Livenet
| Livenet | |
|---|---|
| Rechtsform | Verein |
| Gründung | 2000<ref name="Loretan24">Matthias Loretan: Webstrategien religiöser Anbieter in der deutschen Schweiz. Profile – Fakten – Herausforderungen. In: Katholischer Mediendienst und Reformierte Medien (Hrsg.): Medienheft. Dossier 18, Oktober 2002, S. 24 (medienheft.ch [PDF; abgerufen am 6. März 2016]).</ref> |
| Sitz | Bern, Schweiz |
| Leitung | Beat Baumann (Geschäftsführer) |
| Mitarbeiterzahl | 30 |
| Branche | Christlicher Webportalbetreiber |
| Website | livenet.ch |
Livenet ist ein evangelikaler Mediendienstleister in der Schweiz.
Organisiert als Verein, wurde Livenet von evangelikalen<ref>Olivier Favre, Jörg Stolz: Die Evangelikalen. Überzeugte Christen in einer zunehmend säkularisierten Welt. In: Martin Baumann, Jörg Stolz (Hrsg.): Eine Schweiz – viele Religionen. Risiken und Chancen des Zusammenlebens. transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-524-6, S. 128–144, hier S. 140 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 20. Februar 2016]).</ref> Christen in der deutschsprachigen Schweiz gegründet. Livenet betreibt insbesondere die Webportale livenet.ch,<ref>livenet.ch</ref> das Informationen für engagierte Christen bereitstellt, und jesus.ch,<ref>jesus.ch</ref> das Mission und Evangelisation betreibt. Die Inhalte richten sich an junge, kirchlich nicht gebundene Menschen. Ausserdem bietet Livenet Lebensberatung an.
Der Verein wurde von Christen aus Freikirchen und Landeskirchen gegründet, gehört aber zu keiner bestimmten Kirche.<ref name="Loretan24" /> Das Jahresbudget liegt nach eigenen Angaben bei 1,5 Millionen Franken<ref>livenet.ch</ref> , finanziert durch Spenden, unter anderem von 30 Kirchgemeinden.<ref name="Engeler">Urs Paul Engeler: Jesus würde SP wählen. Die Weltwoche, 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 2. März 2016 (Ausgabe 12; Abschnitt «Es herrscht nicht nur ein Kulturkampf»). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Livenet ist Mitglied in der Schweizerischen Evangelischen Allianz (Kategorie Werke).<ref>Mitgliederverzeichnis. Schweizerische Evangelische Allianz, abgerufen am 2. März 2016.</ref> der Vorstand des Vereins Livenet besteht aus Daniel Suter, Hanspeter Schmutz, Markus Schibler und dem Geschäftsführer Beat Baumann.<ref>livenet.ch</ref>
Arbeitsbereiche
Der Verein betreibt Webportale, bietet Beratung an und ist Schweizer Träger der Aktion Every Home for Christ.
