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Santonin

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Strukturformel
Strukturformel Santonin
Allgemeines
Name Santonin
Andere Namen
  • (3S,5aS,9bS)-3a,5,5a,9b-Tetrahydro-3,5a,9-trimethylnaphtho[1,2-b]-furan-2,8(3H,4H)dion
  • (3S,3aS,5aS,9bS)-3,5a,9-Trimethyl-3a,4,5,9b-tetrahydro-3H-benzo[g]benzofuran-2,8-dione
  • (11S)-3-Oxoeudesma-1,4-dien-12,6α-olid
  • Santoninsäureanhydrid
  • Santolacton
Summenformel C15H18O3
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle, die sich im Licht gelb färben; bitterer Geschmack<ref name="Römpp">Eintrag zu Santonin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 207-560-7
ECHA-InfoCard 100.006.874
PubChem 221071
ChemSpider 191779
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 246,31 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,19 g·cm−3<ref name="handbook">Handbook of Chemistry & Physics, 59. Auflage.</ref>

Schmelzpunkt

174 °C<ref name="handbook" />

Siedepunkt

(sublimiert bei 120 °C)<ref name="handbook" />

Löslichkeit

schwach löslich in heißem Wasser, gut löslich in heißem Ethanol und heißem Diethylether<ref name="handbook" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301+311+331
P: 280​‐​301+310+330​‐​302+352+312​‐​304+340+311<ref name="sigma" />
Toxikologische Daten

900 mg·kg−1 (LD50Mausoral)<ref name="sigma" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Santonin (Santoninsäureanhydrid) ist der wirksame Bestandteil des sogenannten Wurmsamens, aus dem es fabrikmäßig dargestellt wird. Santonin bildet glänzende, weiße, tafelförmige Kristalle aus, die geruchlos und geschmacklos sind, aber in alkoholischer Lösung stark bitter schmecken.

Geschichte

Die Substanz wurde 1830 gleichzeitig von Kahler in Düsseldorf und Joachim August Alms (1803–1847) in Penzlin entdeckt. In den USA war Santonin die erste kommerziell erfolgreiche medizinische Substanz der Firma Pfizer.

Gewinnung und Darstellung

Datei:Artemisia cina - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-165.jpg
Wurmsamen (Artemisia cina)

Santonin ist in Wurmsamen (Artemisia cina, Zitwerblüte) enthalten und kann durch Extraktion mit verdünnter Kalkmilch und Fällung mit verdünnter Salzsäure gewonnen werden. Ebenfalls abgeschiedenes Harz wird mit heißem ammoniakalischen Wasser entfernt.

Eigenschaften

Der Schmelzpunkt liegt bei 174 °C.<ref name="handbook" /> In Wasser ist das Santonin kaum löslich, gegenüber Lackmus zeigt es keine Wirkung. In chemischer Hinsicht ist es das Lacton der einprotonigen Santoninsäure (C15H20O4) und der Formel C15H18O3 entsprechend.

Durch Kochen von santoninsaurem Barium mit Bariumhydroxidlösung entsteht eine neue, aber isomere Säure, die Santonsäure. Im zerstreuten Tageslicht, schneller im direkten Sonnenlicht, färbt sich das Santonin gelb und muss daher in schwarzen Gläsern im Dunkeln aufbewahrt werden. Seine Säure, die Santoninsäure, erleidet dagegen im Sonnenlicht keine Farbveränderung.

Die Beobachtung von Hermann Trommsdorff, dass Kristalle von Santonin im Sonnenlicht zersprangen, war 1834 ein frühes Ergebnis der Photochemie.

Verwendung

Das Santonin wie auch das santoninsaure Natrium wurde früher gegen Spulwürmer verwendet, wird aber wegen seiner Toxizität nicht mehr eingesetzt. Bereits das zwei- bis dreifache der Tagesdosis (100 mg für Erwachsene) kann Vergiftungserscheinungen hervorrufen, die sich zunächst in Violett- dann Gelbsehen äußern; weiterhin können Krämpfe und Durchfall auftreten.<ref name="Römpp" /><ref>Harry Auterhoff, Lehrbuch der pharmazeutischen Chemie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 1968.</ref> Schädigungen des Sehnervs wurden aber auch nach längerer Einnahme therapeutischer Dosen beobachtet.<ref>Habermehl/Hammann/Krebs/Ternes, Naturstoffchemie, 3. Auflage, Springer Verlag 2008, ISBN 978-3-540-73732-2.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Literatur