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Roitzschjora

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Roitzschjora
Gemeinde Löbnitz
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(255)&title=Roitzschjora 51° 36′ N, 12° 29′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(255) 51° 35′ 31″ N, 12° 29′ 11″ O
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Einwohner: 255 (Juni 2022)<ref>Ortsteile – Internetauftritt der Gemeinde Löbnitz. Abgerufen am 10. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Eingemeindung: 1. September 1973
Postleitzahl: 04509
Vorwahl: 034208

Roitzschjora ist ein Ortsteil der Gemeinde Löbnitz im Landkreis Nordsachsen des Freistaates Sachsen. Die Gemeinde mit ihren Ortsteilen Roitzsch und Jora wurde am 1. September 1973 nach Löbnitz eingemeindet.

Geographische Lage

Datei:Mulde-Roitzschjora.jpg
Die Mulde bei Roitzschjora

Der Ortsteil Roitzschjora liegt zwischen Löbnitz im Westen und Bad Düben im Osten an einem Altarm der Mulde, der in diesem Bereich die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt bildet. Nördlich des Orts beginnt die Dübener Heide.

Geschichte

Datei:Fotothek df rp-b 0430028 Löbnitz-Roitzschjora. Bockmühle, Ruine.jpg
Die Bockwindmühle, 1976

Roitzsch und Jora waren ursprünglich zwei Orte, die im Vergleich zu den Nachbarorten sehr spät erwähnt wurden. Kirchlich gehörten sie zur Löbnitzer Kirche, bezüglich der Grundherrschaft zum Rittergut Löbnitz. Roitzsch wurde 1466 in einem Lehnbrief für die Brüder von Schönfeldt als wüste Mark bezeichnet. Ab Ende des 15. Jahrhunderts wurden Roitzsch und Jora auch als „große“ und „kleine Sorge“ oder Sorgau bezeichnet. Im Dreißigjährigen Krieg wurden beide Orte 1637 zerstört und lagen um 1642 für mehrere Jahrzehnte wüst. Die Brüder Erich und Adolph von Schönfeldt veranlassten den Wiederaufbau von Roitzsch.

Roitzsch und Jora gehörten bis 1815 zum kursächsischen Amt Delitzsch.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.</ref> Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen beide Orte zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt.<ref>Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. September 2024; abgerufen am 16. August 2025.</ref> 1836 fand der Zusammenschluss von Roitzsch und Jora statt und es wurde erstmals ein gemeinsamer Gemeinderat für den nun als „Roitschjora“ bezeichneten Ort gewählt.<ref>Landesarchiv Sachsen-Anhalt, D 9, D XVIb g Nr. 15</ref>

Im Zuge der Kreisreform in der DDR 1952 wurde Roitzschjora dem Kreis Delitzsch im Bezirk Leipzig zugeteilt. Zwei Jahre später brach durch ein Hochwasser der Damm der nördlich des Orts gelegenen Mulde. Im Jahre 1962 wurde in der Roitzschjoraer Muldenaue durch die LPG „Aufbau“ erstmals mit ökologisch orientiertem Wegebau in der DDR begonnen.<ref>Heimat DDR. Erlebnisse. Betrachtungen. Erkenntnisse. Dokumente, darin Ekke Abicht: „Zwei Semester wurden lebensbestimmend“, Hrsg. Horst Jäkel, GNN-Verlag Schkeuditz 2015, S. 117 ff., ISBN 978-3-89819-416-7</ref>

Roitzschjora wurde am 1. September 1973 nach Löbnitz eingemeindet.<ref>Roitzschjora im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> Mit diesem kam der Ort 1994 zum Landkreis Delitzsch und 2008 zum Landkreis Nordsachsen.

Musikfestival

Von 1999 bis 2016 fand auf dem Flugplatz Roitzschjora, jährlich im Juli das With Full Force Festival statt.

Ab 2017, konnte die Durchführung des Festivals auf dem Flugplatz Roitzschjora durch die einhergehenden steigenden Sicherheitsanforderungen der örtlichen Ordnungsbehörden und dem bisherigen Veranstalter nicht mehr gewährleistet werden. Das Festival fand mit neuen Veranstalter ab diesem Zeitpunkt auf dem Ferropolis-Gelände bei Gräfenhainichen statt.

Seit 2024 erlebt das Festival wieder auf dem Flugplatz Roitzschjora, unter der alten Veranstaltercrew und mit dem neuen Namen Full Rewind Festival, einen Neuanfang.

Sehenswürdigkeiten

Die Bockwindmühle von Roitzschjora erhielt 1843 ihren heutigen Standort (51° 35′ 7,7″ N, 12° 29′ 5,2″ O

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  }}). 2017 war die Bockwindmühle nicht mehr am Standort feststellbar.

Verkehr

Im Ort befindet sich der Flugplatz Löbnitz-Roitzschjora.<ref>Homepage des Verkehrslandeplatzes Roitzschjora</ref> Südlich des Orts verläuft die B 183a.

Weblinks

Commons: Roitzschjora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />