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Bieben

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Bieben
Stadt Grebenau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(201)&title=Bieben 50° 45′ N, 9° 26′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(201) 50° 45′ 15″ N, 9° 26′ 19″ O
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Höhe: 321 (230–490) m ü. NHN
Fläche: 6,12 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 201 (2011)<ref name="Z2011E" />
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36323
Vorwahl: 06646

Bieben ist ein Stadtteil von Grebenau im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Zu Bieben gehört der Weiler Merlos. Der Ort liegt im Gründchen und grenzt im Nordwesten an Lingelbach, im Osten an die Kernstadt Grebenau und im Südwesten an Reimenrod. Die Gemarkung des Haufendorfs umfasst circa 612 Hektar, davon sind 266 Hektar Waldgebiet.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Der Ort wurde erstmals im Jahr 1231 erwähnt, als das Augustiner-Chorfrauenstift Immichenhain im Dorf Besitzungen erwarb: „... predium quoddam bibenahe ...“.<ref>StAM, A II, Kloster Spießkappel</ref> Am 24. März 1259 heißt es in einer anderen Urkunde: „... villam ... dictam Bibenahe ...“<ref>StAM, A II, Kloster Haina neue Signatur: StAM, Urkunde 26, 140.</ref> (das Dorf Bieben genannt.) Hier wurde Bieben erstmals mit der Siedlungsform villa bezeichnet. Die Urkunde regelt den Verkauf des Ortes durch Konrad von Slithese an den niederadligen Alsfelder Schöffen Rudolf von Omesa. Der Verkauf erfolgte mit der Zustimmung der Ehefrau des Konrads und seiner sämtlichen Kinder. Vom 3. März 1381 datiert eine Urkunde, die nun schon in Mittelhochdeutsche Sprache verfasst, von „... tzwei derffchin ... geheißin Waldirstorff und Bybena ...“ berichtet.<ref>StAD, Urkunden Oberhessen, Wallersdorf.</ref> Hier berichtet Friedrich von Lißberg dem Landgrafen Hermann II. von Hessen. vom Kauf der beiden Orte. Ans Ende des 15. Jahrhunderts fällt ein Kopiar von 1495, welches die Orte Waltersdorff, Bebena, Merlis nennt.<ref>StAM, 3, P.A., Nr. 970.</ref> Bereits in die Neuzeit gehört die Erwähnung von „Bieben“ in einem Salbuch.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 177.</ref>

Der Name soll eine Zusammensetzung aus dem Genitiv des althochdeutschen (ahd.) Personennamens Bibo und dem Suffix -aha für 'Fließgewässer' sein.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref> Dieser Deutung des Ortsnamens wird von anderen Namensforschern bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts widersprochen.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 55 f.</ref> Statt auf einen Personennamen wird sich auf das ahd. Verb „biben“ = nhd. „zittern, beben“ bezogen, womit auch „ein weicher Marschboden“ gemeint sein kann. Dies lässt sich gut zu dem Gewässernamen „-aha“ in Verbindung bringen.<ref>Lutz Reichardt: Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, S. 56.</ref>

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Bieben:

„Bieben (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt 3 St. von Alsfeld, hat 41 Häuser und 243 evangelische Einwohner. – Durch Kauf kam der Ort von Conrad von Schlitz an Rudolph von Ohmes und von diesem, 1266, an das Kloster Haina.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform 1971/72

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Bieben kraft Landesgesetz zum 1. August 1972 in die am 31. Dezember 1971 neu gegründete Stadt Grebenau eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach (GVBl. II 330-12) vom 1. August 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 215, § 2 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Bieben angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Bieben durch das Amt Grebenau. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Bieben zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Bieben 201 Einwohner. Darunter waren 6 (3,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 27 Einwohner unter 18 Jahren, 75 zwischen 18 und 49, 48 zwischen 50 und 64 und 51 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 75 Haushalten. Davon waren 12 Singlehaushalte, 30 Paare ohne Kinder und 27 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 39 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 234 Einwohner (mit Merlos)<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 244 Einwohner (mit Merlos)<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 263 Einwohner, 44 Häuser (mit Merlos)<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 271 Einwohner, 47 Häuser (mit Merlos)<ref name="GW" />
• 1867: 280 Einwohner, 39 bewohnte Gebäude (Merlos 34 Einw., 6 Geb.)<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 243 Einwohner, 40 bewohnte Gebäude (Merlos 40 Einw., 6 Geb.)<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Bieben: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr  Einwohner
1791
  
234
1800
  
244
1806
  
263
1829
  
271
1834
  
290
1840
  
280
1846
  
277
1852
  
285
1858
  
299
1864
  
313
1871
  
306
1875
  
283
1885
  
262
1895
  
226
1905
  
233
1910
  
244
1925
  
237
1939
  
239
1946
  
347
1950
  
332
1956
  
282
1961
  
266
1967
  
262
1970
  
243
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
201
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 243 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 238 evangelische (= 89,47 %), 28 katholische (= 10,53 %) Einwohner

Politik

Für Bieben besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Bieben) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 71,25 %. Dabei wurden gewählt: fünf Mitglieder der „Bürger für Bieben“ (BfB) und zwei Mitglieder der Liste „Frischer Wind“ (FWB).<ref>Ortsbeiratswahl Bieben. In: Votemanager. Gemeinde Grebenau, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Der Ortsbeirat wählte Jens Heddrich (BfB) zum Ortsvorsteher.<ref>Stadtteil Bieben. In: Webauftritt. Gemeinde Grebenau, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Infrastruktur

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 195 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800">Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 209 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 253 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Amt Grebenau"> Die Zugehörigkeit des Amtes Grebenau anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="G15"> Eva Haberkorn, Friedrich Boss: Kreis Alsfeld 1821 - 1945 (= Repertorien Hessisches Staatsarchiv Darmstadt) Abt. G15 Alsfeld. S. 4 [PDF; 172 kB]. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 1985Vorlage:Abrufdatum. </ref> <ref name="lagis"> Bieben, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 414 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 36 und 76, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

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