist2016 </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> </references>

Weiterführendes

Commons: Neuwiedia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien