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Rasen-Steinbrech

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Rasen-Steinbrech
Datei:Saxifraga rosacea 01.jpg

Rasen-Steinbrech (Saxifraga rosacea)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Steinbrech (Saxifraga)
Art: Rasen-Steinbrech
Wissenschaftlicher Name
Saxifraga rosacea
Moench

Der Rasen-Steinbrech (Saxifraga rosacea), auch Rosen-Steinbrech<ref name="InfoFlora" /> oder Rosenblütiger Steinbrech<ref name="HegiHuber1961" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Steinbrech (Saxifraga) innerhalb der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae).

Beschreibung

Datei:Rasen-Steinbrech (Saxifraga rosacea) 5725.JPG
Blüten

Vegetative Merkmale

Der Rasen-Steinbrech ist eine in dichten oder lockeren, polsterförmigen Rasen wachsende ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern erreicht. Der Spross ist rosettig beblättert, die Stängel sind aufrecht oder aufsteigend, mit nichtblühenden Seitentrieben. Die Laubblätter der sterilen Triebe sind deutlich gestielt und tief handförmig in drei bis fünf Zipfel geteilt. Die Enden sind stumpf bis spitz und können auch (bei Saxifraga rosacea subsp. sternbergii) grannenspitzig sein. Die Blattspreite ist 7–15 Millimeter lang und 6–20 Millimeter breit. Die wenigen Stängelblätter sind keilförmig und meist dreispaltig.<ref name="HegiHuber1961" />

Datei:Saxifraga decipiens White V08 H3990.jpg
Habitus und Blüten

Generative Merkmale

Die Blütezeit des Rasen-Steinbrech liegt zwischen Mai und Juli. Der Blütenstand ist eine Rispe.<ref name="HegiHuber1961" /> Je zwei bis neun Blütenknospen stehen aufrecht an den Blütenstängeln. Die Kelchzipfel sind länglich eiförmig und 2 bis 4 Millimeter lang.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Kronblätter sind weiß und drei- bis viermal so lang wie die Kelchzipfel.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Staubblätter sind halb so lang wie die Kronblätter.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Fruchtkapsel ist eiförmig bis fast kugelig.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Samen sind länglich, 0,6 bis 0,7 Millimeter lang, braun und fein papillös oder grob warzig.<ref name="HegiHuber1961" />

Der Rasen-Steinbrech hat die Chromosomenzahl 2n = 52, doch wurden auch schon andere Zahlen festgestellt (32, 48, 50, 56, 64 oder 66).

Vorkommen

Datei:Saxifraga rosacea 280208a.jpg
Blattrosetten des Rasen-Steinbrechs (Saxifraga rosacea subsp. rosacea)
Datei:Saxifraga rosacea subsp. sponhemica plant (02).jpg
Astmoos-Steinbrech (Saxifraga rosacea subsp. sternbergii)

Der Rasen-Steinbrech kommt in West- und Mitteleuropa, auf Island, auf den Färöer-Inseln sowie in Grönland vor. Sie wächst in Felsspalten und Steinschutt, seltener auch an Mauern. Sie bevorzugt frischen bis mäßig trockenen, basenreichen Steinboden.

Der Rasen-Steinbrech ist in Deutschland durch die BArtSchV besonders geschützt.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Im Vereinigten Königreich galt die Art längere Zeit als ausgestorben. Das letzte Vorkommen wurde 1962 im Eryri-Nationalpark dokumentiert. Basierend auf einem Ableger, der damals gewonnen und in botanischen Einrichtungen kultiviert wurde, begann ab dem Mai 2024 eine erneute „Auswilderung“ der Pflanzen. Die hierfür gewählten Orte wurden der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben, um keine Sammler anzulocken.<ref>Georgina Rannard: Extinct ‘mountain jewel’ plant returned to wild - in secret location. In: BBC News. 25. Mai 2024, abgerufen am 25. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Saxifraga rosacea erfolgte 1794 durch Conrad Moench in Methodus Plantas Horti Botanici et Agri Marburgensis, S. 106. Vorlage:Hinweisbaustein Das Das Artepitheton rosacea für rosenartig bezieht sich wahrscheinlich auf die Blattrosetten (Rosetten!) an der Spitze der Seitensprosse, die eine Ähnlichkeit mit der Blüte einer Rose haben.

Je nach Autor gibt es von der Art Saxifraga rosacea <templatestyles src="Person/styles.css" />Moench (Syn.: Saxifraga decipiens <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrh.), beispielsweise siehe Jalas et al. 1999 in Europa vier<ref name="Jalas1999" /> Unterarten:

  • Saxifraga rosacea subsp. hartii <templatestyles src="Person/styles.css" />(D.A.Webb) D.A.Webb; sie kommt nur auf Árainn Mhór im nordwestlichen Irland vor und hat die Chromosomenzahl 2n = 50.
  • Saxifraga rosacea <templatestyles src="Person/styles.css" />Moench subsp. rosacea; sie kommt in Europa nur in Nordwesteuropa, in Ostfrankreich und in Deutschland vor und hat die Chromosomenzahl 2n = 48, 52 oder 56. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
  • Steinmann-Steinbrech (Saxifraga rosacea subsp. steinmannii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tausch) Holub, Syn.: Saxifraga steinmannii <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch): Er kommt nur im mittleren Elbetal in Tschechien vor und hat die Chromosomenzahl 2n = 52, ca. 56 oder 66.
  • Rheinischer Steinbrech (Saxifraga rosacea subsp. sternbergii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Kerguélen & Lambinon, Syn.: Saxifraga cespitosa subsp. sponhemica <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.C. Gmelin) Bonnier & Layens, Saxifraga sponhemica <templatestyles src="Person/styles.css" />C.C.Gmel.) Er kommt nur in Belgien, in Ostfrankreich, Westdeutschland, Tschechien und Polen vor und hat die Chromosomenzahl 2n = 52. Der Name der Unterart ehrt den Erforscher der Steinbrech-Arten Kaspar Maria von Sternberg. Die Bezeichnung sponhemica bezieht sich auf den Ort Burgsponheim in Rheinland-Pfalz, wo diese Unterart vorkommt. Sie kommt vor auf basenreichem, kalkarmem Felsgestein, etwa auf Melaphyr und ist eine Charakterart des Saxifragetum sponhemicae aus dem Verband Androsacion vandellii.<ref name="Oberdorfer2001" />

Literatur

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder, 93. Auflage, Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co., Wiebelsheim 2003, ISBN 3-494-01413-2.
  • Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch und Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Weissdorn-Verlag, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.
  • Klaus Kaplan in Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage Band IV, Teil 2 A, Seite 204–206. Blackwell-Wissenschaftsverlag Berlin 1995. ISBN 3-8263-3016-1

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Saxifraga rosacea Moench subsp. rosacea In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 491. </ref> <ref name="HegiHuber1961"> Gustav Hegi, Herbert Huber: Familie Saxifragaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 2, S. 197–198. Verlag Carl Hanser, München 1961. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Michael Koltzenburg: Saxifraga. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 358. </ref> <ref name="Jalas1999"> Jaakko Jalas, Juha Suominen, Raino Lampinen, Arto Kurtto: Atlas florae europaeae. Band 12: Resedaceae to PlatanaceaeHelsinki. 1999, ISBN 951-9108-12-2, S. 186–187. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Rasen-Steinbrech (Saxifraga rosacea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien