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Ardisia

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Ardisia
Datei:Ardisia crenata7.jpg

Ardisia crenata

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Unterfamilie: Myrsinengewächse (Myrsinoideae)
Gattung: Ardisia
Wissenschaftlicher Name
Ardisia
Sw.

Die Ardisia, auch Spitzblumen genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Unterfamilie der Myrsinengewächse (Myrsinoideae) innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Die mehr als 400 Arten sind hauptsächlich in der Neotropis und den tropischen Gebieten Asiens verbreitet. Einige Arten werden als Zierpflanzen verwendet, weitere Nutzungen durch den Menschen gibt es kaum.

Beschreibung

Datei:Ardisia pyramidalis Blanco1.166.png
Illustration von Ardisia pyramidalis

Erscheinungsbild und Blätter

Ardisia-Arten sind meist verholzende Pflanzen: Halbsträucher, Sträucher oder Bäume; selten sind es ausdauernde krautige Pflanzen.<ref name="FoC" /> Die Pflanzenteile sind behaart oder unbehaart.

Die meist wechselständig oder seltener (beispielsweise Ardisia japonica) pseudowirtelig an den Zweigen angeordneten Laubblätter<ref name="FoC" /> können monomorph oder dimorph sein, es gibt also Arten, die zwei unterschiedliche Blattformen besitzen. Es ist meist ein Blattstiel vorhanden. Die Blattspreiten sind lanzettlich, elliptisch bis verkehrt-eiförmig. Die Blattränder sind glatt, gebuchtet oder gezähnt. Die Blattoberfläche kann glatt, mit Schuppen bedeckt oder unterschiedlich behaart sein und ist meist drüsig punktiert<ref name="FoC" />. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Blütenstände und Blüten

Die end- bis seitenständigen Blütenstände sind sehr unterschiedlich aufgebaut von traubig, doldig, schirmrispig, zymös bis knäuelförmig rispig. Meist sind Blütenstiele vorhanden.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünfzählig, können aber auch vier- oder sechszählig sein mit doppelter Blütenhülle (Perianth).<ref name="FoC" /> Die Knospendeckung ist meist rechtswendig und nur selten linkswendig ziegelartig überlappend oder gedreht, oftmals auch dachig. Die vier bis sechs grünen Kelchblätter sind kurz glocken- oder becherförmig verwachsen bis nahezu frei stehend; sie sind oft drüsig punktiert.<ref name="FoC" /> Die vier bis sechs Kronblätter sind an der Basis oder gelegentlich auch bis zur Hälfte miteinander becher- bis glockenförmig verwachsen. Die Kronlappen überlappen sich meist nach rechts<ref name="FoC" /> und sind zurückgebogen oder abstehend, nur selten aufrecht; sie sind oft drüsig punktiert<ref name="FoC" />. Die Farben der Kronblätter reichen von weiß über rosafarben bis lila. Es ist nur ein Kreis mit meist fünf, selten vier oder sechs, Staubblättern vorhanden. Die kurzen Staubfäden sind an ihrer breiten Basis verwachsen und setzen an der Basis oder kurz oberhalb der Basis der Kronröhre an.<ref name="FoC" /> Die Staubbeutel sind rückseitig fixiert, meist verlängert oder nahezu pfeilförmig. Sie öffnen sich meist durch Längsschlitze oder seltener durch an der Spitze oder nahe dem oberen Ende stehende Poren.<ref name="FoC" /> Der Fruchtknoten ist eiförmig bis nahezu kugelförmig und ist mindestens so lang wie die Kronblätter.<ref name="FoC" /> Der Fruchtknoten enthält wenige bis viele Samenanlagen,<ref name="FoC" /> Der Fruchtknoten ist eiförmig bis nahezu kugelförmig und ist mindestens so lang wie die Kronblätter.<ref name="FoC" /> die meist in mehreren Reihen stehen. Der Griffel ist lang und schlank und steht oft über die Krone hinaus. Die winzige Narbe ist fein und endet punktförmig.

Früchte und Samen

Die bei einem Durchmesser von 4 bis 8 Millimetern mehr oder weniger kugelförmigen, einsamigen Steinfrüchte besitzen ein fleischiges Exokarp sowie ein krustiges oder knöcheriges Endokarp und tragen an der Spitze den beständigen Griffel; die Fruchtschale ist drüsig punktiert.<ref name="FoC" /> Der Fruchtknoten ist eiförmig bis nahezu kugelförmig und ist mindestens so lang wie die Kronblätter.<ref name="FoC" /> Die bei Reife weißen bis schwarzen Samen sind kugelförmig und sind von häutigen Bildungen der Plazenta eingehüllt.<ref name="FoC" /> Der Fruchtknoten ist eiförmig bis nahezu kugelförmig und ist mindestens so lang wie die Kronblätter.<ref name="FoC" />

Chromosomensätze

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 6.<ref name="FoNA" />

Datei:Ardisia cornudentata 玉山紫金牛 3 (天問).jpg
Zweig mit gesägten Blättern von unten und Früchten von Ardisia cornudentata
Datei:Ardisia costaricensis, the Palo de Clavo (9512504447).jpg
Ardisia costaricensis
Datei:Starr 070321-6141 Ardisia elliptica.jpg
Zweig mit Laubblättern und Früchten von Ardisia elliptica
Datei:Marlberry-flowers (5617306002).gif
Zweig mit Laubblättern und Blütenstand von Ardisia escallonioides
Datei:Ardisia forbesii 04728.jpg
Ardisia forbesii
Datei:Ardisia japonica 01.jpg
Zweig mit gezähnten Laubblättern und Früchten von Ardisia japonica
Datei:Ardisia pleurobotrya 2.jpg
Blütenstand von Ardisia pleurobotrya
Datei:Ardisia polycephala1.jpg
Blütenstand von Ardisia polycephala
Datei:Ardisia quinquegona Hong Kong.jpg
Ardisia quinquegona
Datei:Ardisia sieboldii 2zz.jpg
Ardisia sieboldii
Datei:Ardisia solanacea HabitusFlowersFruits BotGardBln0906.jpg
Habitus, Blätter, Blütenstände und unreife Früchte von Ardisia solanacea
Datei:Ardisia squamulosa.JPG
Ardisia squamulosa
Datei:Ardisia wallichii 002.JPG
Blüten von Ardisia wallichii

Systematik

Der Gattungsname Ardisia wurde 1788 von Olof Swartz in Nova Genera et Species Plantarum seu Prodromus, 3, S. 48<ref name="Swartz1788" /> erstveröffentlicht. Typusart ist Ardisia tinifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Sw. 1791 hat Joseph Gärtner Ardisia in De Fructibus et Seminibus Plantarum, 2, 78, Tafel 94, fig. 2 mit der Typusart Ardisia acerosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Gaertn. nom. illeg. ebenfalls veröffentlicht; Ardisia <templatestyles src="Person/styles.css" />Gaertn. ist ein Synonym von Cyathodes <templatestyles src="Person/styles.css" />Labill. und Leptecophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />C.M.Weiller.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Ardisia <templatestyles src="Person/styles.css" />Sw. sind: Amatlania <templatestyles src="Person/styles.css" />Lundell, Auriculardisia <templatestyles src="Person/styles.css" />Lundell, Bladhia <templatestyles src="Person/styles.css" />Thunb., Graphardisia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mez) Lundell, Icacorea <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubl., Oerstedianthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Lundell, Parardisia <templatestyles src="Person/styles.css" />M.P.Nayar & G.S.Giri, Pimelandra <templatestyles src="Person/styles.css" />A.DC., Synardisia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mez) Lundell, Valerioanthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Lundell;<ref name="GRIN" /> einige davon besitzen heute den Rang von Untergattungen.

Das weite Verbreitungsgebiet der Gattung Ardisia liegt hauptsächlich in den tropischen Gebieten des östlichen und südöstlichen Asiens, Australiens, auf Pazifischen Inseln und in der Neotropis. In China gibt es 65 Arten<ref name="FoC" />. Die in Nordamerika vorkommenden nur vier Arten sind Neophyten<ref name="FoNA" />.

Die Gattung Ardisia enthält 400 bis 500 Arten:<ref name="GRIN" /><ref name="APNI" /><ref name="FoC" /><ref name="FoNA" />

Nicht mehr zur Gattung gehören (Auswahl)<ref name="POWO" />:

  • Ardisia acerosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Gaertn.Leptecophylla juniperina <templatestyles src="Person/styles.css" />(J.R.Forst. & G.Forst.) C.M.Weiller (Syn.: Cyathodes acerosa <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br. ex Roem. & Schult., Lissanthe acerosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Spreng.)<ref name="POWO" />
  • Ardisia laevis <templatestyles src="Person/styles.css" />Oerst.Stylogyne turbacensis subsp. laevis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Oerst.) Ricketson & Pipoly<ref name="POWO" />
  • Ardisia longistaminea <templatestyles src="Person/styles.css" />A.C.Sm.Geissanthus longistamineus <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.C.Sm.) Pipoly<ref name="POWO" />
  • Ardisia ramiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Oerst.Stylogyne turbacensis subsp. laevis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Oerst.) Ricketson & Pipoly<ref name="POWO" />
  • Ardisia tsjeriam-cottam <templatestyles src="Person/styles.css" />Roem. & Schult.Embelia tsjeriam-cottam <templatestyles src="Person/styles.css" />(Roem. & Schult.) A.DC.<ref name="POWO" />

Nutzung

Einige Arten werden als Zierpflanzen verwendet, beispielsweise in kühlen Räumen.

Die mehligen Früchte von Ardisia sieboldii werden gegart gegessen, wenn es sonst nichts mehr anderes gibt. Die rohen Blätter von Ardisia crispa werden als Salat gegessen. Die medizinischen Wirkungen einiger Arten wurden untersucht.<ref name="PFAF" />

Die Droge aus getrockneten Pflanzenteilen von Ardisia japonica wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin als hustenstillendes Mittel verwendet.<ref name="Xue2007" />

Quellen

  • Jie Chen, John J. Pipoly III: Myrsinaceae.: Ardisia, S. 10 - textgleich online wie gedrucktes Werk, Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 15 – Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • John J. Pipoly III, Jon M. Ricketson: Ardisia, S. 318: - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 8: Paeoniaceae to Ericaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2009, ISBN 978-0-19-534026-6 .(Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • B. R. Jackes: Taxonomic revision of Australian Myrsinaceae: Ardisia Sw. and Tetrardisia Mez. In: Austrobaileya, Volume 8, Issue 1, 2009, S. 19–21.
  • Henri Alain Liogier: Descriptive Flora of Puerto Rico and Adjancent Islands, Spermatophyta, Band IV: Melastomataceae to Lentibulariaceae. Universidad de Puerto Rico, 1995, ISBN 0-8477-2337-2.

Einzelnachweise

<references> <ref name="APNI"> Australian Plant Name Index = APNI.</ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Swartz1788"> Olof Swartz: Nova Genera et Species Plantarum seu Prodromus, 3, 1788, S. 48 eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Tropicos"> Ardisia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="FoC"> Jie Chen, John J. Pipoly III: Myrsinaceae.: Ardisia, S. 10 - textgleich online wie gedrucktes Werk, Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 15 - Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1. </ref> <ref name="FoNA"> John J. Pipoly III, Jon M. Ricketson: Ardisia, S. 318: - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 8: Paeoniaceae to Ericaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2009, ISBN 978-0-19-534026-6.</ref> <ref name="PFAF"> Einträge zu Ardisia bei Plants For A Future</ref> <ref name="Xue2007"> Zhongyao Xue, Xuemin Gao, Beijing, Zhongguo Zhongyiyao Chubanshe, 2007.1, ISBN 978-7-80156-318-7</ref> <ref name="PeruChecklist"> Ardisia bei Tropicos.org. In: Peru Checklist. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="BoliviaChecklist"> Ardisia bei Tropicos.org. In: Bolivia Checklist. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="CoVPoEcuador"> Ardisia bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Ecuador. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Ardisia bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Ardisia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien