Deezer ist ein internationaler Musikstreaming-Dienst, der im August 2007 in Frankreich gegründet wurde. Deezer ist in mehr als 180 Ländern verfügbar und streamt nach eigenen Angaben einen Katalog von über 120 Millionen Titeln (Stand: Januar 2026)<ref>[1] Deezer, 2026. Auf Deezer.com, abgerufen am 24. Januar 2026.</ref> mit einer Bitrate von bis zu 320 kbit/s und – mit Deezer HiFi – 1411 kbit/s.<ref>FAQ – Häufig gestellte Fragen. In: Offers › deezer HiFi. Deezer, 2022. Auf Deezer.com, abgerufen am 11. Februar 2022.</ref> Neben Musik haben Nutzer auch Zugriff auf Hörbücher, Hörspiele und Podcasts. Deezer finanziert sich teilweise aus Werbung und hat rund 16 Millionen aktive Nutzer.
Der Dienst wurde erstmals 2006 auf informeller Basis unter dem Namen Blogmusik.net gestartet. Eine Beschwerde der französischen VerwertungsgesellschaftSACEM führte jedoch im Februar 2007 zu seiner Schließung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />BlogMusik devient Deezer (Memento vom 27. September 2012 im Internet Archive) In: Infos-du-net vom 22. August 2007 (französisch). Abgerufen am 31. August 2019.</ref> Der Name wurde in Deezer geändert und der Betrieb am 22. August 2007 wiederaufgenommen.
Der Betreiber berief sich dagegen auf eine Vereinbarung mit der SACEM, die bereits vor dem Namenswechsel erfolgt war. Mit Sony BMG konnte Deezer dagegen bereits im Oktober 2007 eine Zusammenarbeit vereinbaren, die die Nutzung der Titel dieser Gesellschaft ermöglichen.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Presseerklärung von Deezer (Memento vom 16. September 2008 im Internet Archive) (PDF)</ref> Am 14. Mai 2008 unterzeichnete Universal Music France ein internationales Abkommen mit Deezer, das den Zugang zu ihrem Musik-Katalog ermöglicht.<ref>Deezer ajoute Universal Music à son catalogue de musique en ligne, ZDNet.fr, 14. Mai 2008</ref>
Am 11. September 2008 meldeten Deezer und Warner Music International schließlich ein Abkommen zur Verfügbarmachung des Musikkatalogs des Major-Labels auf der Website.
Außer den Vereinbarungen mit drei der vier größten Plattenfirmen hat Deezer Verträge mit vielen selbstständigen Plattenfirmen abgeschlossen, wie Believe, Because Music, Beggars, The Orchard oder Naïve.
Im August 2007, dem ersten Monat, in dem Deezer offiziell den Betrieb aufgenommen hatte, verzeichnete die Plattform 773.000 Besucher. Die Anzahl der Nutzer stieg bis Mai 2008 auf 2,75 Millionen und kletterte bis Dezember 2009 auf sieben Millionen.<ref name="ina">Pascal Rozat: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deezer: Profitability Down the Line? In: INA Global, 19. August 2011 (Memento vom 3. April 2015 im Internet Archive)</ref>
Trotz des hohen Benutzeraufkommens bekam Deezer fast zeitgleich finanzielle Probleme. So brachte es das Unternehmen im ersten Halbjahr 2008 auf einen Umsatz von lediglich 875.000 €, was nicht ausreichte, um die Lizenzgebühren zu bezahlen.<ref name="ina"/> Im Juli 2008 begann der Dienst daher auf seiner Plattform Werbung zu schalten. Im Oktober desselben Jahres sicherte sich Deezer dann eine Finanzierung in Höhe von 8,4 Millionen US$ von AGF Private Equity und CM-CIC Capital Prive. Damit erhöhte sich die Gesamtinvestition in das Unternehmen auf 15,8 Millionen US$.<ref name="wsj oct 2012">Ben Rooney: Deezer’s Expansion Plans Get a Boost. In: Wall Street Journal, 8. Oktober 2012</ref>
Im Februar 2009 führte Deezer eine Registrierungspflicht ein, um genauere Nutzerdaten für zielgerichtete Werbeanzeigen ermitteln zu können. Im November 2009 wurde dann damit begonnen, Audio-Werbung zwischen Liedern zu schalten.<ref name="ina"/>
Am 5. November 2009 startete Deezer ein dreistufiges Angebotsmodell. Während der Dienst die Gratisversion beibehielt, kamen zwei zahlungspflichtige Abonnements hinzu. Für 4,99 € monatlich erhielten Nutzer eine bessere Soundqualität sowie Musik ohne Werbeunterbrechung, für 9,99 € monatlich gab es noch eine Offline-Nutzung für Computer sowie mobile Android-, BlackBerry- und iOS-Geräte dazu.<ref>Robin Wauters: Digital music startup Deezer debuts desktop client, premium offering. In: TechCrunch, 5. November 2009</ref>
Im Januar 2010 verließ Jonathan Benassaya, der CEO und Mitbegründer von Deezer, das Unternehmen, nachdem weniger als 15.000 der 12 Millionen Deezer Nutzer die zahlungspflichtigen Abonnements abgeschlossen hatten. Zu seinem Nachfolger als CEO wurde Axel Dauchez ernannt.<ref>Roxanne Varza: Post bloodletting, Deezer appoints a new CEO. In: TechCrunch, 28. Januar 2010</ref>
Im August 2010 ging Deezer eine Partnerschaft mit dem französischen Mobilfunknetzbetreiber Orange ein. Dessen Kunden erhielten bei bestimmten Verträgen freien Zugang zum Deezer-Premium-Angebot.<ref>Orange brings Deezer-Premium to its customers. In: Screen Digest, 6. August 2010</ref> Schon bald nach dem Start der Partnerschaft stieg die Abonnentenzahl von Deezer-Premium von 6.000 auf 100.000 Nutzer monatlich. Anfang 2011 hatten bereits 500.000 Menschen ein kostenpflichtiges Deezer-Abo. Die Marke von einer Million Abonnenten wurde dann Mitte 2011 geknackt, ein halbes Jahr früher als geplant.<ref name="ina"/> Die beiden Unternehmen erweiterten ihre Partnerschaft im September 2011 um Orange-Vertragskunden in Großbritannien.<ref>Deezer takes on Spotify with Orange deal. In: Financial Times, 7. September 2011</ref>
Ebenfalls im September desselben Jahres integrierte Deezer Facebook in seinen Service, um Nutzern das Teilen von Musik über den Social-Media-Dienst zu ermöglichen.<ref>Deezer enters realm of Facebook. In: Telecompaper, 23. September 2011.</ref>
Internationale Expansion und Finanzierung
Im Dezember 2011 gab Deezer bekannt, dass das Unternehmen plane, bis zum Ende des Jahres nach ganz Europa und 2012 auf den amerikanischen Kontinent mit Ausnahme der USA sowie nach Afrika, Südostasien und in weitere Länder weltweit zu expandieren. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Dienst nur in Belgien, Frankreich und Großbritannien verfügbar.<ref name="tech dec 2011">TechCrunch: Deezer plans to launch music service in 200 countries by June 2012. In: TechCrunch, 7. Dezember 2011.</ref>
Am 10. Oktober 2012 erhielt Deezer eine Investition in Höhe von 130 Millionen US-Dollar von der Beteiligungsgesellschaft Access Industries, die von dem Milliardär Leonard Blavatnik gegründet wurde.<ref>Carsten Knobloch: Neues vom Musikdienst Deezer. In: stadt-bremerhaven.de, 10. Oktober 2012.</ref> Ein Jahr zuvor hatte Access Industries bereits den Musikkonzern Warner Music Group für eine Summe von rund 3,3 Milliarden US-Dollar aufgekauft.<ref>Reuters: Russischer Milliardär kauft Warner Music. In: Zeit Online, 6. Mai 2011.</ref> Deezer nutzte die Investition, um weiter international zu expandieren, und gab kurz darauf bekannt, dass es in 76 neuen Märkten verfügbar sei, was die gesamte Länderanzahl auf 160 weltweit erhöhte.<ref>Tom Warren: Deezer's streaming music service now available in 160 countries, US market not ready. In: The Verge, 10. Oktober 2012.</ref>
