Zum Inhalt springen

Neapolitanischer Lauch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. Dezember 2025 um 10:03 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Neapolitanischer Lauch
Datei:Allium neapolitanum kz08.jpg

Neapolitanischer Lauch (Allium neapolitanum)

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae
Gattung: Lauch (Allium)
Art: Neapolitanischer Lauch
Wissenschaftlicher Name
Allium neapolitanum
Cirillo

Der Neapolitanische Lauch (Allium neapolitanum, Syn.: Allium cowanii <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl.), auch Neapel-Lauch genannt,<ref name="Jelitto2002" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium) in der Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae) innerhalb der Pflanzenfamilie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Er ist im Mittelmeerraum verbreitet und wird gelegentlich als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung

Datei:Allium neapolitanum kz03.jpg
Blütenstand
Datei:Curtis's botanical magazine (Plate 3531) (8043278814).jpg
Illustration in Curtis's Botanical Magazine (1836)
Datei:Allium neapolitanum kz8.jpg
Habitat auf Zypern

Vegetative Merkmale

Der Neapolitanische Lauch ist eine kahle, ausdauernde krautige Pflanze. Dieser Geophyt bildet Zwiebeln als Überdauerungsorgan aus. Die nahezu kugelige Zwiebel weist einen Durchmesser von 1 bis 2 Zentimeter auf und ist von einer häutigen, nicht grubigen Hülle (Tunika) umgeben. Die zwei bis drei grundständigen, einfachen, parallelnervigen Laubblätter sind breit linealisch, an der Unterseite gekielt, 8 bis 35 Zentimeter lang und 5 bis 20 Millimeter breit. Der Blattrand ist fein gezähnelt.<ref name="Davies1992" /><ref name="Jelitto2002" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von März bis Juni. Der dreikantige, mit zwei scharfen und einer stumpfen Kante, Blütenstandsschaft erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimeter und ist im unteren Achtel bis Viertel von den Laubblättern scheidig umhüllt. Der anfangs nickende, halbkugelige oder kugelige, doldige Blütenstand weist einen Durchmesser von 5 bis 8 cm auf, besteht aus 10 bis 50 Blüten und bildet keine Bulbillen. Der Blütenstand besitzt am Grund ein einteiliges, stumpf elliptisches, spitzes, schnabelloses Hochblatt, das nach dem Öffnen der Blüten hängenbleibt und kürzer als die Blütenstiele ist.<ref name="Jelitto2002" /><ref name="mittelmeerflora" /><ref name="Burnie2007" />

Der Blütenstiel ist 1,5 bis 3,5 Zentimeter lang. Die zwittrige, radiärsymmetrische Blüte ist dreizählig und becherförmig bis flach ausgebreitet. Die sechs gleichförmigen, glänzenden, elliptischen, stumpfen Blütenhüllblätter sind weiß, 7 bis 12 Millimeter lang und 4 bis 6 Millimeter breit. Die sechs Staubblätter sind deutlich kürzer als die Blütenhüllblätter und werden von grünlichen bis gelben Staubbeuteln gekrönt. Die Kapselfrucht ist 5 Millimeter lang und wird oft noch monatelang von den vertrockneten Blütenhüllblättern umhüllt.<ref name="Davies1992" /><ref name="Burnie2007" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7; selten tritt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 14 auf, am häufigsten Polyploidie mit Chromosomenzahlen von 21, 28, 35 und 42.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Der Neapolitanische Lauch ist im gesamten Mittelmeerraum einschließlich Balearen, Korsika, Sardinien, Sizilien, der östlichen Ägäis und Zypern verbreitet. Neophytische Vorkommen gibt es in vielen anderen Gebieten, neben Deutschland, Großbritannien und Irland z. B. auf Madeira, den Kanarischen Inseln, in Florida, Kalifornien, Australien und Neuseeland.<ref name="POWO" />

Der Neapolitanische Lauch besiedelt sonnige bis halbschattige, sommertrockene Grasfluren, Ödland, Ufergeröll, Straßenränder, genutzte und brachliegende Felder, Macchien, Felsheiden, Waldränder und Gärten.<ref name="Schönfelder2008" /><ref name="Burnie2007" /><ref name="Rothmaler5" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Allium neapolitanum erfolgte 1788 durch Domenico Maria Leone Cirillo in Plantarum rariorum regni Neapolitani fasciculus, Band 1, S. 13.<ref name="Cirillo1788" /><ref name="POWO" /> Das Artepithetum neapolitanum bedeutet „aus Neapel stammend“. Die Art gehört zur Sektion Molium <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Don ex Koch innerhalb der Untergattung Amerallium <templatestyles src="Person/styles.css" />Traub in der Gattung Allium <templatestyles src="Person/styles.css" />L. Somit ist Allium neapolitanum <templatestyles src="Person/styles.css" />Cirillo eng verwandt mit Allium zebdanense <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. & Noë Allium moly <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Allium roseum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. und Allium subhirsutum <templatestyles src="Person/styles.css" />L.<ref name="Li2010" />

Synonyme von Allium neapolitanum sind Allium album <templatestyles src="Person/styles.css" />Santi, Allium candidissimum <templatestyles src="Person/styles.css" />Cav., Allium candidum <templatestyles src="Person/styles.css" />C.Presl, Allium cowanii <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. und Allium lacteum <templatestyles src="Person/styles.css" />Sm.<ref name="POWO" />

Verwendung

Der Neapolitanische Lauch wird spätestens seit Beginn des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze kultiviert.<ref name="Rothmaler5" /> und gilt im Gegensatz zu den großen „Paukenschläger-Lauchen“ (z. B. Holland-Lauch) als ein Wildlauch mit natürlichem Charme, der gut in Naturgärten passt. In Kiesgärten, Steingärten und Steppenpflanzungen lässt er sich gut mit niedrigen Ziergräsern und mediterranen Halbsträuchern kombinieren.<ref name="galasearch" /> Geeignet sind geschützte, wärmebegünstigte Standorte auf durchlässigen, humusarmen Böden in voller Sonne bis Halbschatten.<ref name="Jelitto2002" /> Zumindest die Mittagssonne sollte ungehindert einfallen können. Da das Laub meist sehr niedrig bleibt, ist eine Beschattung durch höhere Pflanzen zu vermeiden.<ref name="galasearch" />

Der Neapolitanische Lauch gilt als winterhart bis −34 °C (Zone 4),<ref name="Davies1992" /> ist aber dennoch etwas frostgefährdet, da das Laub schon im Spätherbst austreibt. Daher wird ein Winterschutz empfohlen.<ref name="Rothmaler5" /><ref name="Berger2014" /> Der Boden darf nicht über längere Zeit vernässt sein.<ref name="galasearch" /> Der Gartenhandel bietet gelegentlich eine großblütige Form des Neapolitanischen Lauchs als Allium cowanii an. Dieser Name gilt jedoch als Synonym für Allium neapolitanum.<ref name="Davies1992" />

Die Blüten, Blätter und Zwiebeln haben einen starken Lauchgeschmack und können roh oder gegart gegessen werden.<ref name="galasearch" /><ref name="PFAF" />

Literatur

  • Ehrentraud Bayer, Karl-Peter Buttler, Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Pflanzen des Mittelmeerraums (Die farbigen Naturführer). Mosaik, München 1986.
  • Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. Band 1: A bis H. 5., völlig neu bearbeitete Auflage, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart Hohenheim 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 47.
  • Dilys Davies: Allium (Zierlauch). Aus dem Engl. von Marion Zerbst, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart Hohenheim 1992, ISBN 3-8001-6439-6, S. 113.

Weblinks

Commons: Neapolitanischer Lauch (Allium neapolitanum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Berger2014"> Frank M. von Berger: Taschenatlas Zwiebel- und Knollenpflanzen. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart Hohenheim 2014, ISBN 978-3-8001-8065-3, S. 20. </ref> <ref name="Burnie2007"> David Burnie: Mediterrane Wildpflanzen. Deutschsprachige Ausgabe, übersetzt von Eva Dempewolf, Verlag Dorling Kindersley, München 2007, ISBN 978-3-8310-1014-1, S. 268. </ref> <ref name="Cirillo1788"> Domenico Maria Leone Cirillo: Plantarum rariorum regni Neapolitani fasciculus. Band 1, 1788, S. 13. eingescannt. </ref> <ref name="Davies1992"> Dilys Davies: Allium (Zierlauch). Aus dem Engl. von Marion Zerbst, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart Hohenheim 1992, ISBN 3-8001-6439-6, S. 113. </ref> <ref name="galasearch"> Datenblatt Allium neapolitanum (Allium cowanii) / Neapel-Lauch bei galasearch.de. </ref> <ref name="IPCN"> Allium neapolitanum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum. </ref> <ref name="Jelitto2002"> Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. Band 1: A bis H. 5., völlig neu bearbeitete Auflage, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart Hohenheim 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 47. </ref> <ref name="Li2010"> Qin-Qin Li, Song-Dong Zhou, Xing-Jin He, Yan Yu, Yu-Cheng Zhang, Xian-Qin Wei: Phylogeny and biogeography of Allium (Amaryllidaceae: Allieae) based on nuclear ribosomal internal transcribed spacer and chloroplast rps16 sequences, focusing on the inclusion of species endemic to China. In: Annals of Botany. Volume 106, Issue 5, 2010, S. 709–733, doi:10.1093/aob/mcq177, PMC 2958792 (freier Volltext). </ref> <ref name="mittelmeerflora"> Thomas Meyer und Michael Hassler: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora </ref> <ref name="PFAF"> Allium neapolitanum bei Plants For A Future </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Allium neapolitanum bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Rothmaler5"> </ref> <ref name="Schönfelder2008"> Peter und Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3, S. 362. </ref> </references>