Zum Inhalt springen

Oktavia Aigner-Rollett

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 5. Januar 2026 um 19:06 Uhr durch imported>M2k~dewiki (BKL ersetzt mit bkl-replace).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Oktavia Aigner-Rollett (1905).jpg
Oktavia Aigner-Rollett als Medizinstudentin (vor 1905)
Datei:Ehrenring Denkmal für Oktavia Aigner-Rollett Paulustor Graz.jpg
Denkmal von Barbara Baur-Edlinger vor dem Paulustor (2018)
Datei:Ehrenring Denkmal für Oktavia Aigner-Rollett Vorklinik Graz.jpg
Denkmal von Barbara Baur-Edlinger vor der Grazer Vorklinik (2018), wegen Abriss des Gebäudes ab 2023 übersiedelt zum Hauptgebäude der Uni

Oktavia Auguste Aigner-Rollett (* 23. Mai 1877 in Graz;<ref>Pfarre St. Leonhard, Taufbuch XVIII, 1877-1884, S. 35., abgerufen am 13. November 2024.</ref> † 22. Mai 1959 ebenda) war die zweite Frau, die an der Universität Graz ein Studium der Medizin abschloss (1905), die erste Frau, die in Graz als Ärztin eine Praxis eröffnete, und die erste Sekundarärztin in Österreich.

Leben

Oktavia Rollett war die älteste Tochter des Physiologen Alexander Rollett und Schwester des Publizisten Edwin Rollett. Sie maturierte als erste Grazerin im Jahr 1900 am Ersten Staatsgymnasium in Graz als Externistin. Ihr Vater, Rektor der Universität Graz, gestattete ihr nur zögernd das Universitätsstudium. Am 9. Dezember 1905 wurde sie ganz alleine in der Aula der neuen Universität zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Vor ihr hatte nur die gebürtige Wienerin Maria Schuhmeister ein Studium der gesamten Heilkunde in Graz abgeschlossen. 1906 wurde Oktavia Rollett als unbezahlte Hilfsärztin am Grazer Landeskrankenhaus zugelassen. Der Abschluss des Studiums der Philosophie und Chemie und damit ein zweiter Doktortitel scheiterte im Zuge der Dissertation am Professorenwiderstand, die Annahme der Doktorarbeit wurde verweigert.

1906 war Oktavia Rollett als erste Ärztin am Allgemeinen Krankenhaus in Graz (Paulustor) als unbezahlte Hilfsärztin tätig. Danach (1906/1907) bekam sie eine Stelle als Sekundarärztin an der chirurgischen Abteilung des privaten Anna-Kinderspitals. 1907 eröffnete sie in der Humboldtstraße 17 ihre eigene Praxis als praktische Ärztin, die sie bis 1952 führte. 1935 erhielt sie den Titel Medizinalrat verliehen. Während der Zeit des Nationalsozialismus war sie nebenher als Funktionärin im BDM tätig.

Im Jahre 1908 heiratete sie den Anatomen Walter Aigner (1878–1950). Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor: der Mathematiker Alexander Aigner (1909–1988), der Psychologe und Gymnasialprofessor für Geografie und Geschichte Adalbert Aigner (1912–1979) sowie der Archivar am Steiermärkischen Landesarchiv Reinhold Aigner (1920–2013).

Oktavia Aigner-Rollett verstarb am 22. Mai 1959 im Alter von 82 Jahren und wurde im Grab ihrer Familie am Grazer Zentralfriedhof (Feld 10d III 1) beigesetzt.<ref>Karin Derler, Ingrid Urbanek: Planung für die Unendlichkeit – Der Grazer Zentralfriedhof. Steirische Verlagsgesellschaft, 2002, ISBN 3-85489-086-9.</ref>

Ehrungen

Literatur

  • Reinhold Aigner: Die Grazer Ärztinnen aus der Zeit der Monarchie. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. Jg. 70 (1979), S. 45–70 (online).
  • Reinhold Aigner: Dr. Oktavia Aigner-Rollett. Die erste Ärztin in Graz. Biographie einer österreichischen Früh-Ärztin. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz. Bd. 2 (1969).
  • Reinhold Aigner: Kleine Erinnerungen an die erste Grazer Ärztin Oktavia Aigner-Rollett. In: Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs. Folge 47, 1997, S. 243–252 (online).
  • Reinhold Aigner: Zur Patientenfrequenz der ersten Ärztin in Graz Frau Dr. Oktavia Aigner-Rollett (1877-1959). In: Publikationen aus dem Archiv der Universität Graz. Bd. 33 (1996).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein