Askarele
Askarele (engl. askarels) sind Gemische polychlorierter Biphenyle (PCB) oder Gemische von PCB mit polychlorierten Benzolen, die als Elektroisolierflüssigkeiten eingesetzt wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Technische Regeln für Gefahrstoffe: Elektroisolierflüssigkeiten, die mit PCDD oder PCDF verunreinigt sind ( vom 10. März 2014 im Internet Archive) (PDF; 96 kB).</ref> Aufgrund ihrer Umweltschädlichkeit werden sie heute nicht mehr benutzt.
Herstellung und Eigenschaften
Polychlorierte Biphenyle werden hergestellt, indem Biphenyl chargenweise solange chloriert wird, bis der gewünschte Chlorgehalt im Endprodukt erreicht ist.<ref>Informationen der US-EPA zu Arochlor und anderen PCB-Gemischen (engl.).</ref> Die daraus hergestellten Askarele sind chemisch sehr beständig. Sie sind nicht brennbar und zeichnen sich durch ihre hohen Siedepunkte und eine niedrige elektrische Leitfähigkeit aus. Je nach Zusammensetzung variiert ihr Aussehen von leichtgefärbten Flüssigkeiten bis hin zu gelben oder schwarzen, wachsartigen Massen.<ref>Grundlageninformationen der US-EPA zu PCB (engl.).</ref>
Bei der thermischen Zersetzung von Askarelen treten Pyrolyseprodukte auf (polychlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane), die wegen ihrer besonderen Giftigkeit als Ultragifte bezeichnet werden.<ref>Handbuch für den betrieblichen Brandschutz: Aufbau, Durchführung, Optimierung. WEKA Media GmbH & Co. KG, ISBN 978-3-8111-4471-2 (google.de).</ref>
Verwendung
Askarele fanden aufgrund ihrer geringen elektrischen Leitfähigkeit, relativ hohen Dielektrizitätskonstante und ihrer Nichtbrennbarkeit seit den 1930er-Jahren als Elektroisolierflüssigkeiten in Kondensatoren und Hochspannungstransformatoren eine breite Verwendung: Nahezu alle zwischen 1930 und 1980 gefertigten Metallpapier- und Ölpapierkondensatoren enthielten Askarele als Dielektrikum.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Informationen der ANZECC zur Identifizierung von PCB-enthaltenden Kondensatoren ( vom 3. Oktober 2012 im Internet Archive; PDF) (englisch)</ref><ref name = "u_toronto">Informationen der Universität Toronto zu Geschichte und Handelsnamen der Askarele (englisch)</ref> Askarele wurden u. a. unter den Handelsnamen Apirolio, Aroclor, Asbestol, Clophen, Chorextol, Chorinol, Diaclor, Dykanol, Elemex, Elaol, Eucarel, Fenclor, Hydrocor, Hyvol, Inerteen, Kaneclor, Montar, NoFlamol, Phenochlor, Pydraul, Pyralene, Pyroclor und Sorol vermarktet.<ref name = "u_toronto" /> Bei der Beurteilung der Auswirkungen der Askarele auf die menschliche Gesundheit werden die toxikologischen Eigenschaften der polychlorierten Biphenyle als Maßstab herangezogen.
Ersatzstoffe
Als Ersatzstoffe werden Mineralöle, synthetische Ester und Silikonöle (sogenannte Transformatorenöle) eingesetzt, die eine ausreichende chemische Stabilität und elektrische Isolierfähigkeit besitzen.
Einzelnachweise
<references />