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Philipp Haas von Teichen

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Datei:Philipp Haas 1888 Eigner.jpg
Philipp Haas (Zeichnung von Ignaz Eigner in Der Humorist, 12. Juli 1888)
Datei:Philipp Haas von Teichen Grab.jpg
Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof

Philipp Haas Freiherr von Teichen (* 18. November 1859 in Wien; † 26. Februar 1926 ebenda)<ref>Katalogzettel Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv Austria.</ref> war ein österreichischer Unternehmer. Ihm gehörte in 3. Generation das Familienimperium Philipp Haas & Söhne.

Leben und Wirken

Philipp Haas war der Sohn des Großindustriellen Eduard Ritter von Haas (* 15. September 1827 in Wien; † 13. November 1880 in Nizza),<ref>Haas von Teppichen (Teichen), Eduard. (1827 - 1880), Großindustrieller. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. Band 2 (Lieferung 7). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 120, PDF online.</ref> der für seine Verdienste um die Wirtschaft mehrmals ausgezeichnet wurde, unter anderem 1868 durch die Zuerkennung des Ritterstandes.<ref name="nfp|27|02|1926|8|">Selbstmord Philipp Haas-Teichens. Infolge eines quälenden Nervenleidens.. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, 27. Februar 1926, S. 8, oben links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp</ref>

In seiner Jugend besuchte Haas mit Bezug auf das väterliche Gewerbe die Webschulen von Lyon sowie Leeds. Nach seiner Rückkehr nach Wien stellte er das Unternehmen aufgrund dieser Erfahrungen auf „eine ganz neue Basis“ und übernahm nach dem Tode seines Vaters 1880 die Leitung des Hauses. Die Teppichfabrikation nahm in der Folge weiteren, großen privaten Reichtum sichernden Aufschwung; 1898 wurde Haas mit dem Prädikat „von Teichen“ (nach seinem Besitztum) in den Freiherrnstand erhoben.<ref name="nfp|27|02|1926|8|" />

Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Haas von Teichen widmete sich fortan ausschließlich der Verwaltung seines Gutes, das er durch den Erwerb großer Waldherrschaften erweitert hatte. 1904 verkaufte er das „Herrschaftsgut Teichen“ in Kalwang, Steiermark, schließlich an Rudolf Ritter von Gutmann (1880–1966). Im selben Jahr wurde ihm von der Gemeinde Kalwang in Anbetracht seiner Verdienste um die Gemeinde und der vielen Spenden, die er dem Ort hatte zukommen lassen, das Ehrenbürgerrecht verliehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Ehrenbürger der Gemeinde Kalwang. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kalwang.at In: kalwang.at, abgerufen am 21. Oktober 2010.</ref> Noch heute erinnert der Ortsteil Teichen mit der Kurzteichen und der Langteichen an den einstigen Gutsherren.

Als 1912 ein schweres Nierenleiden lebensbedrohend geworden war, entschloss Haas nach einem den ganzen Winter dauernden Aufenthalt im Cottagesanatorium, „sich selbst zu kurieren“: dank einer kräftigen Natur besserte sich der Zustand unerwarteterweise.

1925 wurde eine Vereiterung von Haas’ Niere konstatiert, in deren Folge er über lange Strecken das Gedächtnis verlor. Außerdem „phantasierte [er] im Schmerz“, nicht mehr leben zu wollen. Sich jeder invasiven ärztlichen Hilfe entziehend, bereits mit den Anzeichen einer Sepsis, erschoss sich Haas von Teichen in den Morgenstunden des 26. Februar 1926 mit einem der zahlreichen, die Wände seines Palais dekorierenden, geladenen Gewehre.<ref name="nfp|27|02|1926|8|" /><ref>Mannlicher-Stutzen. – In: Kurt von Reibnitz: Gestalten rings um Hindenburg. Führende Köpfe der Republik und die Berliner Gesellschaft von heute. 2., verbesserte Auflage. Reissner, Dresden 1929, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund, S. 87.</ref>

In seinem Abschiedsbrief, den er an die Neue Freie Presse schrieb, erklärte er:

„Jetzt bin ich mausetot - juchhu!/ Nirgends drückt mich mehr der Schuh!/ Schönres kann es nich mehr geben./ Ich hab Ruh, der Tod soll leben!!!“

Monate, wenn nicht Jahre vor seinem Lebensende hatte Philipp Haas, „einst Mittelpunkt der Wiener Gesellschaft“ sowie „eine der bekanntesten Straßenfiguren“, ein an die Neue Freie Presse, Wien, gerichtetes Schreiben „seltsamen Inhalts“ verfasst, das er für den Fall des unmittelbar bevorstehenden Freitods abschicken würde. In diesem erklärte er – „die Wissbegierde mancher Leser befriedigend“ – seinen körperlichen wie seelischen, zur Tat führenden Zustand.<ref name="nfp|27|02|1926|8|" />

Philipp Haas von Teichen war mit Hedwig, Baroness von Waechter,<ref>Lokales. 88. Geburtstag. Badener Zeitung, 18. Jänner 1930, Mitte links [1]</ref> verheiratet und hatte mit ihr eine Tochter, Gisela, verehelichte Gräfin von Szechenyi (1890–1945).

Einzelnachweise

<references />

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