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Kestos

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 28. April 2026 um 18:17 Uhr durch imported>DerMaxdorfer (DerMaxdorfer verschob die Seite Cestus (Kleidungsstück) nach Kestos und überschrieb dabei eine Weiterleitung: klammerfreies Lemma, ursprüngliche und häufigere Schreibweise (selbst die Mehrzahl der lateinischen Belege lautet Cestos, nicht Cestus)).
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Das altgriechische Kestos (latinisiert Cestos und ab der Spätantike auch regulär lateinisch Cestus)<ref>Robert Coleman: Cestum in Varro R. R. 1,8,6. In: Hermes. Band 86, 1958, S. 383–384.</ref> war bei den Griechen und Römern der Antike eine Bezeichnung für eine Art oder verschiedene Arten von Gürtel.

Sowohl im Griechischen als auch im Lateinischen gab es verschiedene Bezeichnungen für Gürtel, bei denen nicht immer klar ist, ob sie sich auf unterschiedliche Formen und Varianten des Kleidungsstücks bezogen oder dieselbe Sache bezeichneten.<ref>Claudia Schopphoff: Der Gürtel. Funktion und Symbolik eines Kleidungsstücks in Antike und Mittelalter. Böhlau, Köln/Weimar 2009, ISBN 978-3-412-20226-2, S. 1–4.</ref> Das altgriechische Wort κεστός (kestos) bedeutete ursprünglich lediglich „gestickt“ oder „bestickt“. In Homers Ilias als der ältesten Quelle findet sich das Wort zunächst in der zusammengesetzten Bezeichnung κεστός ἱμὰς ποικίλος („bestickter, bunter Riemen“) und bezeichnet dort den Gürtel der Aphrodite ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), einen magischen Gegenstand, der den Liebeszauber der Göttin bewirkt.<ref>Homer, Ilias 14,214–215; August Hug: Κεστός. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband IV, Stuttgart 1924, Sp. 902. Siehe auch Claudia Schopphoff: Der Gürtel. Funktion und Symbolik eines Kleidungsstücks in Antike und Mittelalter. Böhlau, Köln/Weimar 2009, ISBN 978-3-412-20226-2, S. 143–144.</ref> Davon ausgehend wurde Kestos oder lateinisch Cestus in späteren Jahrhunderten der Antike auch in selbstständiger Form eine Bezeichnung für Gürtel, ohne vermutlich eine bestimmte konkrete Form des Kleidungsstücks zu meinen.<ref>Edmond Saglio: Cingulum. In: Dictionnaire des Antiquités Grecques et Romaines. Band 1,2, Hachette, Paris 1887, S. 1174–1182, hier S. 1176 (online).</ref> Allerdings wird aufgrund der Angaben zum homerischen Gürtel der Aphrodite angenommen, dass auch der spätere Begriff Kestos/Cestus in seiner allgemeineren Bedeutung eher einen um die oder direkt unterhalb der weiblichen Brust angelegten Gürtel bezeichnete – ähnlich dem Strophion und im Gegensatz zu anderen Gürtelformen wie dem Zingulum, die niedriger am Körper getragen wurden und das Gewand um die Taille gürteten.<ref>Wolfgang Speyer: Gürtel. In: Reallexikon für Antike und Christentum. Band 12, Anton Hiersemann, Stuttgart 1981, ISBN 3-7772-8145-X, Spalte 1232–1266, hier Spalte 1237–1238.</ref> Tendenziell scheint es sich bei den Gürteln, die als Kestos/Cestus bezeichnet wurden, um reich verzierte Gegenstände gehandelt zu haben, die mit Verführung und anmutiger Ausstrahlung bis hin zu magischen Kräften assoziiert waren.<ref>Robert Coleman: Cestum in Varro R. R. 1,8,6. In: Hermes. Band 86, 1958, S. 383–384, hier S. 383.</ref>

Der Philologe Christopher A. Faraone vermutete, dass das Anlegen eines Gürtels ähnlich dem homerischen Kestos zu einem traditionellen (vorhomerischen) Hochzeitsritual gehörte.<ref>Christopher A. Faraone: Aphrodite's κεστὸς and Apples for Atalanta: Aphrodisiacs in Early Greek Myth and Ritual. In: Phoenix. Band 44, Nummer 3, 1990, S. 219–243, hier S. 229 und 242.</ref>

Vom Cestus zu unterscheiden ist davon der Caestus, teilweise ebenfalls Cestus geschrieben, der Handschuh der antiken Faustkämpfer.

Literatur

Einzelnachweise

<references />