Lipsa
Lipsa Gemeinde Hermsdorf
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Lipsa 51° 23′ N, 13° 54′ O
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| Höhe: | 119 m ü. NN | |||||
| Postleitzahl: | 01945 | |||||
| Vorwahl: | 035752 | |||||
Lipsa (sorbisch Lipsa<ref>Sorbisches Sprachgebiet, 1843 Jan Arnošt Smoler</ref>) ist ein Ort im brandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz unmittelbar an der Grenze zum sächsischen Landkreis Bautzen. Der Ort ist Teil der Gemeinde Hermsdorf im Amt Ruhland und wird zur Oberlausitz gerechnet. In Lipsa leben derzeit Stand: Juni 2008 240 Einwohner.<ref>Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 14. Juni 2008.</ref> Bürgermeister der Gemeinde ist der Parteilose Klaus-Peter Müller.
Namensentwicklung
Der Name des Ortes entwickelte sich von Dlupsow (1455) über Liebsa (1489), Lipsse (1552), Lupsch (1569), Lips (1590), Lypsa (1604), Liepsa (1610) zum 1791 genannten Lipsa. Da der Ortsname den Nationalsozialisten zu slawisch klang, wurde er 1936 in Lindenort (abgeleitet vom sorbischen lipa für Linde) umbenannt. 1947 kam es zu Rückbenennung in Lipsa.<ref>Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen. Hrsg. Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V. (ISGV). In: Technische Universität Dresden.</ref>
Geschichte des Ortes und des Schlosses
Das Straßenangerdorf Lipsa wurde 1455 erstmals erwähnt und gehörte zur Herrschaft Ruhland. Auf der Oberlausitz-Karte von Johann George Schreiber (1676–1750) liegt Lipsa am westlichen Rand des sorbischen Sprachgebietes, wird aber noch zu diesem gezählt.
Das Schloss Lipsa wurde 1680 erstmals erwähnt. Wolf Heinrich von Baudissin errichtete 1720 das heutige Gebäude, einen langgestreckten, rechteckigen, zweigeschossigen Bau mit Pilastergliederung und Mansardenwalmdach.<ref>Niederlausitzer-Kreisel.de/Orte/Lipsa. Stand vor 2020.</ref> Im Jahre 1864 übernahm Ernst Christian August von Gersdorff die Herrschaft über das Lipsaer Gut. Er verkaufte das Gut Lipsa und die Güter in Jannowitz und Hermsdorf an Leutnant Carl August Tölke. Es setzt ein häufiger Besitzerwechsel ein. Bis 1803 besaß Wilhelm Jacob Graf Redern Gut Lipsa und verkaufte es an Daniel Gottlob von Schmorl.<ref>Walter von Boetticher: Geschichte des oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635 – 1815. Hrsg.: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. Band 2, v. Redern; v. Schmettow; v. Schmorl. Selbstverlag, Görlitz, Oberlößnitz 1913, S. 566–770 (Digitalisat).</ref> Vor 1917 erwarb die spät nobilitierte Familie von Schumann das Gut in Lipsa, vertreten durch Dr. jur Paul von Schumann (1863–1939), Regierungsassessor in Potsdam und Rittmeister a. D., verheiratet seit 1891 mit Frieda von Levetzow. Der Wohnsitz war 1917 Berlin.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1917. In: "Der Gotha". 11. Auflage. Schumann (1895), Stammreihe. Justus Perthes, Gotha November 1916, S. 797 (Digitalisat).</ref>
1937 wurde der Gutskomplex Lindenort als Herrschaft bezeichnet.<ref>Schlesisches Güter-Adreßbuch. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter sowie der größeren Landgüter der Provinzen Nieder- und Oberschlesien. 1937. 15. Reprint 2020 Klaus d. Becker-Potsdam Auflage. Niederschlesien, Regierungsbezirk Liegnitz, 27. Kreis Hoyerswerda. 2810-2812. Herrschaft Lindenort. Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1937, ISBN 978-3-88372-244-3, S. 451 (Digitalisat).</ref> 1942 betrug der Umfang des Gutes Lindenort nach dem Gothaischen Genealogischen Taschenbuch mit Hermsdorf und Jannowitz etwa 2282 ha. Im Gutshaus<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1941. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B. Adelige Häuser des seit Anfang des 15. Jahrhunderts bis zur Neuzeit nachgewiesenen deutschen Erbadels (späterer rittermäßiger Landadel, patrizischer Stadtadel, Reichsbriefadel, Landesbriefadel, Uradel und Alter Adel nichtdeutschen Ursprungs, Offiziers-und Beamtenadel). In: "Der Gotha". 34. Auflage. Schumann (1895), Lindenort. Justus Perthes, Gotha November 1941, DNB 010781056, S. 493 (Digitalisat).</ref> wohnten die Witwe Frieda, geborene von Levetzow, von den Nachfahren der zweite Sohn Konstantin von Schumann mit seiner zweiten Frau Kora von Watzdorf und den Kindern aus beiden Ehen, auch die seiner ersten 1930 verstorbenen Gattin Dorothea von Rantzau. Inwieweit in der Historie Lipsas ab 1942 ein Carl Maria von Eversfeldt eine konkrete Rolle spielt ist nach allen Erkenntnissen des Genealogischen Handbuch des Adels (GHdA) nicht näher definiert. Die Eigentümerfamilie von Schumann führte zeitgleich den Wohnort Lindenort.
Von 1945 bis in die 1990er-Jahre war ein Seniorenheim im Schloss untergebracht. Im Jahr 1992 erwarb „Burgenkönig“ Herbert Hillebrand aus Kerpen/Rheinland das zuvor von der Gemeinde im Fassadenbereich sanierte Schloss zusammen mit dem Wasserschloss Großkmehlen, das später in Landesbesitz überging. Eigentümer von Schloss Lipsa ist mittlerweile seine Tochter Anna Hillebrand.<ref>LR-Online.de/Nachrichten/LR-Themen-Lausitzer-Schloesser. Stand vor 2022.</ref>
Derzeit steht das Schloss leer. Es kann für Festlichkeiten (Hochzeiten) angemietet werden über das Standesamt der Gemeinde. Das Schloss gehört zu den Baudenkmalen der Gemeinde.
Im Jahre 1993 traten Lipsa und Hermsdorf dem Amt Ruhland bei.
Kultur
Der Lipsaer Karnevalsverein baut seit Oktober 2007 das als Schlösschen bezeichnete ehemalige Kindergartengebäude zum Jugend- und Bürgerhaus Lipsa aus.
Behörden
In Lipsa befindet sich die Oberförsterei Lipsa.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homepage Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz ( des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Söhne und Töchter von Lipsa
Eberhard Matthes (1915–1998), ein Ehrenbürger von Elsterwerda, wurde in Lipsa geboren. Er war Lehrer, Stadtarchivar und Ortschronist in Elsterwerda.
Literatur
- Lipsa, In: Eberhard Garbe, Peter Hennig: Adelssitze der Oberlausitz einst und jetzt. 2. Auflage, Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2010. ISBN 978-3-933827-85-2. S. 62
Einzelnachweise
<references />
Quellen
- Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 14. Juni 2008