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Beuren (Salem)

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Beuren
Gemeinde Salem
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1716)&title=Beuren 47° 48′ N, 9° 19′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1716) 47° 48′ 10″ N, 9° 19′ 20″ O
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Höhe: 536 (–630) m ü. NHN
Fläche: 8,88 km²
Einwohner: 1716 (31. Dez. 2024)<ref name="Kommunaldaten">Einwohnerzahl und Fläche Gemeinde Salem. Abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 88682
Vorwahl: 07554
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Beuren ist ein Ortsteil der Gemeinde Salem im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.

Geografie

Lage

Beuren liegt in der Bodenseeregion, am nördlichen Rand des Salemer Tales: gegen Norden der steile Anstieg zu der Heiligenberger Hochfläche, nach Südwesten der leichte Abfall ins Tal der Salemer Aach und darüber am Hang mit Fernblick auf Bodensee und Alpen großes Neubaugebiet Trillenbühl. Der Hangenbach fließt verdolt durch den Ort. Vom Salemer Zentrum ist der Ort rund drei Kilometer entfernt.

Gliederung

Zur Gemarkung Beuren gehören die Dörfer Beuren und Altenbeuren der Weiler Bächen, die Häuser Aspen, Binzwangen, Faßler, Holdern, Im Tiefenweg, Kaltenbrunnen, Mausloch und Trillenbühl und der Hof Ölmühle.<ref name="Amtliche Beschreibung">Salem a) Beuren in: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4, S. 591.</ref>

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Die Anfänge der Besiedlung von Beuren durch die Alemannen werden im 6./7. Jahrhundert vermutet, der frühen Siedlungszeit unter fränkischer Herrschaft.

Mittelalter und frühe Neuzeit

Von den drei Ortsteilen wird Altenbeuren zuerst schriftlich erwähnt. Das war im Jahr 783. Beuren folgt dann 1163 und Bächen 1191. Die Grundherrschaft, zunächst überwiegend bei der Grafschaft Heiligenberg, kam im 14. Jahrhundert großenteils an Kloster Salem, ebenso 1330 der Petershausener Erblehenhof. Aber auch das Haus Fürstenberg sowie die Herrschaft Langenstein hatten weiterhin Grundbesitz.

Die Hochgerichtsbarkeit über Beuren lag ursprünglich bei der Grafschaft Linzgau der späteren Grafschaft Heiligenberg. Ab 1083 war diese im Besitz der Grafen von Heiligenberg und ihrer Nachfolger den Werdenbergern und Fürstenbergern.

Die Niedergerichtsbarkeit bzw. Vogteirechte übten vermutlich zunächst die ansässigen Ministerialen aus, bevor sie an die Grafschaft Heiligenberg überging. So werden genannt: 1313 die von Beuren, 1385 von Ramsberg, 1392 von Hohenfels/Ittendorf. Daneben sind zwei ortsadlige Familien ab 1189 dokumentiert. Die ältere waren Heiligenberger Ministerialen, die jüngere ist im 14. Jahrhundert im Überlinger Patriziat aufgegangen.<ref>Beuren - Altgemeinde~Teilort, auf leo-bw.de</ref>

Die Grafschaft verlegte 1431 den Sitz des Landgerichtes von Schapbuch nach Beuren. Das Gasthaus „Adler“ diente als Landgerichtsstube. Dies ist belegt seit 1446.<ref>Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Tüfingen, 2009.</ref>

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde im Rahmen der Belagerung der Freien Reichsstadt Überlingen von 1634 bis 1636 der Ort durch schwedischen Truppen gebrandschatzt und fast vollständig vernichtet. Einzig die Kommandantur der Besatzung unter General Horn, heute als Schwedenhaus bekannt, wurde verschont.

Moderne

Auch nach der Mediatisierung der fürstenbergischen Besitzungen 1806 durch das Großherzogtum Baden blieb das Amt Heiligenberg, zu dem Beuren gehörte, bestehen. Das standesherrliches fürstenbergisches Amt existierte zunächst bis 1813, wurde dann aufgelöst aber 1823 wieder eingerichtet, bis es1849 endgültig endete. Von 1813 bis 1823 gehörte Beuren zum Bezirksamt Überlingen ab 1849 zum Bezirksamt Salem im Seekreis ab 1857 zum Bezirksamt Überlingen. Bis 1975 war Beuren selbständige Gemeinde, bis 1972 im Landkreis Überlingen ab 1973 im Bodenseekreis.<ref></ref> Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg schloss sich Beuren 1975 der Gemeinde Salem an.<ref> Statistisches Landesamt BW: Gemeindeliste III - Herkunft und Verbleib der Gemeinden nach Abschluss der Kreis- und Gemeindereform, Stuttgart 1999 </ref>

Separate Gemarkungen und Verwaltungen wurden zuerst in Bächen 1915 und 1925 in Altenbeuren aufgehoben.

Gesellschaft

Bevölkerung

Datei:Bevölkerungsentwicklung Beuren 1834 - 2024.png
Bevölkerungsentwicklung Beuren 1834–2024

Die Zahl der Einwohner in Beuren schwankt im 19. Jahrhundert um die 600 Personen herum. Bis 1960 ändert sich das kaum. Ab 1970 bis ins Jahr 2000 ist ein steiler Anstieg der Bevölkerung zu verzeichnen, die Zahl der Einwohner steigt auf beinahe das Dreifache an. Danach stagniert die Zahl wieder.<ref>Beuren auf Landeskunde entdecken online – leoBW </ref>

Religion

Die Bevölkerung war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu 99 % katholisch. Dies ändert sich auch nach 1918 nur geringfügig, steigt dann nach 1945 auf rund 10 % evangelische Christen an.<ref>Religionszugehörigkeit: Beuren, auf media.leo-bw.de, abge</ref>

Datei:Beuren-PK1910 Kirche P1915.tif
Postkarte Beuren um 1915 mit Pfarrkirche und Pfarrhaus

Beuren hat seit 1838 eine eigene katholische Pfarrei. Sie gehörte zum Dekanat Linzgau in der Diözese Freiburg. Ab 2026 ist sie Filiale der Pfarrei St. Nikolaus Markdorf. Vor 1838 gehörte Beuren mit Altenbeuren und Bächen zur Pfarrei Weildorf.

Im Weiler Bächen war von 1406 bis 1803 ein Frauenkloster des Ordens der schwarzen Franziskaner.

Politik

Der Gemeinderat von Salem wurde von 1972 bis 2004 in einer unechten Teilortswahl gewählt. Das System garantierte jedem Ortsteil eine bestimmte Anzahl von Sitze. In der Gemeinde Salem gibt es für jeden Ortsteil einen Ortsreferenden. Der letzte Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Beuren war Ernst Meschenmoser.

Wappen

Blasonierung: „In Silber auf einem roten Sparren in Form einer eingeschweiften Spitze ein grünes Lindenblatt“.

Das Stammwappen mit Sparren und Lindenblatt verwendete ein in Überlingen zwischen 1390 und 1484 nachgewiesenes Geschlecht von Beuren. Dies führte zu der begründeten Annahme, dass das gewählte Wappen mit den Herren von Beuren in der Nähe von Heiligenberg und Salem entspricht. Die gewählten Symbole „Sparren“ und „Lindenblatt“ stehen für Kraft, Stärke, Ausdauer, Standhaftigkeit und Dynamik.<ref>Hugo Gommeringer: Beuren S. 48–50, in: Salemer Wappen. 2000</ref>

Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

In Beuren wurde 1953 die zentrale Wasserversorgung und 1975 die Kanalisation fertiggestellt. 1957 wurde der Sportplatz angelegt und 1972 in die Erweiterung und Neuanlage des Friedhofs mit Einsegnungshalle und Kriegerdenkmal investiert. Das 1964 neu gebaute Schulhaus mit Kindergarten wurde 1975 in ein Dorfgemeinschaftshaus umgewandelt. 1997 wurde wieder eine Grundschule in Beuren in neuen Räumen eingerichtet.

Verkehr

Durch Beuren verläuft die Kreisstraße K7758 von Weildorf nach Heiligenberg. Von dieser zweigt die K7757 nach Altenbeuren und Bächen nach Osten und die Leustettener Straße nach Westen ab.

Beuren befindet sich im Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (bodo) und ist mit einer Buslinie 7397 mit Überlingen, Heiligenberg, Meersburg, Frickingen und Salem verbunden.

Wirtschaft

Datei:Beuren-PK1935 Adler-Bäckerei P193.tif
Postkarte Beuren um 1935 mit Gasthaus, Schwedenhaus und Bäckerei

Die leichte Hanglage von Beuren gegen Süden begünstigt den Obstbau. Er prägt das Landschaftsbild, während die Landwirtschaft im Ort kaum zu Tage tritt. Das Neubaugebiet Trillenbühl symbolisiert die Wandlung zu einem Wohnort von hoher Lebensqualität. Dazu tragen zum einen die klimatischen Bedingen bei zum anderen die Lage mit Blick zum Bodensee und Alpen. Im Süden des Ortes hat sich ein kleines Gewerbegebiet entwickelt.

