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Geneart

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Geneart AG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Geneart Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1999
Sitz Regensburg, Deutschland
Leitung Ralf Wagner (CEO)
Mitarbeiterzahl 190 (2008)
Umsatz 15,7 Mio. € (2008)
Branche Biotechnologie

Die Geneart AG mit Stammsitz in Regensburg war ein Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung synthetischer Gene spezialisiert hatte. Geneart war Weltmarktführer auf dem Gebiet des Gendesigns und der Gensynthese.<ref name="pb" /><ref name="sw">GENEART schließt Auftrag zur Vervollständigung der Mammalian Gene Collection ab. In: stock-world.de. 10. November 2008, abgerufen am 10. Juli 2015.</ref><ref name="wiwo">Susanne Kutter: Biotechnologie: Künstliches Leben versetzt Biotech-Branche in Aufruhr - Technologie - Wirtschaftswoche. In: wiwo.de. 2. Juni 2010, abgerufen am 10. Juli 2015.</ref>

Das Unternehmen gehört seit April 2010 mehrheitlich zum US-Konzern Life Technologies, der wiederum 2014 von Thermo Fisher Scientific übernommen wurde.

Geschichte

1999 wurde Geneart als Ausgründung der Universität Regensburg von Ralf Wagner, Marcus Graf und Hans Wolf als Geneart GmbH<ref>Geneart AG. In: bayern-innovativ.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref> gegründet. Wagner war seinerzeit Leiter des Bereichs HIV-Impfstoffentwicklung & Gentherapie am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg. Er benötigte für die Entwicklung eines neuartigen AIDS-Impfstoffs einen Satz künstlicher Gene. Die Preise der Anbieter dieser Gene waren ihm dabei zu hoch, weshalb er seinen Doktoranden Markus Graf mit der Synthese der benötigten Gene beauftragte.<ref name="biotech" /><ref name="books-FqhtAgAAQBAJ-PT172">Olaf Fritsche: Die neue Schöpfung. Rowohlt Verlag GmbH, 2013, ISBN 978-3-644-02711-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Die von Graf hergestellten Gene lieferten gute Testergebnisse und auch andere Gene waren effektiv in Forschung und Industrie verwendbar.<ref>Standort Regensburg – Thermo Fisher Scientific. In: karriere-thermofisher.com. 4. Februar 2014, abgerufen am 10. Juli 2015.</ref>

2003 war Geneart Finalist für den Deutschen Gründerpreis, in der Kategorie Aufsteiger.<ref name="gp">Geneart - Deutscher Gründerpreis. In: deutscher-gruenderpreis.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref> Im selben Jahr gewann das Unternehmen den Bayerischen Gründerpreis.<ref>Firma Geneart im BioPark erhält Bayerischen Gründerpreis - BioPark Regensburg GmbH. In: biopark-regensburg.de. Mai 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref>

2005 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 4,5 Mio. € und war erstmals seit Firmengründung profitabel. In Toronto wurde eine Niederlassung gegründet.<ref>Geneart expandiert und geht an die Börse - BioPark Regensburg GmbH. In: biopark-regensburg.de. Mai 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref> Ein Jahr später stiegen die Erlöse auf 7,8 Mio. €.<ref>Geneart AG steigert Produktion und Umsatz - BioPark Regensburg GmbH. In: biopark-regensburg.de. Mai 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref>

Im Mai 2006 ging das Unternehmen an die Börse (IPO),<ref name="biotech">biotechnologie.de - Initiative des Bundesministe: Biotechnologie.de - Themendossiers. In: biotechnologie.de. 10. Juli 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref> wo die Geneart-Aktien im Freiverkehr gehandelt wurden. Beim IPO betrug der Emissionserlös 17,5 Mio. €.<ref name="books-9TABAgAAQBAJ-31">Holger Bengs: Investieren in Biotechnologie - simplified. FinanzBuch Verlag, 2013, ISBN 978-3-862-48533-8, S. 31 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> 2008 lag der Umsatz bei 15,7 Mio. €.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erfolgreiche Investments (Memento vom 16. Mai 2012 im Internet Archive) Bayern Kapital GmbH (PDF-Datei)</ref> Im selben Jahr gewann Geneart den mit 100.000 € dotierten European Biotechnica Award im Bereich Biotechnologie und Life Sciences.<ref>Geneart AG gewinnt EUROPEAN BIOTECHNICA AWARD - BioPark Regensburg GmbH. In: biopark-regensburg.de. Oktober 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref> 2009 wurde ein Umsatz von 17,2 Mio. € erzielt.<ref>Rödl & Partner berät Übernahme der Geneart AG. In: rws-verlag.de. 9. April 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref>

Der US-Konzern Life Technologies erwarb im April 2010 Geneart für etwa 56 Millionen Euro.<ref>Winfried Köppelle: Geneart nach USA verkauft. In: laborjournal.de. 12. April 2010, abgerufen am 10. Juli 2015.</ref> In diesem Jahr produzierte Geneart mit etwa 180 Mitarbeitern pro Monat rund 3000 unterschiedliche Gene.<ref name="wiwo" /> Life Technologies selbst entstand 2008 aus der Fusion von Invitrogen und Applied Biosystems. Die Übernahme von Geneart erfolgte über die Applied Biosystems Deutschland GmbH, die im August 2010 über 95 % der Aktien der Geneart AG hielt,<ref>GENEART AG: 2. Quartal / 1. Halbjahr 2010 - GENEART Europe AG - Pressemitteilung. In: pressebox.de. 17. August 2010, abgerufen am 10. Juli 2015.</ref> womit die Voraussetzungen eines Squeeze-out geschaffen wurden, der dann im November 2010 auch auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Geneart AG beschlossen wurde.<ref>GENEART - Beherrschungsvertrag / Squeeze-out / Außerordentliche Hauptversammlung. In: flive.de. 27. September 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. Juli 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.flive.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref><ref>SpruchZ: Spruchverfahren Recht & Praxis: Squeeze-out GENEART AG: Spruchverfahren geht in die Verlängerung. In: spruchverfahren.blogspot.de. 2. April 2014, abgerufen am 10. Juli 2015.</ref>

Firmengründer Ralf Wagner war noch bis Mitte 2012 CEO und CSO von Geneart.<ref>Prof. Dr. Ralf Wagner - BioPark Regensburg GmbH. In: biopark-regensburg.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref>

Heute ist Geneart eine Marke (GeneArt) von Life Technologies<ref>Geneart Katalog – Life Technologies. In: lifetechnologies.com. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/www.lifetechnologies.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> und die GeneArt AG eine 100%ige Tochter von Thermo Fisher Scientific.<ref>GeneArt AG / Thermo Fisher Scientific Inc. - BioPark Regensburg GmbH. In: biopark-regensburg.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015.</ref>

Produkte

Das Unternehmen stellte Technologien für die Entwicklung und Herstellung neuartiger Arzneimittel und Impfstoffe bereit. Gleichzeitig verwendeten Kunden die Dienstleistungen in der synthetischen Biologie zum Beispiel zur Verbesserung von Enzymen, etwa als Waschmittelzusätze und zur Konstruktion von Bakterien, die komplexe Biopolymere und Verbindungen herstellen oder abbauen (beispielsweise Kunststoffe, Erdöl usw.). Als Technologiebasis diente eine selbstentwickelte Sequenzdesign-Software (GeneOptimizer), mit der sich im zweiten Schritt im Labor komplexe oder repetitive Sequenzen herstellen lassen.<ref name="gp" />

2008 erhielt Geneart den größten weltweit bisher vergebenen Gensyntheseauftrag zur Komplettierung der Mammalian Gene Collection (MGC) durch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde National Institutes of Health.<ref name="pb">GENEART schließt Auftrag zur Vervollständigung der "Mammalian Gene Collection" der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde NIH erfolgreich ab. In: pressebox.de. 10. November 2008, abgerufen am 10. Juli 2015.</ref> Im Rahmen dieses Auftrags mit einem Volumen von etwa 6 Mio. US$ wurden 2400 verschiedene Gene und 1500 Genvarianten produziert, die sich während des MGC-Projekts (2002 bis 2006) mit den klassischen Methoden der Biotechnologie nicht isolieren ließen.<ref name="sw" />

Zudem produzierte das Unternehmen DNA-Fragmente, die bei der Herstellung des ersten synthetischen Bakteriengenoms durch das J. Craig Venter Institute zum Einsatz kamen.<ref name="wiwo" /><ref name="books-kB8nA8b0TQMC-281">Pengcheng Fu: Systems Biology and Synthetic Biology. John Wiley & Sons, 2009, ISBN 978-0-470-43797-1, S. 281 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>JCVI: Research / Projects / Synthetic Bacterial Genome / Press Release. In: jcvi.org. 24. Januar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />