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Falsche Alraunenwurzel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Falsche Alraunenwurzel
Datei:Tellima grandiflora1.jpg

Falsche Alraunenwurzel (Tellima grandiflora)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Tellima
Art: Falsche Alraunenwurzel
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Tellima
R.Br.
Wissenschaftlicher Name der Art
Tellima grandiflora
(Pursh) Douglas ex Lindl.

Die Falsche Alraunenwurzel (Tellima grandiflora), auch Fransenbecher genannt, ist die einzige Art der Pflanzengattung Tellima innerhalb der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae).

Beschreibung

Datei:Tellimagrandiflora2-27.jpg
Laubblätter
Datei:Tellima grandiflora 10056.JPG
Detail des Blütenstandes mit drei Blüten

Vegetative Merkmale

Die Falsche Alraunenwurzel wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 40 bis 90 Zentimetern. Sie bildet weder Rhizome noch Stolonen. Der knollig verdickte, unterirdische Teil des Stängels besitzt schuppenförmige Niederblätter.

Der drüsig behaarte Stängel besitzt zwei bis drei wechselständige, relativ große Laubblätter. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattstiele sind 3 bis 30 Zentimeter lang, bei den basalen Laubblätter sind sie am längsten, die oberen sind stängelumfassend. Die 3,5 bis 10 Zentimeter lange Blattspreite ist rundlich herzförmig, drei- bis neunlappig. Die häutigen, grünen Nebenblätter sind etwa 5 Millimeter lang.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Juli. In einem gestreckten, 40 bis 90 Zentimeter langen, traubigen Blütenstand stehen 14 bis 30 Blüten und Hochblätter zusammen.

Die unscheinbaren Blüten sind zwittrig und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Der grüne Blütenbecher (Hypanthium) ist bis zur Hälfte mit dem Fruchtknoten verwachsen; der freie Bereich ist 2 bis 3 Millimeter lang. Die fünf Kelchblätter sind aufrecht, grünlich und 1 bis 3 5 Millimeter lang. Die fünf grünlich-weißen oder creme- bis rosafarbenen Kronblätter sind fransig zerschlitzt und 3 bis 7 5 Millimeter lang. Es sind zwei Kreise mit je fünf Staubblättern vorhanden; sie sind 0,8 bis 1 5 Millimeter lang und überragen die Kronblätter nicht. Der einviertelunterständige Fruchtknoten ist einkammerig. Die zwei 1 bis 1,5 5 Millimeter langen Griffel sind kürzer als die Kronblätter.

Die eiförmige Kapselfrucht ist 7 bis 8 5 Millimeter lang und enthält 100 bis 150 Samen. Die dunkel-braunen Samen sind ellipsoid, 0,8 bis 1 5 Millimeter lang und warzig.

Die Chromosomengrundzahl beträgt n = 7.

Vorkommen

Die ursprüngliche Heimat liegt in British Columbia, Alaska, Kalifornien, Idaho, Montana, Oregon und Washington. Tellima grandiflora gedeiht in feuchten Wäldern, Gebüschen, Wiesen, felsigen Hängen und oft in der Nähe von Fließgewässern in Höhenlagen von 0 bis 2000 Metern.

Die Falsche Alraunenwurzel ist in Europa stellenweise als Zierpflanze verwildert und an verschiedenen Stellen eingebürgert. Sie wächst hier vor allem an ruderal beeinflussten Wegrändern, schattigen Stellen und entlang von Fließgewässern, z. B. im Thüringer Wald und an verschiedenen Stellen im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen.<ref>Jahrbuch 2010 des Bochumer Botanischen Vereins: Jagel, A., Hetzel, I. & Loos, G. H.: Die Falsche Alraunenwurzel (Tellima grandiflora (Pursh) Dougl. ex Lindl., (Saxifragaceae)), eingebürgert im Ruhrgebiet (PDF; 2,3 MB)</ref> Sie kommt auch stellenweise eingebürgert in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, in der Schweiz, in Österreich, Belgien und den Niederlanden vor.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Systematik

Diese Art wurde 1813 unter dem Namen Mitella grandiflora von Frederick Traugott Pursh in Flora Americae Septentrionalis; or ..., 1, S. 314<ref>Pursh: Flora Americae Septentrionalis; or ..., 1, 1813, S. 314 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> erstbeschrieben. David Douglas stellte diese Art 1828 als Tellima grandiflora in John Lindley: Botanical Register; consisting of coloured ..., Volume 14, Tafel 1178.<ref>John Lindley: Botanical Register; consisting of coloured ..., Volume 14, 1828, Tafel 1178. eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> in die Gattung Tellima. Die Gattung Tellima wurde 1823 von Robert Brown in Narrative of a Journey to the Shores of the Polar Sea, S. 765–766 aufgestellt. Ein weiteres Synonym Tellima grandiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pursh) Dougl. ex Lindl. ist Tellima odorata <templatestyles src="Person/styles.css" />Howell.

Tellima ist ein Anagramm des ursprünglichen Gattungsnamens Mitella. Das Artepitheton grandiflora bedeutet „großblütig“.

Literatur

  • Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch und Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Weissdorn-Verlag, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.
  • Elizabeth Fortson Wells, Patrick E. Elvander: Tellima in der Flora of North America, Volume 8, 2009, S. 76: Gattung und Art - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Schmeil und Fitschen2024"> Michael Koltzenburg: Tellima. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 358. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Falsche Alraunenwurzel (Tellima grandiflora) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien