Zum Inhalt springen

Marbach (Petersberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. April 2026 um 12:24 Uhr durch imported>Thomas Dresler (Typografie).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Marbach
Gemeinde Petersberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2344)&title=Marbach 50° 37′ N, 9° 43′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2344) 50° 37′ 2″ N, 9° 43′ 26″ O
 {{#coordinates:50,617222222222|9,7238888888889|primary
dim=10000 globe= name=Marbach region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 315 (293–336) m ü. NHN
Fläche: 5,96 km²
Einwohner: 2344 (30. Juni 2024)<ref>Einwohnerzahlen | Gemeinde Petersberg. Abgerufen im September 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 393 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36100
Vorwahl: 0661
Datei:Marbach von Nordwesten.jpg
Ortsansicht von Nordwesten, hinten die Rhön
Datei:Marbach von Südwesten.jpg
Ortsansicht von Südwesten, hinten das Hessische Kegelspiel

Marbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Petersberg im osthessischen Landkreis Fulda.

Der Name „Marbach“ kommt von Marcbach (Grenzbach).<ref>Erich Eck: Marbach in alten Zeiten. In: Otto König: Marbach in alten Ansichten. Petersberg-Marbach, 1990, S. 26.</ref> Moarbich heißt der Ort im örtlichen Dialekt, dem Rhöner Platt.

Geographie

Geographische Lage

Marbach liegt in Osthessen am Rand der Rhön. Das Dorf ist der nördlichste Ortsteil der Gemeinde Petersberg.

Durch den Ort fließt das Marbacher Wasser, welches umgangssprachlich aber nur die Marbach genannt wird. Der Bach mündet im Osten in den Haunestausee.

Westlich und nördlich des Dorfes liegt der Michelsrombacher Wald, im Osten das Haunetal.

Nachbarorte

Marbach grenzt im Norden an Michelsrombach und Rückers, im Osten an Dammersbach (alle zugehörig zur Stadt Hünfeld), im Süden an Steinau (Gemeinde Petersberg) und Bernhards (Stadt Fulda) sowie im Südwesten und Westen an Dietershan (ebenfalls Stadt Fulda), welche alle im Landkreis Fulda liegen.<ref>Blattschnitt der Verwaltungskarten von Hessen im Maßstab 1:200000, Stand 2007. PDF-Datei zum Herunterladen bereitgestellt vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation. Abgerufen am 27. Februar 2020.</ref>

Geschichte

Datei:Ausschnitt Landkarte Hochstift Fulda von Regerwill 1574.jpg
Lage von Marbach (Marbag) auf einer Karte des Hochstifts Fulda von 1574

Ortsgeschichte

Datei:Petersberg Marbach Church StAegidius d.png
Katholische Kirche und Pfarrhaus

Marbach wurde, soweit bekannt, im Jahr 1272 erstmals urkundlich erwähnt: Der Fuldaer Abt Konrad überträgt dem Kollegiatstift Hünfeld die Pfarrei „marpach“.<ref>Staatsarchiv Marburg, K450 Bl. 1r und 1v; Kopie in: Otto König: Marbach in alten Ansichten. Petersberg-Marbach, 1990, S. 2.</ref> Frühere Nennungen Marbachs aus dem Jahre 747 und 1093 beziehen sich nicht auf den Ort Marbach, sondern auf den Bachlauf als Grenzfluss. 1738 zählte es zur Fürstabtei Fulda, Amt Burghaun. 1787 gehörte es zum Fürstbistum Fulda und dem Oberamt Mackenzell.

Durch die ungünstigen Bodenverhältnisse blieb Marbach lange Zeit ein von Armut geprägtes Dorf. Nebeneinnahmen ergaben sich u. a. durch Vorspanndienste auf den Steilstrecken der alten Reichsstraße von Frankfurt nach Leipzig, an der Marbach lag. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung, dem Bau der Eisenbahn und dem Einzug der Elektrizität begann sich der Lebensstandard zu heben.

Die erste staatliche Schule wurde 1795 eingerichtet.

Von 1862 bis 1866 wurde die Eisenbahnstrecke Fulda–Hersfeld–Bebra erbaut. Der Haltepunkt Marbach wurde 1898 in Betrieb genommen und von 1911 bis 1912 zu einem Bahnhof ausgebaut. Im Jahr 1980 wurde der Bahnhof geschlossen.

Seit der Hessischen Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 verlor Marbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen seine Eigenständigkeit und wurde ein Ortsteil der Gemeinde Petersberg.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 46 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Marbach wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 103K kB) § 4. In: Webauftritt. Gemeinde Petersberg, abgerufen im September 2024.</ref>

Eine große Entlastung brachte 1981 der Bau der Umgehungsstraße, welche den starken Verkehr der Bundesstraße 27 nun um Marbach herumführt.

In den Jahren von 1983 bis 1989 erfolgte der Bau des Haunestausees.

Heutzutage ist Marbach aufgrund seiner Lage, Infrastruktur und Baugebiete ein beliebter Wohnort mit stetig wachsender Einwohnerzahl, der durch ein aktives Vereinsleben geprägt ist.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Marbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Marbach 2139 Einwohner. Darunter waren 48 (2,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 384 Einwohner unter 18 Jahren, 818 waren zwischen 18 und 49, 444 zwischen 50 und 64 und 393 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 918 Haushalten. Davon waren 261 Singlehaushalte, 373 Paare ohne Kinder und 306 Paare mit Kindern, sowie 63 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 183 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 642 Haushaltungen leben keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
1812: 59 Feuerstellen, 475 Seelen
Marbach: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2024
Jahr  Einwohner
1812
  
475
1834
  
654
1840
  
685
1846
  
766
1852
  
649
1858
  
665
1864
  
826
1871
  
578
1875
  
563
1885
  
526
1895
  
513
1905
  
524
1910
  
517
1925
  
998
1939
  
767
1946
  
1.062
1950
  
1.136
1956
  
1.045
1961
  
1.128
1967
  
1.301
1970
  
1.343
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
2.288
2019
  
2.413
2024
  
2.344
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Petersberg<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gemeindeportrait - Einwohnerzahlen - Statistik (Memento vom 7. Dezember 2009 im Internet Archive) Abgerufen am 29. September 2011.</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />
Datei:Pfarrkirche und Pfarrhaus Marbach.jpg
Die kathol. Pfarrkirche St. Aegidius und das Pfarrhaus
Datei:Mariengrotte (Marbach, Petersberg).jpg
Die Mariengrotte

Religion

Die katholische Pfarrkirche ist St. Aegidius geweiht. Wann der erste Turm der Kirche errichtet wurde, ist urkundlich nicht belegt. Sicher ist aber, dass zumindest der untere Teil des Turmes in seinen heutigen Grundmauern 1436 entstand. Er diente in unruhigen Zeiten als Wehrturm. 1676 wurde die Kirche durch einen Brand zerstört und erst 20 Jahre später wieder aufgebaut. Nach späterem langsamen Verfall wurde sie in den Jahren von 1921 bis 1923 in ihrer jetzigen Form neu aufgebaut und hat seitdem mehrere Renovierungen erfahren.

Die traditionell katholische Prägung des Ortes zeigt sich auch in der Mariengrotte sowie den Bildstöcken und Flurkreuzen, die in und um Marbach aufgestellt sind.

Historische Religionszugehörigkeit
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1885: 08 evangelische (= 1,52 %), 518 katholische (= 98,48 %) Einwohner
• 1961: 40 evangelische (= 3,55 %), 1083 katholische (= 96,01 %) Einwohner
• 2003: ca. 13 % evangelische, ca. 77 % katholische Einwohner. Die anderen zehn Prozent waren konfessionslos oder gehörten anderen Religionsgemeinschaften an.<ref>Marbach in Zahlen Abgerufen am 29. September 2011.</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

In Marbach gibt es mehrere Handwerksbetriebe. Die Brückenmühle ist Hauptsitz der GEDYS IntraWare GmbH, einer Software-Firma mit dem Schwerpunkt Customer-Relationship-Management. Die früher vorherrschende kleinbäuerliche Landwirtschaft spielt heutzutage allenfalls als Nebenerwerb eine Rolle.

Im Ort gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten.

Ein Supermarkt mit Postfiliale, eine Bäckereifiliale mit Café und die SB-Stelle der regionalen Raiffeisenbank haben sich an der Abfahrt Marbach-Nord der B 27 angesiedelt. Im Ort gibt es eine Pizzeria, eine Metzgerei, einen Blumenladen und eine Fahrschul-Filiale sowie am Haunesee einen Landgasthof mit Pension. Eine Tankstelle mit Werkstatt und eine Arztpraxis vervollständigen die Infrastruktur des Ortes. Das Konrad-Trageser-Haus bietet als Dorfgemeinschaftshaus mit seiner Halle und den kleineren Räumen Platz für kulturelle und sportliche Veranstaltungen. Auch eine Bibliothek und eine Kegelbahn befinden sich hier.

Datei:Haunesee-Staudamm.jpg
Der Haunestausee

Gäste aus der Region besuchen hauptsächlich den Trampolinpark Cosmic Arena in der ehemaligen Tennishalle und das Naherholungsgebiet Haunestausee. Der Sportplatz, sechs Spielplätze, ein Skateplatz und eine Grillhütte ergänzen das Freizeitangebot im Ort.

Politik

Für Marbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Marbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 63,89 %. Dabei wurden gewählt: fünf Mitglieder der CDU, drei Mitglieder der „Linken Offenen Liste“ und ein Mitglied der SPD.<ref>Ortsbeiratswahl Marbach. In: Webauftritt. Gemeinde Petersberg, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Christof Stock (CDU) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher Petersberg. In: Webauftritt. Gemeinde Petersberg, abgerufen im September 2023.</ref>

Verkehr

Durch den Ort führte die alte Frankfurt-Leipziger Straße, aus der später zwischen Fulda und Hünfeld die B 27 wurde. Im Jahr 1981 wurde die Ortsumgehung eröffnet. Seitdem ist Marbach über die Ausfahrten Marbach-Nord, Marbach-Süd und Bernhards zu erreichen. Die Bundesautobahn 7 führt westlich an Marbach vorbei. Die nächstgelegene Abfahrt ist die Anschlussstelle Fulda-Nord.

In Marbach enden die Stadtbuslinie 6 aus Fulda und die Buslinie 74 aus Hünfeld. In Fulda bestehen Anschlüsse zum Regional- und Fernverkehr. Die Buslinien sind in den Rhein-Main-Verkehrsverbund integriert.

Der Bahnhof Marbach (Kr Fulda) liegt an der Bahnstrecke Bebra–Fulda. Der ehemalige Personenzughalt ist seit 1980 geschlossen und dient nur noch als Überholbahnhof.

Durch den Ort verläuft der Hauneradweg, welcher auch die Verbindung zwischen den Ausgangspunkten des Kegelspielradweges und des Milseburgradweges herstellt.

Entlang des Haunestausees führt der Jakobsweg Vacha-Fulda.

Datei:Bischof Joseph Damian Schmitt.jpg
Bischof Joseph Damian Schmitt, 1938

Persönlichkeiten

  • Joseph Kaufholz (1798–1859), Landwirt und Mitglied des kurhessischen Landtags
  • Joseph Damian Schmitt (1858–1939) – Bischof von Fulda von 1907 bis 1939, geboren in Marbach
  • Konrad Trageser (1884–1942) – Pfarrer in Marbach von 1930 bis 1942, Opfer der Nazidiktatur
  • Walter Arnold (* 1949) – CDU-Politiker, geboren in Marbach
  • Nicolai Pfeffer (* 1985) – Klarinettist und Herausgeber, aufgewachsen in Marbach

Sonstiges

Traditionell am ersten Novemberwochenende jeden Jahres wird die Kirmes gefeiert.

Speeketze ist der Ortsneckname für die Marbacher. Er stammt aus der Zeit, in der sich die Marbacher Kleinbauern wegen des kargen Bodens zusätzliche Verdienstmöglichkeiten suchen mussten. Sie sammelten im Wald Kienspäne (Späne, im Rhöner Platt Spee genannt) und brachten sie im Rückenkorb (Ketze) auf den Markt nach Fulda. Heute tragen u. a. der Kirmesverein und der Lauftreff den Namen.

Marbach ist der Namensgeber für eine bisher noch nicht im Abbau befindliche Kalisalz-Lagerstätte. Das sogenannte Marbacher Feld schließt sich südwestlich an das Werra-Kalirevier an und reicht ungefähr bis Marbach. Es ist bislang erst wenig erkundet.<ref>Ralf E. Krupp: Alternative Produktions-, Aufbereitungs- und Entsorgungsverfahren im Thüringisch-Hessischen Kalirevier, S. 4 und S. 9</ref>

Im Herbst 2011 wurden im Wald bei Marbach Teile des 3D-Films Lost Place gedreht. Der aufwändig produzierte Mystery-Thriller kam 2013 in die Kinos.<ref>Artikel LOST PLACE - deutscher Mystery Thriller im Kino in printzip - Magazin für Fulda und Hersfeld-Rotenburg</ref>

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Marbach, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 28. November 2022). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 8,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 14 und 70, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Marbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Haunedorf | Marbach | Margretenhaun | Petersberg | Steinau | Steinhaus

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein