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Atronic

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Die Atronic-Gruppe ist ein deutscher Hersteller von Casinoequipment mit internationaler Marktpräsenz. Der Unternehmenssitz befindet sich in Lübbecke. Die Hauptentwicklungszentren befinden sich in Premstätten bei Graz (Österreich) und Las Vegas (USA).

Geschichte

Atronic wurde 1969 als Motronic in Groß Sankt Florian gegründet.<ref name="Harkness">Eric Harkness: European Contract Electronics Assembly Industry - 1993-97: A Strategic Study of the European CEM Industry. Elsevier Science, Burlington 1993, S. 80; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Motronic Elektronische Geräte GmbH meldete Patente zu Schaltungen für Fernmeldeanlagen,<ref>Patent DE2326096C2: Schaltungsanordnung zur Amtsleitungsbelegung für eine an Fernmeldeanlagen angeschlossene Nummernsendevorrichtung. Angemeldet am 23. Mai 1973, veröffentlicht am 3. Februar 1983, Anmelder: Motronic elektroinische Geräte GmbH, Erfinder: Ewald Mothwurf, Bernd Aigner.</ref> Spielautomaten<ref>Patent DE3129550C2: Elektronische Steuerungseinrichtung für ein Spielautomaten über Zufallszahlen aus einer Gesamtzahl. Angemeldet am 27. Juli 1981, veröffentlicht am 9. Januar 1986, Anmelder: Motronic elektroinische Geräte GmbH, Erfinder: Ewald Mothwurf, Bernd Aigner.</ref> und ein Lawinenverschüttetensuchgerät an.<ref>Patent EP0143104B1: Suchgerät für Lawinenverschüttete. Angemeldet am 21. September 1984, veröffentlicht am 7. September 1988, Anmelder: Motronic elektronische Geräte Ges.m.b.H, Erfinder: Franz Jobstl, Ewald Mothwurf.</ref> In den 1980er-Jahren war Motronic an der Entwicklung des Btx-Terminals MUPID beteiligt, was sich als ökonomischer Fehlschlag erwies.<ref>Arbeitskreis BTX, Othmar: BTX -> draus wird nix:! In: Fridolin. Zeitung für Informatiker und Datentechniker, Nr. 27, Jänner 1987, S. 3–5; Online</ref> Das war 1989 Thema im Steiermärkischen Landtag, da auch das Land Steiermark an der MUPID Computergesellschaft beteiligt war und Motronic mit Bürgschaften gestützt hatte.<ref>Stenographischer Bericht, 28. Sitzung des Steiermärkischen Landtages, XI. Gesetzgebungsperiode – 11. April 1989</ref> Motronic wurde von der Assmann-Unternehmensgruppe übernommen, auf Atronic umgetauft und mit Fördermillionen aufgepäppelt. Atronic sollte offenbar die elektronische Intelligenz für Waffensysteme aus der Produktion des Industriellen Emmerich Assmann (1926–2005) liefern,<ref>Wirtschaftswoche Bd. 48, 1993, S. 19, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> stellte aber nur Anrufbeantworter, Fernwahlapparaturen, Suchgeräte für Lawinenverschüttete und Spielgeräte für Casinos her.<ref name="Harkness"/>

1993 ging das Unternehmen ebenso wie die Assmann-Gruppe in Insolvenz. Die Elektronik-Fertigung wurde von der Seidel Elektronik übernommen,<ref>Profil Bd. 24, Ausg. 18-26, 1993, S. 51; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Atronic ging mit einem 13-köpfigen Entwicklungsteam an die Gauselmann-Gruppe, neuer Firmensitz war Lübbecke. Atronic entwickelte jetzt ausschließlich Spielgeräte für den Casinomarkt. Der Mitarbeiterstamm wuchs von 13 Arbeitnehmern 1993 auf nahezu 820 weltweit im Jahr 2003. Neben der Zentrale in Deutschland hatte Atronic Niederlassungen in Australien, Frankreich, Großbritannien, Monaco, Österreich, Peru, Russland, Südafrika und den USA.<ref>Mirko Sasten, Ludwig Beckmann, Lutz Stührenberg: Best-Practice-Personalbindungsstrategien in der Entertainment-Branche. In: Reiner Bröckermann, Werner Pepels: Personalbindung: Wettbewerbsvorteile durch strategisches Human-resource-Management. E. Schmidt, Berlin 2004, ISBN 978-3-503-06388-8, S. 367–384; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> 2003 übernahm Atronic das französische Unternehmen MIS (Monaco Information Systems) und die in der Smartcard-Entwicklung tätige Grazer Firma GRIPS.<ref>ATRONIC übernimmt französische MIS-Gruppe, isa-guide.de, 19. März 2003</ref>

2004 stieg das amerikanische Unternehmen GTECH mit 50 Prozent bei Atronic ein.<ref>US-Firma kauft 50 Prozent von steirischer Atronic-Glücksspiele, Der Standard, 16. Dezember 2004</ref> Im Jahr 2008 wurde der vollständige Verkauf von Atronic an GTECH abgeschlossen. Die Niederlassung in Groß St. Florian wurde geschlossen, ein Teil der 50 Mitarbeiter konnte zum Werk in Unterpremstätten wechseln, wo rund 300 Beschäftigte arbeiten. Das Gesamtunternehmen beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 800 Mitarbeiter.<ref>Atronic schließt Produktion in Groß St. Florian, ORF.at, 11. April 2012</ref> GTECH hatte 2004 auch das kanadische Unternehmen Spielo erworben und war 2006 selbst von der italienischen Lottomatica übernommen worden. 2009 wurden Atronic und Spielo direkte Tochterunternehmen von Lottomatica und 2011 gemeinsam in Spielo International umfirmiert.<ref>Simon Liddle: Leading the way forward, InterGame, 8. Februar 2012</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 19′ 44,1″ N, 8° 37′ 13,8″ O

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