Im April 2014 wurde bekannt, dass der bisherige globale CEO Axel Dauchez das Unternehmen bis September verlassen würde.<ref>Music Business Worldwide: Deezer CEO exits, becomes Publicis France Boss. In: Music Business Worldwide, 29. April 2014.</ref> Als Nachfolger berief Deezer Ende 2014 den deutschen Juristen und Manager Hans-Holger Albrecht, der die Position von Februar 2015 bis 2021 innehatte.<ref>Musikwoche: Deezer macht deutschen Manager zum Konzernchef. In: Musikwoche, 19. Dezember 2014.</ref>
Im Oktober 2014 kaufte Deezer die Podcast-App Stitcher. Mit dem Zukauf erweiterte Deezer sein bestehendes Musikangebot um Radiosendungen und Podcasts.<ref name="Stitcher">Pascal Wuttke: Deezer kauft Stitcher. In: Caschys Blog, 25. Oktober 2014.</ref> Zunächst standen die neuen Inhalte nur in Frankreich, Großbritannien und Schweden zur Verfügung. Seit Oktober 2015 gibt es Podcasts und Radio auch in Deutschland über Deezer zu hören.<ref>Sascha Ostermaier: Deezer: Podcasts und Radiosendungen nun auch in Deutschland verfügbar. In: Caschys Blog, 29. Oktober 2015.</ref> 2016 verkaufte Deezer Stitcher wieder, und zwar für 4,5 Millionen US-Dollar an das US-amerikanische Medienunternehmen E.W. Scripps Co.<ref>Janko Roettgers: Scripps Buys Podcast Service Stitcher from Deezer. In: Variety, 6. Juni 2016.</ref> Inhalte wie Podcasts und Radio sind aber nach wie vor über Deezer abrufbar.<ref>Deezer Talk. Support.deezer.com, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>
Im Januar 2016 erhielt Deezer erneut 100 Millionen Euro Kapital. Neben Access Industries investierte dieses Mal auch der französische Telekom-Konzern Orange in den Streaming-Dienst.<ref>dpa: Deezer holt sich 100 Millionen Euro bei Investoren. In: Focus Online, 20. Januar 2016.</ref>
Anfang August 2018 bestätigte Deezer eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 160 Millionen Euro. Wiederholt investierten Access Industries und Orange. Als neue Geldgeber kamen die arabische Rotana-Firmengruppe sowie die Kingdom Holding aus Saudi-Arabien an Bord. Im Zuge dieser neuen Finanzierung wird Deezer mit einer Milliarde Euro bewertet.<ref>Musikwoche: Deezer bestätigt millionenschwere Finanzierungsrunde. In: Musikwoche, 3. August 2018.</ref>
Im Oktober 2018 gab Deezer bekannt, dass der Streaming-Dienst ab sofort auch in arabischer Sprache verfügbar ist. Nutzer im Nahen Osten sowie in Nordafrika können zusätzlich zu Deezers internationalem Katalog auch exklusiv auf musikalische Inhalte des Katalogs der Rotana Group zugreifen. Zudem plant Deezer einen Standort in Dubai zu eröffnen.<ref>Musikwoche: Deezer will in Nahost und Nordafrika weiter wachsen. In: Musikwoche, 22. Oktober 2018.</ref>
Derzeit führt Deezer auf seiner Webseite 189 Länder auf, in denen sein Service derzeit verfügbar ist.<ref>Deezer for developers. Developers.deezer.com, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref> Zudem gibt das Unternehmen an, 14 Millionen aktive Nutzer zu haben, die auf einen Katalog von über 56 Millionen Titeln zugreifen können (Stand: Dezember 2019).
