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Kolchischer Ahorn

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Kolchischer Ahorn
Datei:Acer cappadocicum Trentham.jpg

Kolchischer Ahorn (Acer cappadocicum)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Unterfamilie: Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae)
Gattung: Ahorne (Acer)
Art: Kolchischer Ahorn
Wissenschaftlicher Name
Acer cappadocicum
Gled.

Der Kolchische Ahorn (Acer cappadocicum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ahorne (Acer) innerhalb der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).<ref name="FoC2008" /><ref name="Euro+Med" /> Sein weites Verbreitungsgebiet reicht vom Mittelmeerraum durch Asien bis nach China, falls die Unterarten anerkannt sind.

Beschreibung

Datei:Acer cappadocicum in Hackfalls Arboretum (1).jpg
Stamm und Borke
Datei:Acer cappadocicum.jpg
Laubblätter
Datei:Acer cappadocicum kz01.jpg
Knospe im Frühjahr

Vegetative Merkmale

Beim Kolchischen Ahorn handelt es sich um einen sommergrünen Baum, der Wuchshöhen von 12 bis 20 Metern erreicht.<ref name="FoC2008" /> An älteren Zweigen und am Stamm ist die Borke relativ glatt und dunkel-braun bis hell weißlich-grau, braun oder gräulich-braun.<ref name="FoC2008" /> Die Rinde ist oft bereift, bis zum zweiten Jahr glänzend grün oder rötlich oder kahl und rötlich-grün mit helleren Streifen.<ref name="FoC2008" /> Die Winterknospen sind fast kugelig, außen kahl mit etwas bewimperten Rändern.<ref name="FoC2008" />

Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der meist 17 bis 12 (5 bis 15) Zentimeter lange, dünne, kahle Blattstiel<ref name="FoC2008" /> enthält klaren Milchsaft. Die dünne, pergamentartige Blattspreite ist bei einer Länge 4 bis 12, selten bis zu 20 Zentimetern sowie einer Breite von 8 bis 20 Zentimetern, meist länger als breit mit herzförmiger oder gerundeter Spreitenbasis und drei-, fünf oder siebenlappig.<ref name="FoC2008" /> Der Mittellappen ist dreieckig-eiförmig mit zugespitztem oberen Ende.<ref name="FoC2008" /> Die seitlichen Blattlappen sind dreieckig-eiförmig mit stumpfem<ref name="FoC2008" /> oder zugespitztem oberen Ende, die beiden unteren sind viel kleiner als die fünf oberen. Sie sind ganzrandig. Die Blattoberseite ist matt dunkel-grün und die -unterseite glänzend hell-grün.<ref name="FoC2008" /> Es sind drei bis sieben Hauptnerven vorhanden und die Netznervatur ist auf der Blattunterseite gut erkennbar.<ref name="FoC2008" /> Manchmal sind die Laubblätter klein und ungelappt.<ref name="FoC2008" /> Im Austrieb sind die Laubblätter frisch hellgrün gefärbt, die Herbstfärbung ist goldgelb bis rot.

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt je nach Standort von April<ref name="FoC2008" /> bis Ende Mai. Der Kolchische Ahorn ist andromonözisch.<ref name="FoC2008" /> 15 bis 20 Blüten sind in einem kleinen, etwa 5 Zentimeter breiten, lockeren, aufrecht stehenden, trugdoldigen Blütenstand angeordnet.<ref name="FoC2008" />

Die hell-gelbe oder gelblich-grüne Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FoC2008" /> Männliche Blüten enthalten acht Staubblätter. Weibliche Blüten einen Fruchtknoten und zwei Griffel. Der amphistaminale Diskus ist kahl.<ref name="FoC2008" />

In China reifen die Früchte im August.<ref name="FoC2008" /> Der Fruchtstiel ist 2 bis 2,5 Zentimeter lang.<ref name="FoC2008" /> Die Spaltfrucht zerfällt in zwei Flügelnüsse (Samara). Die einzelne Flügelnuss ist (Nussfrucht und Flügel zusammen gemessen) 2 bis 5 Zentimeter lang sowie 5 bis 9 Millimeter breit.<ref name="FoC2008" /> Die 3 bis 5 Zentimeter langen Flügel weitwinklig gespreizt, können aber unterschiedliche Winkel aufweisen. Die Nussfrucht ist bei einer Länge von 1 bis 1,5 Zentimetern sowie einem Durchmesser von etwa 6 Millimetern länglich, abgeflacht und mehr oder weniger flach.<ref name="FoC2008" />

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Kolchischen Ahorns erstreckt sich vom Süden Italiens über den Kaukasusraum in Westasien nach Osten bis zum Himalaja und in den westlichen Teil Chinas.

Er gedeiht in sommergrünen Bergwäldern als Baumart der unteren Kronenschicht vor.

