Weingut St. Antony
Das Weingut St. Antony ist ein Weingut in Nierstein am Rhein. Der Betrieb ist seit 1990 Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), bewirtschaftet Rebflächen vor allem am Roten Hang und arbeitet seit 2006 ökologisch; der Jahrgang 2018 wurde erstmals mit dem Demeter-Siegel vermarktet.<ref>Vinothek St. Antony. Rheinhessen-Touristik GmbH, abgerufen am 22. April 2026.</ref><ref>VDP.Weingut St.Antony. Verband Deutscher Prädikatsweingüter, abgerufen am 22. April 2026.</ref> Zum Lagenbesitz zählen unter anderem „Pettenthal“, „Ölberg“, „Hipping“, „Orbel“, „Brudersberg“ und „Zehnmorgen“.<ref>VDP.Weingut St.Antony. Verband Deutscher Prädikatsweingüter, abgerufen am 22. April 2026.</ref>
Geschichte
Der Name geht auf die erste Eisenhütte des Ruhrgebiets zurück. Die St.-Antony-Hütte, gegründet 1758, gilt als eine Wiege der Ruhrindustrie. 1873 wurde sie in den Actienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb, Gutehoffnungshütte integriert. Im Jahr 1912 kaufte die Gutehoffnungshütte im Süden von Nierstein eine Kalkgrube mitsamt den benachbarten Weinbergen. Der Kalk wurde für die Eisenproduktion im Ruhrgebiet benötigt.
Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte kein Bedarf mehr an Kalk, daher entschloss man sich, die umliegenden Weinberge zu bewirtschaften. 1920 wurde der erste Wein produziert und unter der Bezeichnung „Wiesengewann“ vom Weingut der Gutehoffnungshütte abgefüllt, die Weine wurden vor allem im Konzern getrunken und an die Kunden verschenkt und vertrieben. Die Kalkgrube wurde 1955 veräußert und der Erlös in das Weingut und seine Kellerei investiert, im Zuge dessen wurden Weinberge in den berühmten Niersteiner Lagen gekauft.
In den 1980er Jahren wurde der Konzern umstrukturiert und firmierte unter dem Namen MAN. Das Weingut erhielt 1986 den Namen St. Antony nach der St.-Antony-Hütte, der ersten Eisenhütte in Oberhausen.
Die Verantwortung für das Weingut lag beim Vorstand des Konzerns, und das Weingut erarbeitete sich einen Platz unter den hundert besten in Deutschland. 1990 wurde es Mitglied des Vereins Deutscher Prädikatsweingüter VDP.
1995, im 75. Jubiläumsjahr des Weingutes, spendierte der MAN-Vorstand unter Vorsitz von Klaus Götte dem Weingut ein großes Holzfass (2.400 l, Doppelstück-Fass) erster Güte mit geschnitzter Front.
Von 1952 bis 1976 leitete Horst Michalsky den Betrieb, anschließend bis 2005 sein Sohn Alexander Michalsky.<ref>MAN AG verkauft Weingut St. Antony. Riesling.de, abgerufen am 22. April 2026.</ref> Nach dem Verkauf des Weinguts durch die MAN AG an eine Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Detlev Meyer im Jahr 2005 blieb Alexander Michalsky zunächst in der Verantwortung; 2006 übernahm Felix Peters die Geschäftsführung.<ref>MAN AG verkauft Weingut St. Antony. Riesling.de, abgerufen am 22. April 2026.</ref><ref>Felix Peters verlässt Weingut St. Antony. wein.plus, 22. Januar 2019, abgerufen am 22. April 2026.</ref> Seit 2018 ist Dirk Würtz geschäftsführender Gesellschafter des Weinguts.<ref>Dirk Würtz ist der Influencer. Vinum, abgerufen am 22. April 2026.</ref> Das ebenfalls zu Meyers Besitz gehörende Weingut Heyl zu Herrnsheim wurde 2008 formell mit St. Antony zusammengeführt; der Name blieb als Weinlinie erhalten.<ref>Heyl zu Herrnsheim wird mit St. Antony verschmolzen. Vinum, 6. Juli 2008, abgerufen am 22. April 2026.</ref>
Rezeption
Der britische Wein-Fachautor Stuart Pigott zählte in seinem Buch Die großen deutschen Rieslingweine (1994) die Niersteiner Rieslinge zu den Spitzenweinen der Welt. Pigott lobt die junge Generation deutscher Rieslingwinzer, die nach traditionellem Vorbild „einzigartige Weine in immer größerer Zahl“ produzieren.<ref>Riesling Eintrag auf der Webseite nierstein.de. Abgerufen am 2. März 2021.</ref>
Robert Parker zeichnete den „2015 Riesling Nierstein Orbel Großes Gewächs“ mit 92–93 Punkten aus.<ref>2019 Niersteiner Orbel Riesling VDP.Großes Gewächs trocken - St. Antony Auf der Webseite wirwinzer.de. Abgerufen am 2. März 2021.</ref>
Die Wein-Kritikerin Jancis Robinson zählte das Weingut 2008 zu den 30 besten Weinbaubetrieben in Deutschland.<ref name="Hawesko">Weingut St. Antony Steckbrief auf hawesko.de. Abgerufen am 2. März 2021.</ref>
Auszeichnungen (Auszug)
Die Weine des Weinguts wurden verschiedentlich ausgezeichnet<ref name="Hawesko" />, unter anderem von:
Der Vinum Weinguide zeichnet St. Antony seit der Ausgabe des Jahres 2023 mit vier von fünf Sternen aus.<ref>Die besten Winzer der Weinregion Rheinhessen 2024. In: Vinum. Magazin für Weinkulktur. Intervinum AG, 7. November 2023, abgerufen am 14. Februar 2024.</ref>
Weblinks
Literatur
- Stuart Pigott/Horst Dippel (Hrsg.): Die großen deutschen Rieslingweine. Econ Verlag, Düsseldorf 1994, ISBN 978-3-430-17488-6.
- Daniel Deckers: Der Wein der „Gutehoffnungshütte“: 100 Jahre Weingut St. Antony in:Schriften zur rheinisch-westfälischen Wirtschaftsgeschichte, 2021, ISBN 978-3-412-52315-2
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 49° 52′ 16,2″ N, 8° 20′ 22,7″ O
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