Seit September 2015 bietet Deezer in Deutschland neben Podcasts auch Hörbücher und Hörspiele an.<ref name="Computerbild">Lennart Gotta: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hörbuch für unterwegs: Deezer erweitert Angebot. (Memento vom 9. Dezember 2018 im Internet Archive) In: Computerbild, 25. September 2015.</ref>
Partnerschaften
Um neue potenzielle Kunden zu gewinnen, begann Deezer Partnerschaften mit Unternehmen zu vereinbaren, die einen großen Kundenkreis aufzuweisen haben. Dies sind:
Weitere Sendeanstalten Im November 2014 stieß der Fernsehsender Joiz Germany als Partner dazu. Teil der Partnerschaft waren Playlists, die von den Moderatoren zu verschiedenen Themen erstellt und auch in Form von moderierten Clipstrecken in das Programm integriert wurden. Des Weiteren spielte Joiz Germany in seiner wöchentlichen Chartshow Coffee & Charts die Top 30 der aktuellen Deezer Streaming-Charts. Zusätzlich sollten regelmäßig Premium-Abonnements verlost werden.<ref>Petra Schwegler: Deezer pimpt sich mit Joiz In: W&V, 18. November 2014.</ref>
Telekommunikationsunternehmen Eine weitere Vermarktungspartnerschaft, die 2014 hinzukam, besteht mit dem britischen Telekommunikationsanbieter Vodafone.<ref>Dietmar Schwenger: Deezer und Vodafone schließen Partnerschaft. In: Musikwoche, 5. September 2014.</ref> Vertragskunden können Deezer zu ihrem Vodafone-Tarif zu vergünstigten Konditionen hinzubuchen. Die Partnerschaft wurde 2016 auf zwei weitere Jahre verlängert.<ref>Musikwoche: Deezer und Vodafone verlängern Partnerschaft. In: Musikwoche, 27. Oktober 2016.</ref>
Fahrradverleiher Datei:Fahrradverleih Deezer in Berlin 2018-11-24 ama fec (2).jpgDeezer-nextbike-Station Berlin an der Landsberger Allee Seit Ende 2017 kooperiert Deezer mit nextbike, dem öffentlichen Fahrradverleihsystem der Stadt Berlin. Deezer hat hierfür ein eigenes Design eingeführt; die Fahrräder haben eine 3-Gang-Schaltung und sind mit derben luftbereiften Rädern ausgestattet. Inzwischen sind in Berlin mehrere feste Ausleihstandorte etabliert; die Ausleihe funktioniert berührungslos mit der Kunden-App von Deezer. Die bei Deezer bereits registrierten Nutzer können das Rad die ersten 30 Minuten kostenlos benutzen.<ref>Nextbike Berlin kooperiert mit Deezer, abgerufen am 25. Oktober 2018.</ref>
Funktionen
Grundsatz
Um Deezer zu verwenden, muss sich der Nutzer zunächst über die Deezer-Website oder -App registrieren. Anschließend können unbegrenzt Musik, Hörbücher, Hörspiele und Podcasts gehört werden. In der kostenlosen Variante gibt es zwischen den einzelnen Titeln von Zeit zu Zeit Werbeeinblendungen.<ref>Selim Baykara: Deezer kostenlos nutzen und unbegrenzt Musik streamen – so geht’s. In: Giga.de, 12. September 2017.</ref>
Flow
Die Flow-Funktion wird von Deezer als persönlicher Soundtrack bezeichnet.<ref>[2]</ref> Es handelt sich dabei um einen patentierten Algorithmus, der anhand der Hörgewohnheiten des Nutzers für diesen einen endlosen Stream aus aktuellen Songs und Lieblingsliedern zusammenstellt.<ref>Frank Schmiechen: Wie Deezer die Großen der Musikstreaming-Branche angreifen will. In: gruenderszene.de, 19. Dezember 2016.</ref>
Offline-Modus
In der Bezahlvariante bietet Deezer einen Offline-Modus an. Dieser hat den Vorteil, dass sich Nutzer Titel herunterladen und auch ohne Internetverbindung anhören können. So wird z. B. beim Musikhören auf dem Smartphone der Verbrauch des Datenvolumens geschont.<ref>[3]</ref>
Songtexte
Seit 2014 hat Deezer eine Partnerschaft mit der kanadischen Songtextplattform LyricFind.<ref>Chris O’Brien: Deezer partners with LyricFind to let users see words to songs as they stream. In: venturebeat.com, 18. Dezember 2014.</ref> In der Deezer-App können sich Nutzer über einen Klick auf das Mikrofonsymbol den vollständigen Text eines Liedes anzeigen lassen, während dieses abgespielt wird.
