Zum Inhalt springen

Birger Ruud

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. November 2025 um 21:19 Uhr durch imported>Wikijunkie (Kleinigkeiten).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Birger Ruud Vorlage:SportPicto Vorlage:SportPicto
Birger Ruud (1936)
Nation NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen
Geburtstag 23. August 1911
Geburtsort KongsbergNorwegen
Sterbedatum 13. Juni 1998
Sterbeort KongsbergNorwegen
Karriere
Disziplin Skispringen
Ski Alpin
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 2 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Nordische Ski-WM 5 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Alpine Ski-WM 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Vorlage:MedaillenSportartVorlage:MedaillenSportart
 Olympische Winterspiele
Gold 1932 Lake Placid Großschanze
Gold 1936 Garmisch-Part. Großschanze
Silber 1948 St. Moritz Großschanze
 Nordische Skiweltmeisterschaften
Gold 1931 Oberhof Großschanze
Gold 1932 Lake Placid Großschanze
Gold 1935 Vysoke Tatry Großschanze
Gold 1936 Garmisch-Part. Großschanze
Gold 1937 Chamonix Großschanze
Silber 1939 Zakopane Großschanze
Silber 1948 St. Moritz Großschanze
 Alpine Skiweltmeisterschaften
Bronze 1935 Mürren Alpine Kombination
 
Datei:Birger-Ruud-Statue in Kongsberg.JPG
Statue von Birger Ruud in Kongsberg

Birger Johannes Ruud (* 23. August 1911 in Kongsberg, Norwegen; † 13. Juni 1998 ebenda) war ein norwegischer Skispringer und Skirennläufer.

Herkunft und Privates

Ruud war der Sohn von Kemner Sigurd Ruud (1878–1955) und Mathilde Throndsen (1877–1961). Am 18. Dezember 1937 heiratete er Magda Varlo (* 13. August 1912).<ref>Jørn Sundby: Birger Ruud. Store norske leksikon, 25. Juni 2025, abgerufen am 24. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Seine Brüder Sigmund und Asbjørn Ruud waren ebenfalls erfolgreiche Skispringer.

Werdegang

Ruud galt als einer der weltbesten Skispringer der Vorkriegszeit. 1931, 1935 und 1937 wurde er Weltmeister im Springen von der Großschanze und gewann bei den Olympischen Winterspielen 1932 und 1936 jeweils die Goldmedaille. 1934 wurde Ruud auf dem Zugspitzplatt bester Springer des Tages.<ref>München Franz Eher Nachfolger GmbH: Illustrierter Beobachter 9. Jhg. : Folge 49 : 8.12.1934. 8. Dezember 1934 (archive.org [abgerufen am 27. Dezember 2022]).</ref> Zudem gelangen ihm mehrerer Schanzen- und zwei Weltrekorde.

Auch als Alpin-Skirennläufer war Ruud erfolgreich. So gewann er bei den Alpinen Skiweltmeisterschaften 1935 die Bronzemedaille in der Alpinen Kombination und erreichte er bei den Olympischen Spielen 1936 in derselben Disziplin den 4. Platz. Dort hatte Ruud nach der Abfahrt sogar in Führung gelegen, jedoch verfehlte er im Slalom ein Tor und erhielt deswegen sechs Strafsekunden, was ihn eine Medaille kostete.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Norwegen von den Deutschen besetzt. Ruud wollte die Besatzer nicht mit seiner Popularität unterstützen und weigerte sich, bei offiziellen Wettbewerben anzutreten. Daher wurde er 1943 zusammen mit seinen Brüdern sowie Petter Hugsted verhaftet und im Polizeihäftlingslager Grini bei Oslo inhaftiert. Nach seiner Entlassung im Jahr 1944 schloss sich Ruud der antifaschistischen Widerstandsbewegung an. Bei den Olympischen Winterspielen 1948 startete Ruud im Alter von 36 Jahren noch einmal und gewann die Silbermedaille. Eigentlich war er als Assistenztrainer und Ersatzspringer<ref name="ski"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Last Complete Ski Champion (Memento vom 20. Juli 2011 im Internet Archive), abgerufen am 24. April 2025.</ref> zu den Spielen gereist, nahm jedoch aufgrund der schlechten Witterung anstelle von Georg Thrane am Wettkampf teil.<ref name="nbc"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />1948: Birger Ruud wins silver after surviving Nazi concentration camp (Memento vom 22. Juni 2018 im Internet Archive), abgerufen am 24. April 2025.</ref> Er stand damit als einziger Skispringer sowohl vor als auch nach dem Krieg bei Olympischen Spielen auf dem Siegerpodest. Zugleich hält der Norweger den Rekord für die längste Zeitspanne zwischen zwei Medaillengewinnen eines Skispringers bei Olympia. Außerdem war er der erste Skispringer, der zweimal Olympiasieger wurde und auch der erste, der bei drei Olympischen Spielen eine Medaille errang.

Den Skisprungsport übte Ruud bis Ende der 1960er Jahre aus. Neben dem eigentlichen Springen beherrschte er auch Aerials.<ref name="ski" />

Zusammen mit seinen Brüdern und Petter Hugsted, mit dem er zeitlebens befreundet war, richtete Ruud das Kongsberg Skimuseum ein.<ref name="nbc" />

Würdigungen

1937 erhielt Ruud die Holmenkollen-Medaille.

1970 wurde er in die U.S. Ski Hall of Fame aufgenommen.

In Kongsberg ist der Birger Ruuds vei (dt. Birger-Ruud-Weg) nach ihm benannt. Außerdem steht seit 1987<ref name="ski" /> vor Ort eine Bronzestatue, die ihn darstellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Birger Ruud, statue (Memento vom 19. Oktober 2014 im Internet Archive), abgerufen am 24. April 2025.</ref>

1991 wurde Ruud der Egebergs Ærespris verliehen.

Bei der Eröffnung der 17. Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer sollte Ruud die olympische Fahne hissen, er erlitt jedoch vor der Zeremonie einen Herzinfarkt und wurde ins Krankenhaus gebracht. Anlässlich der Olympischen Spiele 1994 wurde in Norwegen außerdem eine Briefmarke im Wert von vier Kronen herausgegeben, die ihn zeigt.<ref>„Der Skisport war sein Leben“ – auf den Spuren von Birger Ruud in Bad Freienwalde. sportbriefmarken.wordpress.com, abgerufen am 2. April 2025.</ref>

Christoph & Lollo veröffentlichen auf ihrem Debütalbum Schispringerlieder aus dem Jahr 1999 das Lied Der Tag, als Birger Ruud starb.<ref>Schispringerlieder</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Songtext: Der Tag als Birger Ruud starb (Memento vom 20. Dezember 2011 im Internet Archive)</ref>

Daniel-André Tande bezeichnete ihn im Jahr 2017 als sein Vorbild.

Erfolge

Weltrekorde

# Schanze Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis
30 Flubergbakken (K 75) Fluberg/Odnes NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen 76,5 m 18. Januar 1931   24. Februar 1931  
Sturz Flubergbakken (K 75) Fluberg/Odnes NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen 82,0 m 18. Januar 1931   Ungültig  
Sturz Bergiselschanze Innsbruck OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 82,0 m 12. Februar 1933   Ungültig  
36 Bloudkova velikanka (K106) Planica Jugoslawien Konigreich 1918Datei:Flag of Yugoslavia (1918–1943).svg Jugoslawien 92,0 m 25. März 1934   14. März 1935  
  • Ungültige Weltrekorddistanz mit Sturz.
  • Schanzenrekorde

    Schanze Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis
    Bergiselschanze Innsbruck OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 74,0 m 13. Februar 1933   6. Januar 1955  
    Flubergbakken (K 75) Fluberg/Odnes NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen 76,5 m 18. Januar 1931   13. März 1968<ref>Odnes Ski Senter. skisprungschanzen.com, abgerufen am 30. März 2025.</ref>  
    Bloudkova velikanka (K106) Planica Jugoslawien Konigreich 1918Datei:Flag of Yugoslavia (1918–1943).svg Jugoslawien 78,0 m 23. März 1934   23. März 1934  
    Bloudkova velikanka (K106) Planica Jugoslawien Konigreich 1918Datei:Flag of Yugoslavia (1918–1943).svg Jugoslawien 86,5 m 25. März 1934   25. März 1934  
    Bloudkova velikanka (K106) Planica Jugoslawien Konigreich 1918Datei:Flag of Yugoslavia (1918–1943).svg Jugoslawien 92,0 m 25. März 1934   14. März 1935  

    Weblinks

    Einzelnachweise

    <references />

    <templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

    Vorlage:Klappleiste/Anfang

    1924: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Jacob Tullin Thams | 1928: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Alf Andersen | 1932: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Birger Ruud | 1936: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Birger Ruud | 1948: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Petter Hugsted | 1952: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Arnfinn Bergmann | 1956: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Antti Hyvärinen | 1960: Deutschland Mannschaft GesamtdeutschDatei:Flag of the German Olympic Team (1960-1968).svg Helmut Recknagel | 1964: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Toralf Engan | 1968: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Wladimir Beloussow | 1972: Polen 1944Datei:Flag of Poland (1928-1980).svg Wojciech Fortuna | 1976: OsterreichÖsterreich Karl Schnabl | 1980: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Jouko Törmänen | 1984: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Matti Nykänen | 1988: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Matti Nykänen | 1992: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Toni Nieminen | 1994: DeutschlandDeutschland Jens Weißflog | 1998: JapanJapan Kazuyoshi Funaki | 2002: SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Simon Ammann | 2006: OsterreichÖsterreich Thomas Morgenstern | 2010: SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Simon Ammann | 2014: PolenDatei:Flag of Poland.svg Kamil Stoch | 2018: PolenDatei:Flag of Poland.svg Kamil Stoch | 2022: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Marius Lindvik | 2026: SlowenienDatei:Flag of Slovenia.svg Domen Prevc

    Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1924: Jacob Tullin Thams | 1925: Wilhelm Dick | 1926: Jacob Tullin Thams | 1927: Tore Edman | 1928: Alf Andersen | 1929: Sigmund Ruud | 1930: Gunnar Andersen | 1931: Birger Ruud | 1932: Birger Ruud | 1933: Marcel Reymond | 1934: Kristian Johansson | 1935: Birger Ruud | 1936: Birger Ruud | 1937: Birger Ruud | 1938: Asbjørn Ruud | 1939: Josef Bradl | 1941: Paavo Vierto (inoffiziell) | 1948: Petter Hugsted | 1950: Hans Bjørnstad | 1952: Arnfinn Bergmann | 1954: Matti Pietikäinen | 1956: Antti Hyvärinen | 1958: Juhani Kärkinen | 1960: Helmut Recknagel | 1962: Helmut Recknagel | 1964: Toralf Engan | 1966: Bjørn Wirkola | 1968: Wladimir Beloussow | 1970: Gari Napalkow | 1972: Wojciech Fortuna | 1974: Hans-Georg Aschenbach | 1976: Karl Schnabl | 1978: Tapio Räisänen | 1980: Jouko Törmänen | 1982: Matti Nykänen | 1985: Per Bergerud | 1987: Andreas Felder | 1989: Jari Puikkonen | 1991: Franci Petek | 1993: Espen Bredesen | 1995: Tommy Ingebrigtsen | 1997: Masahiko Harada | 1999: Martin Schmitt | 2001: Martin Schmitt | 2003: Adam Małysz | 2005: Janne Ahonen | 2007: Simon Ammann | 2009: Andreas Küttel | 2011: Gregor Schlierenzauer | 2013: Kamil Stoch | 2015: Severin Freund | 2017: Stefan Kraft | 2019: Markus Eisenbichler | 2021: Stefan Kraft | 2023: Timi Zajc | 2025: Domen Prevc Vorlage:Klappleiste/Ende

    Vorlage:Hinweisbaustein