Sommercasino
Das Sommercasino ist ein ehemaliges Gesellschaftshaus aus dem 19. Jahrhundert und heute ein Zentrum für Junge Kultur in der Stadt Basel in der Schweiz. Es befindet sich im Stadtquartier St. Alban.
Geschichte
Das Sommercasino entstand zwischen den Jahren 1822 und 1824. Der Architekt Johann Georg von der Mühll (1789–1853) entwarf es als Gesellschaftshaus für jene vornehmen Kreise, welche die Sommer ausserhalb der Stadt auf ihren Landsitzen verbrachten.<ref>Anna-Margretha Von der Mühll-Burckhardt. In: altbasel.ch. 21. Mai 2006, abgerufen am 28. August 2020.</ref> Zur gleichen Zeit wurde in der Innenstadt am Barfüsserplatz das heutige Stadtcasino gebaut. Während der Unruhen der Basler Kantonstrennung zwischen den Jahren 1830 und 1833 zogen die Mitglieder des Sommercasinos vorübergehend in das Stadtcasino; da die Sommercasino-Gesellschaft in den folgenden Jahrzehnten sich zunehmend verschuldete, während das Stadtcasino erblühte, wurden schliesslich 1907 die beiden Gesellschaften fusioniert. Die immense Schuldenlast durch das übernommene Sommercasino konnte jedoch nicht bewältigt werden, und so wurde das Sommercasino samt Park 1937 verkauft.
1959 übernahm die Stiftung Jugendhaus das Gebäude und funktionierte es in den folgenden Jahrzehnten zu einem Jugendhaus um. Seit 1986 ist das Sommercasino das grösste Jugendkulturhaus der Region Basel. Es ist heute ein fester Bestandteil in der regionalen Jugendkultur. Die Trägerschaft bildete bis 2015 die Jugendarbeit Basel («JuAr»), ehemals der Verein Basler Freizeitaktion BFA. Seit Januar 2016 wurde das Sommercasino vom Verein Junge Kultur Basel bewirtschaftet.
Das Haus wurde für Konzerte und Partys genutzt. Viele Räume wurden ausserdem an Jugendkulturschaffende der Region vermietet. Charakteristisch für das Gebäude sind die Graffiti, die sich auf der ganzen Fassade verteilen und in regelmässigen Abständen erneuert werden.
Im Mai 2024 wurde bekannt, dass das die Betreiber des Sommercasino den Betrieb aus finanziellen Gründen spätestens im September 2024 einstellen werden.<ref>Finanzielle Probleme - Basler Sommercasino: Ältestes Jugendhaus der Schweiz macht dicht. In: srf.ch. 8. Mai 2024, abgerufen am 8. Mai 2024.</ref> Zudem seien Sanierungsarbeiten nötig, die einen Betrieb ausschliessen.
Mitte September 2024 schrieb der Kanton Basel-Stadt in einer Medienmitteilung, dass eine Zwischennutzung an den Verein Château Solaire vergeben wurde.<ref>Finanzdepartement: Sommercasino Basel wird vom Verein Château Solaire zwischengenutzt. 16. September 2024, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Der Trägerverein kündigte ein vielseitiges Programm mit Tanz, Theater, Musik, Kunst, Literatur, Medien und Performance an<ref>Interview: Kathrin Signer: Musik Basel - «Unser Konzept ist ein wenig anders»: Das hat der Verein Château Solaire mit dem Sommercasino vor. 20. September 2024, abgerufen am 26. März 2026.</ref> und promotiert Veranstaltungen seit dem Januar 2025 auf der Webseite des Sommercasino Basel. Die Zwischennutzung endet voraussichtlich im Herbst 2028.
Genaue Pläne zur Instandsetzung des Gebäudes und zukünftige Nutzungen des Gebäude sollen von Immobilien Basel-Stadt im Jahr 2027 kommuniziert werden.<ref>Regierungsrat: Kurzmitteilungen aus der Regierungsrats-Sitzung (Bulletin). 16. Dezember 2025, abgerufen am 26. März 2026.</ref>
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Hinterfassade des Gebäudes
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Eingangsbereich
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Das Sommercasino in Basel
Literatur
- Paul-Henry Boerlin: Das Basler Sommercasino. In: Basler Jahrbuch 1956, S. 162–186.
- Paul Roth: Die Basler Casino-Gesellschaft. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. In: Basler Stadtbuch 1961, S. 139–166.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 47° 32′ 50,8″ N, 7° 35′ 54,8″ O; CH1903: 612040 / 266314
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