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Schwarz (Grebenau)

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Schwarz
Stadt Grebenau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(654)&title=Schwarz 50° 43′ N, 9° 25′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(654) 50° 43′ 15″ N, 9° 25′ 15″ O
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Höhe: 315 (310–348) m ü. NHN
Fläche: 16,65 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 654 (2011)<ref name="Z2011E" />
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36323
Vorwahl: 06646

Schwarz ist ein Stadtteil von Grebenau im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Das Haufendorf liegt von Wald umgeben im Gründchen. Die Kernstadt Grebenau liegt nordöstlich von Schwarz. Bei Schwarz mündet der Leimelbach in die Schwarza.

Ortsgeschichte

Mittelalter

In einer gefälschten karolingischen Schenkungsurkunde werden zwei Bäche im Jahre 782 erwähnt: „... inde sursum in Jazah, inde in Suarzaha“ (von dort hinauf zur Jossa, von dort zur Schwarza)..<ref>Hans Weirich: Urkundenbuch des Reichsklosters Hersfeld. Band 1,1. Marburg 1936. Nr. 18, S. 32.</ref> Die vorgebliche karolingische Urkunde wurde bereits vor dem Jahre 1057 gefälscht und in einem Kopiar niedergeschrieben. Das Kopiar entstand um 1150. Angeführt wurden dort Gewässernamen, keine Ortsnamen.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 337 f.</ref> Der Ort selbst wird erstmals 1295 in einer Urkunde genannt: „... religiosos viros commendatorem et fratres ordinis s. Johannis in Grebenauwe necnon dominum Herbodum plebanum in Suarzahe ...“ (den Geistlichen, dem Komtur und den Brüdern des Johanniterordens zu Grebenau sowie dem Herrn Herbod, dem Pleban zu Schwarz).<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1 - 5. Band 1. Darmstadt 1860 - 1873. Nr. 291, S. 209.</ref>

Im 13. Jahrhundert gab es ein Zollstelle in Schwarz an der Handelsstraße Frankfurt-Leipzig.

1371 wird das Gericht zu Schwarz erwähnt: „... ir teil an dem gerichte czu Swarze ...“<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden. Band 1. Nr. 1044, S. 692.</ref> In den folgenden Jahren scheint eine Differenzierung im Ortsnamen entstanden sein, denn man unterschied nun zwischen Schwarz und Ober-Schwarz. Ober-Schwarz war die weiter Bach aufwärts gelegene Siedlung. So heißt es 1398: „... in der stad Alsfelt vnde yn den dorffen, gerechtin vnde gebieden darvmme gelegen, mit namen ein gudechin zu Swarze, eyn gud zu Vbernschwarze ... “<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden. Band 1. Nr. 1269, S. 849.</ref> Schließlich wird in einem Salbuch von 1573 „item ein wiese tzuo Obernn Schwarz“ erwähnt.<ref>StAD, Salbuch Oberhessen, Gericht Schwarz, fol. 17.</ref>

Der Gewässername, welcher dem Ortsnamen zugrunde liegt, basiert auf einem Adjektiv, welches im Alt- und Mittelhochdeutschen „swarz“ = dunkel, schwarz bedeutet.<ref>Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage Berlin 1967. bearbeitet von Walther Mitzka. S. 690.</ref> Die Namensgebung gehört zu den Ältesten im „Gründchen“. Orte mit der „aha- bzw. -afa“ - Endung, einem sogenannten Appellativum, sind vor dem 9. Jahrhundert gegründet.

Die angebliche Ansiedlung von Hunnen<ref>Topographia Hassiae (Hessem): Grebenaw</ref> beruht auf einer für Udenhausen überlieferte Legende.<ref>Ortsbeiratswahl Grebenau 2021. In: Votemanager. Gemeinde Grebenau, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Neuzeit

Im 17. Jahrhundert kam das Dorf zum Oberamt Alsfeld. Eine eigene Pfarrei wurde im gleichen Jahrhundert begründet. 1774 bis 1777 wurde die alte Kirche durch einen Neubau ersetzt.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Schwarz:

„Schwarz (L. Bez. Alsfeld) evangel. Pfarrdorf, liegt 2 St. von Alsfeld, hat 98 Häuser und 604 Einwohner, die außer 1 Katholiken evangelisch sind, so wie 2 Mahlmühlen und 1 Forsthaus. – Die Entstehung der Kirche ist unbekannt. Die Abtei Hersfeld hatte den Kirchsatz.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Zwischen 1912 und 1916 wurde die Bahnlinie Alsfeld-Bad Hersfeld gebaut, an der ein Bahnhof in Schwarz lag. Die Strecke ist abgebaut.

Hessische Gebietsreform 1971/72

Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin eigenständigen Gemeinden Eulersdorf, Reimenrod, Schwarz, Udenhausen und Wallersdorf in die Stadt Grebenau freiwillig zur erweiterten Stadt Grebenau.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 4 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> Am 1. August 1972 wurden kraft Landesgesetz die Gemeinden Bieben mit Merlos nach Grenau eingemeindet.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach (GVBl. II 330-12) vom 1. August 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 215, § 3 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für alle eingegliederten Gemeinden und die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung errichtet.<ref>Ortsbeiratswahl Grebenau 2021. In: Votemanager. Gemeinde Grebenau, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Schwarz angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Schwarz durch das Amt Alsfeld. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Schwarz zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Schwarz 654 Einwohner. Darunter waren 3 (0,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 87 Einwohner unter 18 Jahren, 237 zwischen 18 und 49, 165 zwischen 50 und 64 und 165 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 273 Haushalten. Davon waren 60 Singlehaushalte, 99 Paare ohne Kinder und 87 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 69 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 153 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1806: 470 Einwohner, 88 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 404 Einwohner, 98 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 688 Einwohner, 105 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Schwarz: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr  Einwohner
1791
  
471
1800
  
502
1806
  
470
1829
  
404
1834
  
678
1840
  
689
1846
  
722
1852
  
729
1858
  
605
1864
  
676
1871
  
675
1875
  
602
1885
  
563
1895
  
611
1905
  
613
1910
  
624
1925
  
679
1939
  
657
1946
  
951
1950
  
985
1956
  
855
1961
  
800
1967
  
807
1970
  
840
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
654
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1791<ref name="Adr-LG-HD" />; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 603 evangelische, ein katholischer Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 723 evangelische (= 90,38 %), 77 katholische (= 9,62 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Ortsvorsteher ist Matthias Muhl (Stand Juli 2021).

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Schwarz, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="NEB"> Neue Erdbeschreibung. Dritter Theil, welcher das deutsche Reich nach seiner gegenwärtigen Staatsverfassung enthält. Joh. Carl Bohn, 1758, S. 1050 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 177 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 187 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 228 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 414 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="G15"> Eva Haberkorn, Friedrich Boss: Kreis Alsfeld 1821 - 1945 (= Repertorien Hessisches Staatsarchiv Darmstadt) Abt. G15 Alsfeld. S. 4 (PDF; 172 kB). In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 1985Vorlage:Abrufdatum. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 36 und 76, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Schwarz – Sammlung von Bildern und Audiodateien

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