Dutch Angle
Ein Dutch Angle, auch als Dutch Tilt, Oblique Angle oder Canted Angle bezeichnet,<ref>Roy Thompson, Christopher J. Bowen: Grammar of the Shot. Focal Press, Burlington (Massachusetts)/Oxford 2009, ISBN 978-0-240-52120-6, S. 179.</ref> ist eine schräge Kameraperspektive in Fotografie und Film. Sie dient dazu, dem Betrachter einen unwirklichen oder desorientierenden Eindruck zu vermitteln. Kennzeichnend ist der im Bild schief liegende Horizont, der mit einer Auf- oder Untersicht kombiniert sein kann.
Der Begriff „Dutch Angle“ lässt sich im Deutschen am besten als „falscher Winkel“ statt „niederländischer Winkel“ übersetzen, da der Begriff „Dutch“ im Englischen neben „niederländisch“ auch „seltsam“ oder „ungewöhnlich“ bedeuten kann, vgl. „Dutch courage“ (angetrunkener Mut) oder „Dutch treat“ (Unternehmung in der Gruppe, bei der getrennte Kasse gemacht wird) oder der aus der Luftfahrtindustrie stammende Begriff „Dutch Roll“, bei dem ein Flugzeug abwechselnd zu beiden Seiten um die Hochachse und Längsachse auslenkt.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Double Dutch.] In: Phrases.org.uk. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Richard Meran Barsam: Looking at movies : an introduction to film, New York : W.W. Norton, 2004, S. 212.</ref>
Nach anderen Erklärungen handelt es sich bei „Dutch“ schlicht um eine Verballhornung von „Deutsch“, denn die Schrägperspektiven wurden insbesondere im expressionistischen deutschen Kino der 1920er Jahre verwendet, sodass sich international auch der Begriff „German Angle“ etablierte.<ref>Nicoline van der Sijs: Cookies, Coleslaw, and Stoops: The Influence of Dutch on the North American Languages, Amsterdam, 2009.</ref> Der vom expressionistischen Kino beeinflusste Film noir der 1940er und 1950er Jahre<ref>Foster Hirsch: The Dark Side of the Screen: Film Noir. Da Capo Press, 2001, ISBN 0-306-81039-5.</ref> machte wiederholt von diesem Stilmittel Gebrauch. Bekanntere Beispiele sind Der dritte Mann (Großbritannien 1949) und Im Zeichen des Bösen (USA 1958).
Literatur
- Blain Brown: Cinematography: Theory and Practice: Image Making for Cinematographers and Directors. Focal Press, Waltham (Massachusetts) 2011, ISBN 978-0-240-81209-0.
- David E. Elkins: The Camera Assistant's Manual. Focal Press, Burlington (Massachusetts)/Oxford 2009, ISBN 978-0-240-81057-7.
- Bruce Mamer: Film Production Technique: Creating the Accomplished Image. Wadsworth, Belmont (Kalifornien) 2009, ISBN 978-0-495-41116-1.
- Div.: Die schräge Kamera. Formen und Funktionen der ungewöhnlichen Kameraperspektive in Film und Fernsehen. In: Image. Zeitschrift für interdisziplinäre Bildwissenschaft. Nr. 1/2005, Herbert von Halem Verlagsgesellschaft, Köln 2005, ISSN 1614-0885, S. 127–182. Online auf der Website der Universität Tübingen, abgerufen am 1. April 2012.
Galerie
Einzelnachweise
<references />