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H12MDI

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Struktur von H12MDI
Allgemeines
Name H12MDI
Andere Namen
  • 1,1'-Methylenbis(4-isocyanatocyclo­hexan) (IUPAC)
  • 1-Isocyanato-4-[(4-isocyanatocyclo­hexyl)methyl]cyclohexan
  • 4,4’-Diisocyanatodicyclohexylmethan
  • H12MDI
  • Vorlage:INCI
Summenformel C15H22N2O2
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche Flüssigkeit<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 225-863-2
ECHA-InfoCard 100.023.512
PubChem 21202
ChemSpider 19934
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 262,35 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,07 g·cm−3<ref name="BLINK">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check bei ChemBlinkVorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt

25 °C<ref name="BLINK" /> (beginnende Kristallisation)

Dampfdruck

2,1 mPa (25 °C)<ref name="BMS">Herstellerangaben Covestro zu <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Desmodur W (Memento vom 8. Mai 2018 im Internet Archive), abgerufen am 7. Mai 2018.</ref>

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser, Hydrolyse<ref name="BLINK" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.023.512">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 315​‐​317​‐​319​‐​330​‐​334​‐​335
P: 260​‐​264​‐​280​‐​302+352​‐​304+340+310​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
MAK

0,054 mg·m−3<ref>Roth: Sicherheitsdaten MAK-Werte. ecomed verlagsgesellschaft, Landsberg Ausgabe 10/02</ref>

Toxikologische Daten
  • 9.900 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="ntis2">National Technical Information Service. Vol. OTS000555173.</ref>
  • 51 mg·m−3 (LC50Meer­schweincheninh.)<ref name="ntis">National Technical Information Service. Vol. OTS0534736.</ref>
  • 20 ppm·5 h (LCLoRatteinh.)<ref>Documentation of the Threshold Limit Values and Biological Exposure Indices, 5. Auflage, Cincinnati, American Conference of Governmental Industrial Hygienists, Vol. 6, S. 998, 1991.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

H12MDI, auch H12MDI, ist ein aliphatisches Diisocyanat und bedeutender Rohstoff für hochwertige Polyurethanharze. Der systematische Name ist kaum in Gebrauch. Die Kurzform steht für „12-fach hydriertes MDI“ und weist auf die Herkunft aus dem analogen Aromaten hin.

Eigenschaften und Anwendungen

Die Methylengruppe ist an beide cyclischen Ringe in der Sesselkonformation äquatorial gebunden, die in 4,4’-Stellung gebundenen Isocyanatgruppen sind sowohl axial (Z) als auch äquatorial (E) vorhanden, deshalb besteht H12MDI aus einem Gemisch der drei möglichen Konformationsisomere bezüglich der Isocyanatgruppen. Polyurethane auf Basis H12MDI neigen daher viel weniger zur Kristallisation als analoge Verbindungen aus MDI.

Als cycloaliphatisches Isocyanat ist H12MDI mit geeigneten Reaktionspartnern besonders geeignet für Produkte von hoher Transparenz und Lichtechtheit. Außerdem sind die Materialien extrem hydrolyseresistent. Aus H12MDI lassen sich daher Harze für optische Anwendungen und hochwertige Lacke und Beschichtungen herstellen. Die Isocyanatgruppen sind sterisch und elektronisch voneinander entkoppelt, so dass sie im Gegensatz zu anderen Diisocyanaten annähernd die gleiche Reaktivität im Verlauf einer Kettenverlängerung aufweisen. Da die Reaktion mit Wasser relativ langsam abläuft, eignet sich H12MDI besonders zur Herstellung von Polyurethandispersionen im Schmelzdispergierverfahren, bei dem die Nebenreaktion von Isocyanat mit Wasser besser kontrolliert werden kann.

Herstellung

MDA (Methylendiphenyl-4,4’-diamin) wird vollständig zu Methylendicyclohexyl-4,4’-diamin hydriert und anschließend mit Phosgen in das Diisocyanat überführt.

HMDI-Synthese
HMDI-Synthese

Alternativ wird auch die Harnstoffroute eingesetzt.<ref>Ulrich Meier-Westhues: Polyurethane: Lacke, Kleb- und Dichtstoffe. 2. Auflage. Vincentz Network, Hannover 2007, ISBN 3-86630-896-5, S. 25.</ref> Bekannte Hersteller sind Covestro (Desmodur® W) und Evonik (Vestanat® H12MDI).

Sicherheit

H12MDI kann sensibilisierend wirken und muss mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen gehandhabt werden. Die Giftigkeit bei Inhalation ist sehr hoch.<ref name="BMS" />

Einzelnachweise

<references />