Oskar Jascha
Oskar Jascha, eigentlich Oskar Othmar<ref name=oeml>Monika Kornberger: Jascha, Oscar (eig. Oskar Othmar). In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2003, ISBN 3-7001-3044-9.</ref> (* 4. Juni 1881 in Wien, Österreich-Ungarn; † 9. Januar 1948 ebenda, Österreich),<ref name=LexM>Oskar Jascha im Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM), Stand: 25. August 2015</ref> war ein österreichischer Komponist und Kapellmeister.
Leben
Oskar Jascha, Sohn eines katholischen Druckereibesitzers und einer jüdischen Mutter, erhielt seine Ausbildung an einem Konservatorium in Wien.<ref name=oeml /> 1905 wurde er Kapellmeister und Komponist am Berliner Carl-Weiß-Theater, dort wurde im selben Jahr seine Revue In Berlin ist was los uraufgeführt.<ref name=oeml /> Er war anschließend in Deutschland, Holland und Italien tätig, u. a. auch in München, wo er am Theater und Kabarett Die Hölle ab 1913 als einer der Leiter und als Regisseur arbeitete.<ref name=oeml /> 1915 kehrte er nach Wien zurück, wirkte als Kapellmeister am dortigen Kabarett Die Hölle und ab 1917 am Theater an der Wien.<ref name=oeml /> Ab 1927 war er freischaffend tätig, etwa am Stadttheater Wien, am Raimundtheater und an der Volksoper, außerdem dirigierte er von 1933 bis 1938 das Wiener Kammerorchester.<ref name=oeml /> Nach dem „Anschluss“ Österreichs musste er untertauchen und überlebte die Kriegsjahre in München.<ref name=oeml /> 1945 kam er zurück nach Wien und war wieder als Kapellmeister tätig, so am Bürgertheater und für Radio Wien, wo er auch Aufführungen des Großen Rundfunkorchesters leitete.
Er komponierte zahlreiche Operetten, darunter Die Brasilianerin, 1923 im Carltheater uraufgeführt, Revanche 1924 für das Bürgertheater<ref name=sim>Kurzbiographie auf: Evangelischer Friedhof Simmering, Prominentengräber</ref> und außerdem 1933 Rosen im Schnee – drei Werke, bei denen Fritz Löhner-Beda als Librettist beteiligt war.<ref name=oeml /> Neben weiteren Operetten und Singspielen wie Die Vogelscheuchen (1916) und Ade, du liebes Elternhaus (1928) komponierte Jascha auch Intermezzi wie Das Rendezvous (1915), Revuen, Bühnenmusiken und Schlager wie Mädel, komm mit, gesungen von Claire Waldoff.<ref>Carolin Stahrenberg: Claire Waldoff im Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM), Stand: 27. März 2006</ref> Insgesamt umfasst sein Œuvre rund 200 Werke.<ref name=sim />
Er ruht auf dem Evangelischen Friedhof des Wiener Zentralfriedhofs (VII,1). 1955 wurde die Oskar-Jascha-Gasse in Wien-Hietzing nach ihm benannt.
Oskar Jascha war ab 1930 und nach seiner Rückkehr aus dem Exil ab 1947 Mitglied der Freimaurerloge Zukunft.<ref>Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783854097068 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
Literatur
- Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 4. Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 464.
- Franz Stieger: Opernlexikon. Teil II, Band 2. Schneider, Tutzing 1977, ISBN 3-7952-0228-0, S. 534.
- Wiener Stadt- und Landesarchiv (WSTLA): Biographischer Akt
- Michael Wolf, Klaus Edel: Ausgesuchte Prominentengräber auf dem Evangelischen Friedhof Simmering. Eine Einführung in die Geschichte des Friedhofes und ein Begleiter zu ausgesuchten Prominentengräbern. Hrsg. Evangelischer Presseverband in Österreich, Wien 2000.
Weblinks
- Werke von und über Oskar Jascha im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jascha, Oskar |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Komponist und Kapellmeister |
| GEBURTSDATUM | 4. Juni 1881 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 9. Januar 1948 |
| STERBEORT | Wien |
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