Holcoglossum
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| Datei:Holcoglossum kimballianum.jpg
Holcoglossum kimballianum | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
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| Schltr. |
Die Gattung Holcoglossum gehört zur Familie der Orchideen (Orchidaceae) und stammt aus den tropischen bis subtropischen Klimazonen Asiens. Die Gattung umfasst heute etwa 23 bekannte Arten.<ref name="WCSP" />
Beschreibung
Alle Arten dieser Gattung sind ausdauernde Epi- oder Lithophyten und zeichnen sich durch eine kurze monopodiale Sprossachse mit stielrunden oder im Querschnitt dreieckigen Blättern aus. Die Oberseite bildet durch hochgefaltete Blattränder eine Rinne aus. Die Blätter laufen spitz zu und sind an der Blattspitze nicht eingekerbt. Die Wurzelspitzen lebender Wurzeln zeigen bei allen Arten der Gattung eine rötliche Färbung auf, des Weiteren besitzen manche Arten rotgeflecktes Laub. Der Blütentrieb entspringt seitlich aus der Sprossachse und bildet zwei bis mehrere Blüten aus, diese stehen weit auseinander und formen eine Traube oder Rispe.
Die Blüten sind weiß und weit geöffnet. Die Lippe ist dreilappig. Die seitlichen Lappen stehen aufrecht und sind adaxial gepunktet. Der Mittelteil ist großflächig ausgebreitet und steht parallel zum Gynostemium. Die Lippe ist so geformt, dass sie potentiellen Bestäubern ein Herunterdrücken der Mittellippe erlaubt. Die Blüten besitzen einen länglichen Sporn, der jedoch in der Untergattung Brachycentron stark zurückgebildet ist. Das Gynostemium besitzt eine große Narbenfläche. Das Staubblatt enthält zwei getrennte porate Pollinien. Das die Pollinien und die Klebescheibe (Viscidium) verbindende Stielchen (Stipes) verbiegt sich in der Mitte beim Abnehmen vom Rostellum. Das Rostellum ist tief eingeschnitten.<ref name="Tsi1982">Z. H. Tsi: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />A study of the genus Holcoglossum of Orchidaceae. ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Februar 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Acta Phytotaxonomica Sinica. Peking 20(4), 1982, S. 439–444. ISSN 0529-1526</ref><ref name="Garay1">L. A. Garay: On the systematics of the monopodial orchids. In: Botanical Museum Leaflets. Cambridge Mass 23(4), 1972, S. 149–212. ISSN 0006-8098.</ref><ref name="JinInfrSys"> X.-H. Jin: The generic delimitation and a new infrageneric system of Holcoglossum (Orchidaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society. Oxford 2005, 149(4), S. 465–468, doi:10.1111/j.1095-8339.2005.00463.x.</ref> Die Anzahl an Chromosomen beträgt bei fast allen Arten 2n = 38. Holcoglossum tsii besitzt im diploiden Chromosomensatz 76 Chromosomen (2n = 76).<ref name="JinSys">X.-H. Jin u. a.: Cytological studies on the genus Holcoglossum (Orchidaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society. Oxford 2007, 154(2), S. 283–288. doi:10.1111/j.1095-8339.2007.00654.x.</ref>
Bei Holcoglossum amesianum wurde eine Selbstbestäubung beobachtet, bei der sich das Pollinium selbstständig zur fertilen Narbe in der Columna bewegt.<ref>Ke-Wei Liu, Zhong-Jian Liu et al.: Pollination: Self-fertilization strategy in an orchid. In: Nature. Vol. 441, 2006, S. 945–46, doi:10.1038/441945a, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Orchidee begattet sich selbst ( des Vorlage:IconExternal vom 31. Dezember 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf scienceticker.info, abgerufen am 31. Dezember 2017.</ref>
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung erstreckt sich über Südwest China, Laos, Vietnam, Thailand und Malaysia. Der größte Teil der Arten stammt jedoch aus der Provinz Yunnan im Südwesten der Volksrepublik China. Holcoglossum quasipinifolium und Holcoglossum pumilum kommen endemisch auf Taiwan vor. Die Arten leben in höheren Lagen zwischen 1200 m und 3300 m und bevorzugen somit einen kühlen bis kalten Lebensraum.
Kultur
Die kleinen Arten aus dieser Gattung können sowohl in kleinen Töpfen oder Körbchen, als auch aufgebunden auf Korkplatten kultiviert werden. Heimisch in kühlen und feuchten Wäldern, benötigen sie niedrige Temperaturen und einen hellen Standort. In der vollen Sonne droht jedoch ein Wärmestau. Die Pflanzen benötigen in der Wachstumsphase häufig Wasser, in der Ruhephase seltenere Wassergaben ohne sie austrocknen zu lassen. Bei einer Kultur im Topf, sollte das Substrat recht fein sein, um die zarten Wurzeln ernähren zu können.
Die großen Arten der Untergattung Brachycentron und der Sektion Holcoglossum können aufgebunden kultiviert werden, sind jedoch am besten für eine Kultur in Körben oder Töpfen geeignet. Eine Ausnahme stellt Holcoglossum subulifolium dar, welches aufgrund seines hängenden Wuchses besser aufgebunden wird.
Ist eine regelmäßige Bewässerung gewährleistet, so werden diese Arten am besten in einem Korb ohne Substrat kultiviert. Jedwedes Substrat, das benutzt wird, sollte in seiner Struktur sehr grob sein, um eine gute Luftzirkulation an den Wurzeln zu ermöglichen.
Die Pflanzen benötigen einen sehr hellen aber auch kühlen Standort. Sie sollten regelmäßig gewässert werden, mit trockeneren Perioden während der Ruhephase.
Im Jardin Botanique National de Belgique in Meise (Belgien) werden Holcoglossum kimballianum in einem alpinen Gewächshaus gehalten, in dem der eigene Atem kondensiert und ein Parka getragen werden muss. In der Natur sind die Pflanzen während der Blütezeit regelmäßig Raureif ausgesetzt, den sie ohne Probleme überstehen.
Eine erfolgreiche Kultur scheitert häufig an einer dauerhaft viel zu warmen Kultur oder an der Verwendung eines zu feinen Substrats, in dem die Wurzeln aufgrund des Luftmangels absterben.
Taxonomie und Systematik
Die Gattung Holcoglossum wurde 1919 durch den deutschen Botaniker Rudolf Schlechter auf Basis von Saccolabium quasipinifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Hayata als monotypische Gattung in Repertorium Specierum Novarum Regni Vegetabilis. Centralblatt für Sammlung und Veroffentlichung von Einzeldiagnosen neuer Pflanzen. Beihefte Band 4 Seite 285 aufgestellt. Der botanische Name leitet sich vom griechischen „holkos“, „Riemen“ oder „Gurt“ und „glossa“, „Zunge“ ab, dabei wird auf die Form des Lippenspornes der Typusart Holcoglossum quasipinifolium hingewiesen.
Arten
Die folgende Artenliste, gegliedert nach Untergattungen und Sektionen, orientiert sich an dem durch Jin aufgestellten infragenerischen System.<ref name="JinInfrSys"/><ref name="WCSP" />
- Untergattung Brachycentron <templatestyles src="Person/styles.css" />X.H. Jin & S.C. Chen
- Holcoglossum amesianum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb.f.) Christenson: Assam bis China und Indochina
- Holcoglossum auriculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Z.J.Liu, S.C.Chen & X.H.Jin<ref>Z. J. Liu, S. C. Chen, X.-H. Jin: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Holcoglossum auriculatum, A New Species of Orchidaceae from China. ( des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Journal of Wuhan Botanical Research. Wuhan 23(2), 2005, S. 154–156. ISSN 1000-470X.</ref>: China bis Indochina
- Holcoglossum subulifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb.f.) Christenson: China bis Hainan und Indochina
- Untergattung Holcoglossum
- Sektion Holcoglossum <templatestyles src="Person/styles.css" />Christenson
- Holcoglossum kimballianum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rchb.f.) Garay: China bis Indochina
- Holcoglossum lingulatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aver.) Aver.: China bis nordwestliches Vietnam
- Holcoglossum omeiense <templatestyles src="Person/styles.css" />X.H.Jin & S.C.Chen: Sichuan
- Holcoglossum quasipinifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hayata) Schltr.: Taiwan