Einzelhandel gab es in den 1930er Jahren mit der Bäckerei und Handlung Strobel, um 1940 dann durch die Handlung A. Wielatt. Das Gasthaus „Adler“ lässt sich schon im 16. Jahrhundert als „Taberne“ (Schenke, Kneipe) belegen. Heute steht es für den florierenden Fremdenverkehr.

Kultur

Sehenswürdigkeiten

Unter Denkmalschutz stehen in Beuren insgesamt 16 Objekte.

  • Katholische Pfarrkirche St. Ulrich, spätgotischer, ursprünglich gerade schließender Saalbau, 1884 erweitert
  • Pfarrhaus, zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau, über dem Haupteingang Wappentafel der Fürstenberger, 18. Jh.
Datei:Beuren-PK1930 Schwedenhaus P1935.tif
Postkarte Beuren um 1935 Schwedenhaus
  • Schwedenhaus, gestelztes Einhaus in sog. alemannischem Fachwerk, an der Giebelfront breite Fenstererker und Bohlenwände, 16. Jh. Das Gebäude wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats Juli 2011“ ernannt.<ref>Denkmalstiftung Baden-Württemberg: Förderbericht 2012 (PDF; 1,1 MB), S. 14</ref>
  • Gasthaus Adler, zweigeschossiger Bau, teils massiv teils in Fachwerk, Fachwerk mit gebogenen Andreaskreuzen, im Kern 17. Jh.

Daneben zwei Bauernhäuser, ein Backhaus, eine Scheuer, eine Wegkapelle und mehrere religiöse kleinere Objekte.<ref>Regierungspräsidium Tübingen Referat 26: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Salem-Tüfingen (Bodenseekreis) 2012.</ref>

Bildung

Eine eigene Schule in Beuren ist für 1822 belegt, als das erste Schulhaus errichtet wurde. Ein zweites wurde nach Erwerb der Zehntscheuer der Herrschaft Langenstein 1837 eingerichtet. Die Schulgemeinde Beuren scheint von Anfang an alle Gemeindeteile umfasst zu haben. Das 1964 erbaute Schulhaus wurde nach dem Anschluss an die Gemeinde Salem und dem Wegzug der Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. 1997 eine einzügige Grundschule neu errichtet und ein neues Schulgebäude erstellt. Ein Kindergarten besteht ebenfalls.<ref>Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Beuren 2009</ref>

Vereine und Veranstaltungen

Der FC Beuren-Weildorf e. V. wurde 1957 als Fußballverein gegründet und 1988 ins Vereinsregister eingetragen. Bis zur Saison 2019/20 nahmen zwei Herrenteams und mehrere Jugendmannschaften, in wechselnden Spielgemeinschaften, am Spielbetrieb des Südbadischen Fußballverbandes teil. Im Jahr 2020 fusionierte der Verein mit dem FC Rot-Weiß Salem.<ref>Peter Schober: Künftig kicken sie gemeinsam: FC Rot-Weiß Salem und FC Beuren-Weildorf fusionieren. In: Südkurier-Überlingen. 23. April 2019, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref>

Die Narrenzunft Tryllenbühler Beuren besteht seit 1972. Sie ist Mitglied im Alemannischen Narrenring und organisiert das jährliche Narrentreiben im Dorf. Ein Höhepunkt ist der alle zwei Jahre stattfindende Schwedenmarkt. Auch der Teilort Altenbeuren hat seit 1957 mit dem Narrenverein Schlüsselbieter eine organisierte Fasnacht.

Der Musikverein Beuren wurde 1927 gegründet. Sowohl weltliche als auch kirchliche Anlässe begleitet er musikalisch.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Kuratorium Heimat und Arbeit: Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau, Beuren in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee. 1972. ISBN 3-8062-0102-1 S. 308 f.
  • Hugo Gommeringer: Beuren, in: Salemer Wappen. 2000. ISBN 3-929551-09-8 S. 48 ff.
  • Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Beuren 2009
  • Regierungspräsidium Tübingen Referat 26 Denkmalpflege: Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg – Bodenseekreis – Salem-Beuren
  • Hugo Gommeringer: Kirchen und Kapellen in der Seelsorgeeinheit Salem, 2004, ISBN 3-7954-6483-8
  • Lucia Reck: Kloster Bächen im Linzgau, Landkreis Überlingen. Weingarten 1966

Weblinks

Commons: Beuren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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