Erkennung KI-generierter Musik
Seit Anfang des Jahres 2025 nutzt Deezer ein patentiertes Werkzeug<ref>Jade Bernet: Deezer deploys cutting-edge AI detection tool for music streaming. In: Deezer Newsroom. 24. Januar 2025, abgerufen am 4. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> um von künstlicher Intelligenz erstellte Musik automatisiert zu erkennen und zu kennzeichnen. KI-generierte Musik wird außerdem nicht mehr algorithmisch vorgeschlagen oder in redaktionell erstellten Playlist verwendet. Weiterhin wird gegen gefälschte Streams zum Zwecke des Abgreifens von Tantiemen vorgegangen.<ref>Deezer kennzeichnet KI-generierte Musik | Deezer Community. Abgerufen am 4. August 2025.</ref> Laut Angaben Deezers soll Musik der verbreitetsten Generatoren für künstliche Musik mit „100-prozentiger Sicherheit“ erkannt werden.<ref>heise online: Deezer: Fast ein Fünftel der eingereichten Musikstücke ist bereits KI-generiert. 17. April 2025, abgerufen am 4. August 2025.</ref>
Podcast
Seit 2014 sind auf Deezer auch Podcasts zu hören.<ref name="Stitcher"/> Wie beim Musikangebot sind auch die Podcasts in Kategorien eingeteilt und es gibt redaktionelle Empfehlungen. Seit 2016 produziert der Dienst mit den sogenannten „Deezer Originals“ auch eigene Podcast-Formate, die exklusiv auf der Plattform angeboten werden.<ref>Info Digital: Neuer Exklusiv-Podcast mit Sarah Kuttner & Stefan Niggemeier In: Info Digital, 21. März 2017.</ref> Zu den Eigenproduktionen gehört z. B. „Das kleine Fernsehballett“, in dem die Moderatorin Sarah Kuttner und der Medienjournalist Stefan Niggemeier über TV-Shows und Serien plaudern.<ref>Kurt Sagatz: Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier starten Podcast. In: Tagesspiegel, 21. März 2017.</ref>
Hörbücher und Hörspiele
In Deutschland hat Deezer seit 2015 eine in seine Benutzeroberfläche integrierte Hörbuch-App. In dieser sind Hörbücher und Hörspiele in Kategorien unterteilt. Als erster Streamingdienst führte Deezer auch eine Lesezeichen-Funktion für Hörbücher ein, sodass der Nutzer den Titel genau an der Stelle weiterhören kann, wo er ihn zuvor unterbrochen hat.<ref name="Computerbild"/>
Seit Mai 2020 wurde in Deutschland zusätzlich eine eigene Hörbuch-App „Deezer Audiobooks“ angeboten, die sich auf das Hörbuchangebot von Deezer konzentrierte. Im Januar 2023 wurde die App wieder eingestellt.<ref>Deezer: Audiobooks-App wird am 31. Januar eingestellt. 23. Januar 2023, abgerufen am 15. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Geräteunterstützung
Desktop-PC und Laptop
Deezer kann über seine Website direkt im Browser genutzt werden. Zudem gibt es eine Desktop-App, die Nutzern eines zahlungspflichtigen Angebots zur Verfügung steht. Als Betriebssystem wird mindestens Windows 7 oder macOS ab „Mavericks“ benötigt. Auch für Windows-10-Geräte ist eine Deezer-App verfügbar.<ref>[4] Deezer auf Desktop und im Browser</ref>
Mobile Geräte
Es existieren Deezer-Apps für Android- und iOS-Geräte; ehemals wurden auch BlackBerry- und Windows-Smartphones unterstützt.<ref>[5] Deezer auf Smartphones und Tablets</ref>
Seit 2011 ist Deezer bereits auf Smart-TV-Geräten von Samsung verfügbar, seit 2013 auch auf Fernsehern von Toshiba und LG.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressebericht Smart TV (Memento vom 11. Februar 2013 im Internet Archive)</ref> Es folgten Integrationen mit TV-Geräten von Panasonic, Philips, Sony Bravia sowie Bang & Olufsen. Nutzer von Android TV können sich ebenfalls eine Deezer-App herunterladen. Deezer ist auch kompatibel mit Chromecast sowie Amazon Fire TV.
Ein Teil der Einnahmen wird an die Rechteinhaber weitergegeben, wobei Deezer keine direkten Verträge mit Künstlern hat. Laut einem Interview aus dem Jahr 2015 mit Deezers CEO Hans-Holger Albrecht zahlen Streamingdienste rund 70 Prozent ihrer Einnahmen an die Musiklabels und Vertriebe.<ref>Thomas Heuzeroth: Früher oder später landen alle beim Streaming. In: Die Welt, 4. September 2015.</ref>
Die Höhe der Einnahmen pro Musikstück hängt von seinem Marktanteil ab und kann von Monat zu Monat unterschiedlich ausfallen. Dabei spielt es auch eine Rolle, ob der Song aus dem kostenfreien Angebot oder dem bezahlten Premium-Abonnement abgespielt wird und in welchem Land er gehört wird. Zum Beispiel zahlte Deezer in Frankreich im Jahr 2012 für jedes Anhören zwischen 0,005 € (0,5 Cent) und 0,035 € (3,5 Cent).<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rates of Spotify competitors (Memento vom 4. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref><ref>Uniform Motion – Update to Release Day Economics</ref> Wie die Labels oder Vertriebe dieses Geld an Künstler letztlich ausschütten, hängt jedoch vom jeweiligen Vertrag ab, den der Künstler mit diesen abgeschlossen hat.
Deezer gab 2017 bekannt, dass es an einem nutzerzentrierten Lizenzmodell arbeite, um die Auszahlungen an Rechteinhaber neu zu strukturieren.<ref name="heise.de">Daniel AJ Sokolov: Fairness-Debatte: Deezer möchte neuartige Musik-Lizenzen. In: heise.de, 26. April 2017.</ref> Bei diesem neuen Modell sollen, vereinfacht gesagt, die Abo-Gebühren jedes Nutzers nach dessen Hörverhalten aufgeteilt werden und nicht mehr nach dem gesamten Marktanteil. Das neue Modell würde u. a. Streaming-Betrug erschweren und lokale Musiker würden mehr verdienen.<ref name="heise.de"/>
Musikpiraterie und Streamripping
Wie bei anderen Streamingdiensten lassen sich alle verfügbaren Alben und Songs auf Deezer in der Bezahlversion z. B. auf dem Smartphone oder auch im für den Browser verfügbaren Offline-Modus speichern. Daher befürchten manche Künstler, dass mittels legaler Programme ihre Musik nicht in externen Bereichen wie Amazon oder iTunes gekauft wird, sondern über legale Programme in anderer Form heruntergeladen werden könnte, wodurch sie mit Einnahmeausfällen rechnen müssten. So ist es z. B. mittels eines Aufnahmeprogramms möglich, die gerade ablaufenden Musikstreams mit dem Programm aufzunehmen und anschließend als separate Datei (z. B. als MP3) zu speichern. Diese als Streamripping bezeichnete Methode ist ein bekanntes Problem in der Musikbranche.<ref>Illegale Musik-Downloads: Beliebte Methode lässt Spotify & Co. verzweifeln. In: Chip.de, 11. Oktober 2018.</ref> Gemäß dem Bundesverband der Musikindustrie liegen diese Urheberrechtsverletzungen in Deutschland jedoch unter dem weltweiten Durchschnitt.<ref>IFPI Veröffentlicht Music Consumer Insight Report 2018. Bundesverband der Musikindustrie, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>
In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Musiker wie z. B. Taylor Swift, Herbert Grönemeyer oder Die Ärzte aufgrund der möglichen Musikpiraterie und der ihrer Meinung nach geringen Einnahmen immer wieder gegen Streamingdienste ausgesprochen. Teilweise stellten die Künstler ihre Musikkataloge den Diensten nicht zur Verfügung oder ließen sie wieder entfernen.<ref>Einav Schiff und Christian Schröder: Taylor Swift kämpft für Musikerrechte. In: Tagesspiegel, 28. November 2018.</ref> Mit der zunehmenden Popularität der Streamingdienste heben viele Künstler ihren Boykott jedoch auf. So sind z. B. seit November 2018 auch die Alben der Band Die Ärzte auf Deezer, Spotify und anderen Diensten verfügbar.<ref>Rolling Stone: Übersicht: Alle Streaming-Dienste, bei denen es Die Ärzte gibt. In: Rolling Stone, 16. November 2018.</ref>
Angebote und Abos
Es gibt verschiedene Deezer-Angebote.<ref>Angebote. Deezer, abgerufen am 19. März 2022.</ref>
Verfügbar auf mobilen Geräten (iOS, Android, Windows etc.), Audiosystemen und Lautsprechern, Internet-TVs, Spielekonsolen, Sprachassistenten und Wearables, offline hören möglich
Student
ja
bis zu 1411 kbit/s
Unbegrenzt
Verfügbar auf mobilen Geräten (iOS, Android, Windows etc.), Audiosystemen und Lautsprechern, Internet-TVs, Spielekonsolen, Sprachassistenten und Wearables, offline hören möglich
Sechs Deezer-Premium Profile zu einem Preis, verfügbar auf mobilen Geräten (iOS, Android, Windows etc.), Audiosystemen und Lautsprechern, Internet-TVs, Spielekonsolen, Sprachassistenten und Wearables, offline hören möglich