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Propiverin

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Strukturformel
Struktur von Propiverin
Allgemeines
Freiname Propiverin
Andere Namen

(1-Methyl-4-piperidyl)-diphenylpropoxyacetat

Summenformel C23H29NO3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 4942
ChemSpider 4773
DrugBank DB12278
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

G04BD06

Wirkstoffklasse

Anticholinergika, Spasmolytika

Eigenschaften
Molare Masse 367,49 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="SDS">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Hydrochlorid

Datei:GHS-pictogram-acid.svg Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Gefahr

H- und P-Sätze H: 315​‐​318​‐​335
P: 261​‐​264​‐​271​‐​280​‐​302+352​‐​305+351+338<ref name="SDS"/>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Propiverin ist ein Arzneistoff, der als Anticholinergikum und Spasmolytikum eingesetzt wird.

Verwendung

Propiverin gehört zur Gruppe der neurotrop-muskulotropen Spasmolytika. Es wird deshalb in der Urologie bei (Drang-)Inkontinenz und erhöhter Miktionsfrequenz (übermäßig häufige Entleerung der Harnblase) verwendet.<ref name="DIMDI">ABDA-Datenbank (Stand: 5. August 2008) des DIMDI.</ref>

Wirkungsweise

Propiverin besitzt eine zweifache Wirkung:<ref>Deutsches Ärzteblatt 1998; 95(20): Harninkontinenz: Propiverin ist gut verträglich. Hier online.</ref>

  • eine anticholinerge Wirkung, d. h. eine kompetitiv hemmende Wirkung auf die Acetylcholin-vermittelte Erregungsübertragung am Muscarin-Rezeptor, wie Atropin (neurotrope Wirkung) und
  • eine direkt krampflösende Wirkung auf die glatte Muskulatur, vergleichbar mit Papaverin, die durch Hemmung des Calcium-Einstroms durch die Calcium-Kanäle vom L-Typ in den Muskelzellen der glatten Muskulatur zustande kommt (muskulotrop Wirkung).

Pharmakokinetik

Auf Grund seiner im Vergleich zu den anderen neurotrop-muskulotropen Spasmolytika langen Halbwertszeit von 14 bis 20 Stunden ist eine zweimal tägliche Einnahme ausreichend.

Nebenwirkungen

Bei der Anwendung kann es zu Müdigkeit, Störungen der Magen-Darm-Funktionen, Mundtrockenheit, Blutdruckabfall mit Schwindelerscheinungen und bei hohen Dosierungen zur Abnahme der Schweißdrüsensekretion (Wärmestau, Hautrötung) kommen.

Handelsnamen

Monopräparate

Mictonetten (DE, CZ, SK), Mictonorm (DE, CZ, SK, BE, GR, IT, TR), Mictonorm Uno (DE), Detrunorm (UK, SI, HR), Detrunorm XL (GB, IE, HR)

Einzelnachweise

<references />

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