Datei:Acer cappadocicum ssp. sinicum in Hackfalls Arboretum (2).jpg
Laubblätter und junge Samara von Acer cappadocicum subsp. sinicum

Systematik

Die Erstbeschreibung von Acer cappadocicum erfolgte 1785 durch Johann Gottlieb Gleditsch in Schriften der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin, Band 6, S. 116.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /><ref name="Tropicos" /> Synonyme für Acer cappadocicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Gled. ist Acer cultratum <templatestyles src="Person/styles.css" />Wall., Acer laetum <templatestyles src="Person/styles.css" />C.A.Mey., Acer pictum <templatestyles src="Person/styles.css" />Thunb.<ref name="Euro+Med" /><ref name="Tropicos" /><ref name="FoPakistan" />

Die Art Acer cappadocicum gehört zur Sektion Platanoidea in der Gattung Acer. Der Kolchische Ahorn ist nahe mit dem Spitz-Ahorn (Acer platanoides) verwandt, der Name der Sektion weist schon auf diese nahe Verwandtschaft hin. In Ostasien gibt es eine Reihe weiterer verwandter Arten, die teilweise schon als Unterarten des Kolchischen Ahorns angesehen wurden, wie Acer amplum, Acer longipes oder Acer shenkanense.<ref name="FoC2008" />

Je nach Autor gibt es einige Unterarten,<ref name="GRIN" /> aber oft gelten sie als eigene Arten<ref name="Euro+Med" />:

  • Acer cappadocicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Gled. subsp. cappadocicum: Sie ist von Kleinasien, dem Schwarzmeergebiet über den Kaukasusraum (mit Fundortangaben für Armenien, Aserbaidschan, Nakhchivan, Georgien, Abchasien, Adjara, Rumänien sowie dem asiatischen Teil der Türkei<ref name="Euro+Med" />) bis zum Himalaya und ins westliche China verbreitet. Sie ist in vielen Gebieten ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" /> Die Laubblätter sind meist siebenlappig und relativ groß.
  • Acer cappadocicum subsp. divergens <templatestyles src="Person/styles.css" />(K.Koch ex Pax) Murr.: Sie wird teilweise auch als eigenständige Art<ref name="Euro+Med" /> geführt. Sie kommt nur im Transkaukasus vor und ist in allen Pflanzenteilen wesentlich kleiner. Die Laubblätter sind nur drei- bis fünflappig, bis 5 Zentimeter breit. Sie wächst eher strauchförmig.
  • Acer cappadocicum subsp. lobelii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tenore) Murr. - der Kalabrische Ahorn, der teilweise auch als eigenständige Art<ref name="Euro+Med" /> geführt wird, hat ein kleines Verbreitungsgebiet im Süden Italiens. Dieser Baum erreicht Wuchshöhen von etwa 15 Metern, die Laubblätter sind relativ groß und fünflappig, die Lappen weisen charakteristisch nach vorne.
  • Acer cappadocicum subsp. sinicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rehder) Hand.-Mazz.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 1500 bis 2500 Metern in Tibet und in den chinesischen Provinzen Guizhou, westliches Hubei, südliches Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan.<ref name="FoC2008" /> Sie hat fünflappige Laubblätter, die mit 6 bis 8 Zentimeter recht klein sind. Blattstiel und Früchte sind rötlich gefärbt.

Züchtungen und Ausleseformen

Vorlage:Hinweisbaustein Von Acer cappadocicum subsp. cappadocicum gibt es beispielsweise die Sorten:

  • ‘Aureum’ – Blätter gelblich bis gelbgrün, schwächer wachsend
  • ‘Rubrum’ – Blätter rötlich

Der Zöschener Ahorn (Acer ×zoeschense) ist eine Garten-Hybride mit dem Feld-Ahorn (Acer campestre).<ref name="Ruhr-UniBochum" /> Es gibt davon die leicht rotlaubigen Sorte ‘Annae’.

Literatur

  • Helmut Pirc: Ahorne. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1994, ISBN 3-8001-6554-6, S. 114 ff.
  • Xu Ting-zhi, Chen Yousheng, Piet C. de Jong, Herman J. Oterdoom, Chin-Sung Chang: Aceraceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11: Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-73-3. Acer cappadocicum Gleditsch, S. 520 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Edward Murray: Aceraceae. In: Eugene Nasir, Syed Irtifaq Ali (Hrsg.): Flora of Pakistan. Univ. of Karachi, Karachi. Acer cappadocicum bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Acer cappadocicum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPakistan"> Edward Murray: Aceraceae. In: Eugene Nasir, Syed Irtifaq Ali (Hrsg.): Flora of Pakistan. Univ. of Karachi, Karachi. Acer cappadocicum bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Ruhr-UniBochum"> Ruhr-Uni Bochum Zöschener Ahorn. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube, 2018+: Sapindaceae. Datenblatt In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="FoC2008"> Xu Ting-zhi, Chen Yousheng, Piet C. de Jong, Herman J. Oterdoom, Chin-Sung Chang: Aceraceae. Acer sect. Platanoidea Pax In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11: Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-73-3. Acer cappadocicum Gleditsch, S. 520 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Kolchische Ahorn (Acer cappadocicum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien