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Ladakh-Zwerghamster

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Ladakh-Zwerghamster
Systematik
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Hamster (Cricetinae)
Gattung: Tibetische Zwerghamster (Urocricetus)
Art: Ladakh-Zwerghamster
Wissenschaftlicher Name
Urocricetus alticola
Thomas, 1917

Der Ladakh-Zwerghamster oder Indische Zwerghamster (Urocricetus alticola (Synonym: Cricetulus alticola)) ist eine zu den Tibetischen Zwerghamstern gehörende Art der Hamster. In einigen Systematiken wird er dem Kham-Zwerghamster oder dem Tibet-Zwerghamster zugeordnet. In anderen Systematiken wird ihm Urocricetus tibetanus zugeordnet. Er bewohnt den Westen des Hochlands von Tibet in China, im Westen Nepals und im äußersten Norden Indiens.

Körpermerkmale

Karyotyp
2n = 22

Die Kopf-Rumpf-Länge des Ladakh-Zwerghamsters beträgt 80 bis 98 Millimeter, die Schwanzlänge 36 bis 42 Millimeter, die Hinterfußlänge 15 bis 18 Millimeter und die Ohrlänge 13 bis 16 Millimeter. Die größte Schädellänge beträgt 25 bis 28 Millimeter, das Körpergewicht 22 bis 48 Gramm und die Anzahl der Chromosomen beträgt 22.<ref name="SH2008">A. T. Smith, R. S. Hoffmann: Subfamily Cricetinae. 2008, S. 242.</ref>

Das Fell der Oberseite ist graugelb-braun und auf dem Rücken befinden sich keine Flecken. Die Abgrenzung zwischen dem Fell der Oberseite und dem der Unterseite ist undeutlich und verläuft eher als Wellenlinie entlang der Flanke. Die Hüfte ist grau und der Schwanz ist kurz, oberseits hellbraun und unterseits weiß. Die Paukenblasen sind klein und der Zahnschmelz des ersten oberen Backenzahns weist ein ausgeprägtes Faltenmuster auf.<ref name="SH2008" />

Vom Kham-Zwerghamster unterscheidet sich der Ladakh-Zwerghamster durch den weniger als fünf Zentimeter langen Schwanz und durch die fehlende Schwarzfärbung der Hüfte. Mit dem Tibet-Zwerghamster, mit Urocricetus tibetanus und mit dem Grauen Zwerghamster hat er diese Merkmale gemeinsam, unterscheidet sich von ihnen jedoch durch das ausgeprägte Faltenmuster des ersten oberen Backenzahns.<ref name="SH2008" />

Lebensweise

Der Lebensraum des Ladakh-Zwerghamsters sind Nadel- und Birkenwälder, Wüstensteppen, Buschland sowie Feucht- und Hochlandwiesen. Er besetzt offenbar eine sehr breite ökologische Nische und ist gewöhnlich in Höhen zwischen 3100 und 5200 Metern anzutreffen. Er ist hauptsächlich nachtaktiv, kann jedoch auch tagsüber aktiv sein und ernährt sich von den Samen von Gräsern, von Getreide und von Insekten. Die Fortpflanzung findet zwischen Mai und August statt, der Höhepunkt liegt im Juni und Juli. Die Anzahl der Jungtiere je Wurf beträgt fünf bis zehn, am häufigsten sind sieben bis acht Jungtiere.<ref name="SH2008" />

Verbreitung und Bestand

Fundorte des Ladakh-Zwerghamsters:
  • rot: Fundort des Typusexemplars<ref name="T1917:MC2005" />
  • schwarz: Fundorte in China<ref name="SH2008" />
Weitere Fundorte in Indien und Fundorte in Nepal sind nicht dargestellt.

Das Verbreitungsgebiet des Ladakh-Zwerghamsters sind der Südwesten Xinjiangs und der Nordwesten Tibets in China,<ref name="F1986:MC2005"> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> der Westen Nepals<ref>B. K. Lim, P. D. Ross: Taxonomic status of Alticola and a new record of Cricetulus from Nepal. 1992. (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> und Ladakh im Norden Indiens.<ref> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> Die Internationale Naturschutzunion stuft ihn weltweit<ref></ref> und in China<ref> (zitiert in: A. T. Smith, R. S. Hoffmann: Subfamily Cricetinae. 2008, S. 242)</ref> als nicht gefährdet ein.

Systematik und Benennung

Der Ladakh-Zwerghamster wird gewöhnlich als eigenständige Art betrachtet (Thomas, 1917;<ref name="T1917:MC2005" /> Ellerman, 1941;<ref> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> Ellerman und Morrison-Scott, 1951;<ref> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> Ellerman, 1961;<ref> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> Corbet, 1978;<ref> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> Corbet und Hill, 1980;<ref></ref> Honacki und Mitarbeiter, 1982;<ref></ref> Nowak und Paradiso, 1983;<ref></ref> Corbet und Hill, 1986;<ref></ref> Corbet und Hill, 1991;<ref></ref> Nowak, 1991;<ref></ref> Musser und Carleton, 1993;<ref></ref> Pawlinow und Mitarbeiter, 1995;<ref> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> Nowak, 1999;<ref></ref> Pawlinow, 2003;<ref></ref> Duff und Lawson, 2004;<ref></ref> Musser und Carleton, 2005;<ref>G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041.</ref> Smith und Hoffmann, 2008).<ref name="SH2008" /> In einigen Systematiken wird er jedoch als Unterart des Kham-Zwerghamsters (Feng und Mitarbeiter, 1986;<ref name="F1986:MC2005" /> Zhang und Mitarbeiter, 1997;<ref> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> Wang, 2003)<ref> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> oder des Tibet-Zwerghamsters (Argiropulo, 1933)<ref> (zitiert in: Flint: Die Zwerghamster der paläarktischen Fauna. 1966, S. 17)</ref> geführt. Laut Flint (1966) ist er dagegen möglicherweise eine Unterart des Grauen Zwerghamsters.<ref>Flint: Die Zwerghamster der paläarktischen Fauna. 1966, S. 15.</ref>

Das Typusexemplar des Ladakh-Zwerghamsters wurde bei Chushul in der Region Ladakh in Jammu und Kashmir auf einer Höhe von 4115 Metern gefunden und 1917 von Oldfield Thomas als Cricetulus alticola beschrieben.<ref name="T1917:MC2005"> (zitiert in: G. G. Musser, M. D. Carleton: Superfamily Muroidea. 2005, S. 1041)</ref> Das Artepithet alticola leitet sich von lateinisch altum („hoch“) und incola („Bewohner“) ab und ist männlich. Honigs (2005) verwendet als deutschen Trivialnamen „Indischer oder Ladak-Zwerghamster.“<ref>Sandra Honigs: Zwerghamster. Biologie. Haltung. Zucht. 2. Auflage. Natur- und Tier-Verlag, Münster 2005, ISBN 3-931587-96-7, S. 10.</ref>

Literatur

Weiterführende Literatur:

Hauptsächlich verwendete Literatur:

  • Wladimir Jewgenjewitsch Flint: Die Zwerghamster der paläarktischen Fauna. In: Die Neue Brehm-Bücherei. 2. Auflage. Band 366. Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben 2006, ISBN 3-89432-766-9 (Erstausgabe: 1966, Nachdruck der 1. Auflage von 1966).

Einzelnachweise

<references />