- Holcoglossum singchianum <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Q.Zhang, L.J.Chen & Z.J.Liu: Yunnan
- Holcoglossum wangii <templatestyles src="Person/styles.css" />Christenson: China bis nördliches Vietnam
- Sektion Sorotylos <templatestyles src="Person/styles.css" />X.H. Jin & S.C. Chen
- Holcoglossum flavescens <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) Z.H.Tsi: China bis Indochina
- Holcoglossum nujiangense <templatestyles src="Person/styles.css" />X.H. Jin & S.C. Chen<ref>X.-H. Jin u. a: Holcoglossum nujiangense (Orchidaceae: Aeridinae)- a new species and its pollination system. In: Nordic Journal of Botany. Oxford 25(1–2), 2007, S. 125–128. doi:10.1111/j.0107-055X.2007.00018_25.x.</ref>: Westliches Yunnan
- Holcoglossum rupestre <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hand.-Mazz.) Garay: Nordwestliches Yunnan
- Holcoglossum sinicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Christenson: Nördliches Yunnan
- Holcoglossum tsii <templatestyles src="Person/styles.css" />T.Yukawa: Nordwestliches Yunnan
- Holcoglossum weixiense <templatestyles src="Person/styles.css" />X.H.Jin & S.C.Chen: Nordwestliches Yunnan
- Bisher nicht zugeordnet
- Holcoglossum calcicola <templatestyles src="Person/styles.css" />Schuit. & P.Bonnet: Laos
- Holcoglossum gaoligongense <templatestyles src="Person/styles.css" />(G.Q.Zhang, K.Wei Liu & Z.J.Liu) Kumar & S.W.Gale: Yunnan
- Holcoglossum himalaicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Deb, Sengupta & Malick) Aver.: Östlicher Himalaja bis Yunnan und nördliches Myanmar
- Holcoglossum linearifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Z.J.Liu, S.C.Chen & L.J.Chen: Yunnan
- Holcoglossum nagalandese <templatestyles src="Person/styles.css" />X.H.Jin: Assam bis China
- Holcoglossum phongii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aver.) Aver. et O. Gruss: Südliches Vietnam
- Holcoglossum pumilum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hayata) L.J.Chen: Taiwan
- Holcoglossum semiteretifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Seidenf.) R.Rice: Arunachal Pradesh bis nördliches Thailand
- Sektion Holcoglossum <templatestyles src="Person/styles.css" />Christenson
Die Art Holcoglossum calcicola <templatestyles src="Person/styles.css" />Schuit & P.Bonnet<ref>André Shuiteman, Pierre Bonnet: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Holcoglossum calcicola und Paphopedilum barbigerum var. sulivongii - Zwei attraktive neue Orchideen der Kalksteinberge von Laos. ( des Vorlage:IconExternal vom 22. Oktober 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 943 kB) In: Orchideenjournal. 1, Göttingen 2009, S. 6–14, ISSN 1864-9459.</ref> lässt sich nach Aussagen der Autoren nicht eindeutig nach dem durch Jin (2005) aufgestellten System einstufen. Die Art zeigt sowohl Merkmale der Untergattung Holcoglossum als auch der Untergattung Brachycentron.
Intergenerische Hybriden
Folgende intergenerische Hybriden mit Holcoglossum werden bei der Royal Horticultural Society gelistet.
- ×Holcocentrum (Holcoglossum × Ascocentrum)
- ×Holcenda (Holcoglossum × Ascocentrum × Vanda)
- ×Holcosia (Holcoglossum × Luisia)
- ×Holcanthera (Holcoglossum × Renanthera)
- ×Holcodirea (Holcoglossum × Sedirea)
- ×Holcopsis (Holcoglossum × Vandopsis)
- ×Holcostylis (Holcoglossum × Rhynchostylis)
- ×Holcovanstylis (Holcoglossum × Rhynchostylis × Vanda)
- ×Mendelara (Holcoglossum × Ascocentrum × Neofinetia × Rhynchostylis × Vanda)
- ×Vandoglossum (Holcoglossum × Vanda)
Siehe auch
Einzelnachweise
<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> </references>
Literatur
- Xiao-Hua Jin, Qin Haining, Chen Shingchi: A New Species of Holcoglossum (Orchidaceae: Aeridinae) from China. In: Kew Bulletin. Bd. 59, Nr. 4, London 2004, S. 633–635. ISSN 0075-5974.
- Xiao-Hua Jin u. a.: A New Species of Holcoglossum (Orchidaceae) from China. In: Novon. Bd. 14, Nr. 1, St. Louis Mo., 2004, S. 178–179, ISSN 1055-3177.