Zum Inhalt springen

Vandellis Steinbrech

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. Oktober 2025 um 07:04 Uhr durch imported>Aka (Beschreibung: Tippfehler entfernt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Vandellis Steinbrech
Datei:Saxifraga vandellii 2.JPG

Vandellis Steinbrech (Saxifraga vandellii)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Steinbrech (Saxifraga)
Art: Vandellis Steinbrech
Wissenschaftlicher Name
Saxifraga vandellii
Sternb.

Vandellis Steinbrech (Saxifraga vandellii) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Steinbrech (Saxifraga) in der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Die Art hat ihren Namen von ihrem Entdecker, dem italienischen Naturforscher Domenico Vandelli (1735–1816), der sie in Canzo in der Nähe des Comer Sees fand. Die Benennung der Pflanze erfolgte durch Kaspar Maria von Sternberg (1761–1838), einem bedeutenden böhmischen Botaniker, Theologen, Politiker und Mineralogen. Er gilt als der Begründer der Paläobotanik, hat aber darüber hinaus auch ein grundlegendes Werk über die Steinbrech-Arten verfasst.

Beschreibung

Datei:Saxifraga vandellii Atlas Alpenflora.jpg
Vandellis Steinbrech (Saxifraga vandellii), Illustration
Datei:Saxifraga vandellii 3.JPG
Vandellis Steinbrech fruchtend

Vegetative Merkmale

Vandellis Steinbrech ist eine ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen bis 10 Zentimeter erreicht. Sie wächst in dichten und festen Polstern. Ihre Triebe, die säulenförmig sind und dachziegelartig beblättert, wachsen nach der Blüte jahrelang weiter. Die Grundblätter sind grün, gerade und lanzettlich bis eiförmig, 6 bis 10 Millimeter lang und 1 bis 2,3 Millimeter breit.<ref name="HegiHuber1961" /> Sie sind dreikantig, in eine lange, stechende Stachelspitze verschmälert, gegen den Grund hin wimperzähnig und weisen auf der Oberseite 5 bis 7 kalkausscheidende Grübchen auf.

Generative Merkmale

Der Blütenstängel ist aufrecht, drüsig behaart und locker beblättert. Er trägt 5 bis 10 Stängelblätter, die drüsig behaart und nur vorn kahl sind.<ref name="HegiHuber1961" /> In jedem der doldenartigen Blütenstände befinden sich 3 bis 7 Blüten. Die 5 Kelchzipfel sind eiförmig lanzettlich, lang bespitzt und 2,5 bis 3 Millimeter lang.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Kronblätter sind 7 bis 10 Millimeter lang, bis 4 Millimeter breit, verkehrt eiförmig, weiß und haben rötliche Nerven. Sie sind dreimal so lang wie die Kelchblätter. Die Staubblätter sind etwas länger als die Kelchblätter.<ref name="HegiHuber1961" /> Der Fruchtknoten ist fast ganz unterständig.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Fruchtkapsel ist kugelig eiförmig und 4 bis 5 Millimeter lang.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Samen sind länglich spindelförmig, 0,6 bis 0,7 Millimeter lang, schwarzbraun und fein langstachelig.<ref name="HegiHuber1961" /> Blütezeit ist von Mai bis Juni.<ref name="HegiHuber1961" />

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 26<ref>Jaakko Jalas, Juha Suominen, Raino Lampinen, Arto Kurtto: Atlas florae europaeae. Band 12 (Resedaceae to Platanaceae). Seite 150, Helsinki 1999. ISBN 951-9108-12-2</ref>.

Vorkommen

Vandellis Steinbrech kommt vom Comer See bis in die Judikarischen Alpen und die Ortler-Gruppe montan bis subalpin in den Ritzen sonniger Kalkfelsen in Höhenlagen von 1000 bis 2600 Meter vor. Die Art ist selten. Sie kommt in Gesellschaften des Verbands Potentillion caulescentis vor.<ref name="HegiHuber1961" />

Literatur

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen (Steinbachs Naturführer). Mosaik Verlag GmbH, München 1996, ISBN 3-576-10558-1.

Einzelnachweise

<references> <ref name="HegiHuber1961"> Gustav Hegi, Herbert Huber: Familie Saxifragaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 2, Seite 175–176. Verlag Carl Hanser, München 1961. </ref> </references>

Weblinks