livenet.ch
Seit Oktober 2000 erscheinen hier Berichte und Informationen aus In- und Ausland, die sich an engagierte Christen richten.<ref name="Loretan24" /> Zum Beispiel Artikel zum Minarettstreit,<ref>Ralph Zimmermann: Zur Minarettverbotsinitiative in der Schweiz. In: Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. Band 69, 2009, S. 829–864, Fussnote S. 839 (zaoerv.de [PDF; abgerufen am 20. Februar 2016]).</ref><ref>Marius Rohrer: Islam als Problem der Gesellschaft. Schwimmverweigerer, Minarettbau und semantische Hürden im Umgang mit gesellschaftlicher Differenzierung in der Schweiz. S. 171 (zb.unibe.ch [PDF; abgerufen am 27. Februar 2016] Dissertation, Universität Bern, 2013). <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />zb.unibe.ch ( vom 20. Februar 2016 im Internet Archive)</ref> über Prominente, die sich zum christlichen Glauben bekennen,<ref>Fussnote auf S. 25 in Stefan Schweyer: Kontextuelle Kirchentheorie. Eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit dem Kirchenverständnis neuerer praktisch-theologischer Entwürfe. Theologischer Verlag Zürich, 2007, ISBN 978-3-290-17439-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 17. Februar 2016]).</ref><ref>Personenkontrolle: Merkel, Samaras, Müggler, Messmer, Jordan, Hildebrand, Raggenbass, Steinegger, Chávez, Cavalli. In: Die Weltwoche. Nr. 41, 11. Oktober 2012, S. 13 (archive.org).</ref> über verfolgte Christen<ref>Z.B. in Eritrea: Siehe Fussnoten auf Seiten 170, 171 und 177 in Magnus Treiber: Der Traum vom guten Leben. Die eritreische “warsay”-Generation im Asmara der zweiten Nachkriegszeit (= Spektrum: Berliner Reihe zu Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in Entwicklungsländern. Band 92). Lit Verlag, Münster 2005, ISBN 3-8258-9054-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 17. Februar 2016] Zugleich Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität München, 2004).</ref> und über Paarforschung an der Universität Zürich<ref>Medienbeiträge 2012. Universität Zürich, Psychologisches Institut Klinische Psychologie Kinder/Jugendliche & Paare/Familien, abgerufen am 17. Februar 2016.</ref>.
jesus.ch
Dieses Portal wendet sich seit Ostern 2002 «an eine breite Bevölkerungsschicht, welche an Gott interessiert ist, aber gegenüber der Kirche keine grossen Erwartungen mehr hat».<ref name="Loretan26">Matthias Loretan: Webstrategien religiöser Anbieter in der deutschen Schweiz. Profile – Fakten – Herausforderungen. In: Katholischer Mediendienst und Reformierte Medien (Hrsg.): Medienheft. Dossier 18, Oktober 2002, S. 26 (medienheft.ch [PDF; abgerufen am 6. März 2016]).</ref> Zum Angebot gehören Artikel über Persönlichkeiten, die Christen sind: etwa Sportler,<ref>Mit dem Schub Gottes. In: NZZ am Sonntag. Ressort Sport. 21. April 2002, S. 51 (nzz.ch [abgerufen am 17. Februar 2016]).</ref> Aktivistinnen<ref>Z.B. Käthi Kaufmann von IG Familie 3 plus: Siehe Namen: Von Sandra Boner bis Kristin Scott Thomas. In: Die Weltwoche. Nr. 4, 26. Januar 2006, S. 28 (weltwoche.ch [abgerufen am 2. März 2016]).</ref> und Politikern.<ref>Z.B. Ricardo Lumengo: Siehe Daniel Glaus: Ricardo Lumengo muss wegen Verdachts auf Wahlfälschung vor Gericht. Seinen steilen Aufstieg vom Flüchtling zum Nationalrat verdankt er der Inszenierung als Rassismus-Opfer. In: Die Weltwoche. Nr. 12, 25. März 2010, S. 16 (weltwoche.ch [abgerufen am 2. März 2016]).</ref> Gebetsanliegen werden für Regierung und Parlament gesammelt,<ref>Matthias Herren: Freikirchen kommen auf den Geschmack an Politik. Christliche Visionen leiten die Lobbyarbeit unter Gläubigen und im Parlament. In: Neue Zürcher Zeitung. Ressort Schweiz. Nr. 54, 6. März 2010, S. 17 (nzz.ch [abgerufen am 17. Februar 2016]).</ref> und politische Präferenzen werden geäussert.<ref name="Engeler" />
lebenshilfe-net.ch
Hier wird Beratung angeboten für Menschen in verschiedenen Lebenslagen. Zum einen durch die Seiteninhalte; zum anderen durch Personen, die Leserfragen beantworten. Zusätzlich kann man sich in einem Chat austauschen. Zu den vielen Themen, die auf den Beratungsseiten behandelt werden, gehört auch übermässiger Fernsehkonsum.<ref>Michael Fey: Über mögliche Interdependenzen zwischen Fernsehverhalten einerseits und von Lehrerinnen und Lehrern beurteilter Mathematikleistung andererseits bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I. Eine sowohl methodische als auch inhaltlich-didaktische Reflexion. S. 30 (duepublico.uni-duisburg-essen.de [PDF; abgerufen am 1. März 2016] Dissertation, Fakultät für Mathematik, Universität Duisburg–Essen, 2014).</ref> 2009 liess Livenet einen Jugend-Sorgenbarometer<ref>Thomas Hostettler, Natalia Nechitaylova, Christina Peterhans, Stefan Zumsteg: Jugend Sorgenbarometer. Studienarbeit bei Jan Pieter Perrett, Fachhochschule Nordwestschweiz, 26. Juni 2009, abgerufen am 4. März 2016.</ref> durch die Fachhochschule Nordwestschweiz erstellen.<ref>Fussnote S. 84 in Thomas Stöckli: Lebenslernen. Ein zukunftsfähiges Paradigma des Lernens als Antwort auf die Bedürfnisse heutiger Jugendlicher. Universitätsverlag der TU Berlin, 2011, ISBN 978-3-7983-2333-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 4. März 2016] Zugleich Dissertation, Technische Universität Berlin).</ref><ref>Jugend-Sorgenbarometer. Jugendliche unter Prüfungsstress. Blick, 1. Juli 2009, abgerufen am 4. März 2016.</ref><ref>Sorgenbarometer der 16- bis 25-Jährigen bringt das Übliche zutage. Prüfungsstress als Hauptsorge von Jugendlichen. Neue Zürcher Zeitung, 1. Juli 2009, abgerufen am 4. März 2016.</ref>
Rezeption und Kritik
Laut dem Schweizer Diakon Matthias Loretan erzielt Livenet «[a]ls minoritäre Gruppierung [...] erstaunliche Beachtungswerte gerade bei kirchenskeptischen Zeitgenossen».<ref>Matthias Loretan: Webstrategien religiöser Anbieter in der deutschen Schweiz. Profile – Fakten – Herausforderungen. In: Katholischer Mediendienst und Reformierte Medien (Hrsg.): Medienheft. Dossier 18, Oktober 2002, S. 24–28 (medienheft.ch [PDF; abgerufen am 6. März 2016] Zitat auf Seite 27).</ref>
Der Schweizer Freidenker Valentin Abgottspon beanstandete im Dezember 2015 eine Ausschreibung für eine Zivildienststelle bei Livenet: eine solche öffentlich finanzierte Stelle dürfe nicht für religiöse Zwecke eingesetzt werden.<ref>Michael Sahli, Christoph Lenz: Evangelikale rekrutieren auf Staatskosten – Bund greift ein. Zivildienst im Namen Gottes. In: Blick. 3. Dezember 2015, abgerufen am 17. Februar 2016.</ref> Livenet räumte einen Formulierungsfehler ein: Es gebe zwei Vereine – Livenet und Livenet International –, wobei der eine religiöse Zwecke verfolge, der andere gemeinnützige Zwecke (Lebenshilfe). In Wirklichkeit sei die Zivildienststelle für den gemeinnützigen Verein bestimmt.<ref>Simon Hehli: Wenn der «Blick» und Evangelikale sich fetzen. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. Dezember 2015, abgerufen am 17. Februar 2016.</ref>
Humanisten berichteten, dass livenet.ch am 4. Dezember 2015 an prominenter Stelle einen Bibelvers zeigte, in dem der Psalmist sich nach der Ausrottung Gottloser (Vorlage:Bibel/Link) sehnt.<ref>Andreas Kyriacou: Livenet missioniert mit Ausrottung Gottloser. In: Humanistischer Pressedienst. 7. Dezember 2015, abgerufen am 17. Februar 2016.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />