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Eulersdorf

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Eulersdorf
Stadt Grebenau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(135)&title=Eulersdorf 50° 44′ N, 9° 27′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(135) 50° 44′ 9″ N, 9° 26′ 58″ O
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Höhe: 278 m ü. NHN
Fläche: 3,45 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 135 (Mai 2011)<ref name="Z2011E" />
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36323
Vorwahl: 06646

Eulersdorf ist ein Stadtteil von Grebenau im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie

Das kleine Dorf liegt im Gründchen. Die Kernstadt Grebenau liegt östlich von Eulersdorf. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3160. In Ortsnähe fließt der Reimenröder Bach in die Schwarza.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1270: „... duo bona in Ailhardesdorph et duo bona sita in Vdenhausen ...“, (zwei Güter in Eulersdorf und zwei Güter gelegen in Udenhausen) als die JohanniterGüter“ kauften.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1 - 5. Band 1. Darmstadt 1860 - 1873. Nr. 136, S. 96.</ref> Am 21. April 1283 legten der Abt Heinrich, der Prior und der Konvent des Klosters Haina einen Konflikt mit dem Bruder Temmarius, Johanniterkomtur der Wetterau, bei, der zwischen dem Kloster und den Johannitern zu Grebenau bestanden hatte. Es ging um Besitz und Gericht in Winden, das später wüst fiel, in Eulersdorf (Alhertsdorf), Romrod, Wallersdorf, Merlos (Merles) und Bibenahe. Alles wurde gütlich beigelegt, und Bestimmungen über Hute, Weide und Almosen getroffen.<ref>StAM, Urkunde 26, 1285.</ref>

1580 wird der Ort in einem Salbuch als „Eylersdorff“ genannt. Außerdem heißt es dort: „... uf dem Elerßdorffer Grunde ...<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. S. 171 und S. 166.</ref>“ Der Ortsname Eulersdorf, Ailhardesdorph, leitet sich vom Rufnamen Ailhard ab, also ist es das „Dorf des Ailhards“.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 116.</ref>

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Eulersdorf:

„Eulersdorf (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt 234 St. von Alsfeld, hat 20 Häuser und 145 evangelische Einwohner, die früher sehr wohlstehend waren.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform 1971/72

Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin eigenständigen Gemeinden Eulersdorf, Reimenrod, Schwarz, Udenhausen und Wallersdorf in die Stadt Grebenau freiwillig zur erweiterten Stadt Grebenau.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 4 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> Am 1. August 1972 wurden kraft Landesgesetz die Gemeinden Bieben mit Merlos nach Grebenau eingemeindet.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach (GVBl. II 330-12) vom 1. August 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 215, § 3 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für alle eingegliederten Gemeinden und die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung errichtet.<ref>Ortsbeiratswahl Grebenau 2021. In: Votemanager. Gemeinde Grebenau, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Eulersdorf angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Eulersdorf durch das Amt Grebenau. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Eulersdorf zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eulersdorf 135 Einwohner. Darunter waren 3 (2,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 18 Einwohner unter 18 Jahren, 51 zwischen 18 und 49, 33 zwischen 50 und 64 und 33 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 57 Haushalten. Davon waren 15 Singlehaushalte, 18 Paare ohne Kinder und 21 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 30 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 102 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 095 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 104 Einwohner, 16 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 145 Einwohner, 20 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 147 Einwohner, 21 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 137 Einwohner, 21 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Eulersdorf: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr  Einwohner
1791
  
102
1800
  
95
1806
  
104
1829
  
145
1834
  
117
1840
  
121
1846
  
128
1852
  
143
1858
  
120
1864
  
128
1871
  
149
1875
  
137
1885
  
155
1895
  
130
1905
  
126
1910
  
115
1925
  
128
1939
  
146
1946
  
211
1950
  
203
1956
  
155
1961
  
158
1967
  
148
1970
  
168
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
135
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 145 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 125 evangelische (= 79,11 %), 11 katholische (= 6,96 %) Einwohner

Politik

Für Eulersdorf besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Eulersdorf) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 71,70 %. Alle Mitglieder gehören der „Wählergemeinschaft Eulersdorf“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Bieben. In: Votemanager. Gemeinde Grebenau, abgerufen im Januar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Thorsten Gröger zum Ortsvorsteher.<ref>Stadtteil Eulersdorf. In: Webauftritt. Gemeinde Grebenau, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Sonstiges

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Eulersdorf, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Amt Grebenau"> Die Zugehörigkeit des Amtes Grebenau anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 195 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 209 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 253 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 414 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="G15"> Eva Haberkorn, Friedrich Boss: Kreis Alsfeld 1821 - 1945 (= Repertorien Hessisches Staatsarchiv Darmstadt) Abt. G15 Alsfeld. S. 4 [PDF; 172 kB]. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 1985Vorlage:Abrufdatum. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 36 und 76, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

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