Uranylhydroxid
| Kristallstruktur | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kristallstruktur von Uranylhydroxid | |||||||||||||
| Vorlage:Farbe U6+ Vorlage:Farbe O2− | |||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||
| Name | Uranylhydroxid | ||||||||||||
| Andere Namen |
Dihydroxidioxiuran | ||||||||||||
| Verhältnisformel | UO2(OH)2 | ||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||
| |||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||
| Molare Masse | 304,04 g·mol−1 | ||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="Grenthe" /> | ||||||||||||
| Schmelzpunkt |
> 400 °C<ref>Henry Enfield Roscoe: Ausführliches Lehrbuch der Chemie. Vieweg, 1879, S. 617 (books.google.com).</ref> | ||||||||||||
| Gefahren- und Sicherheitshinweise | |||||||||||||
| Datei:ISO 7010 W003.svg Radioaktiv | |||||||||||||
| |||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||
Uranylhydroxid ist ein Hydroxid des Urans mit der chemischen Formel UO2(OH)2 in der monomeren und (UO2)2(OH)4 in der dimeren Form. Beide Isomere können im normalen wässrigen Medium existieren. Uranylhydroxidhydrat wird als ein gallertartiger Yellowcake aus oxidierten Uranlaugen bei etwa neutralem pH-Wert ausgefällt.
Eigenschaften
Uranylhydroxid leitet sich wie die Uranate von der hypothetischen Uransäure ab, die sowohl als Base wie auch als Säure reagieren kann. Als Base werden die Uranyl-Verbindungen und als Säure die Uranate gebildet. Letztere sind jedoch nicht stabil und wandeln sich in die Di-uranate (U2O72−) um. Die entsprechenden Reaktionsgleichungen sind wie folgt:<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 37.–39. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1956, S. 519.</ref>
- <math>\mathrm{UO_4^{\,2-} + 2\ H^{\,+} \rightleftharpoons \ UO_2(OH)_2 \rightleftharpoons\ UO_2^{\,2+} + 2\ OH^{\,-}}</math>
Auf Grund dieser Reaktionen können Uranate und Uranylsalze leicht in die jeweils andere Form umgewandelt werden.
Modifikationen
Die Modifikationen wurden mit folgenden Eigenschaften beschrieben:<ref name="Grenthe">Ingmar Grenthe, Janusz Drożdżynński, Takeo Fujino, Edgar C. Buck, Thomas E. Albrecht-Schmitt, Stephen F. Wolf: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Uranium ( vom 18. Januar 2012 im Internet Archive), in: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements, Springer, Dordrecht 2006; ISBN 1-4020-3555-1, S. 253–698; doi:10.1007/1-4020-3598-5_5.</ref>
| Modifikation | Farbe | Raumgruppe | Kristallsystem | Gitterkonstanten | Dichte /g·cm−3 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| a/Å | b/Å | c/Å | β /° | Z | |||||
| α‐UO2(OH)2 | grünlich gelb | Cmce<ref name="RG_ehem_Ccma"> Die ehemalige Bezeichnung dieser Raumgruppe lautete Ccma. </ref> (Nr. 64) | Orthorhombisch | 4,242 | 10,302 | 6,868 | 4 | 6,73 | |
| β‐UO2(OH)2 | gelb-grün | Pbca (Nr. 61) | Orthorhombisch | 5,6438 | 6,2867 | 9,9372 | 4 | 5,73 | |
| γ‐UO2(OH)2 | grau chamois | P21/c (Nr. 14) | Monoklin | 6,419 | 5,518 | 5,561 | 112,77 | 2 | 5,56 |
| UO2(OH)2 · H2O | hellgelb | Pbna (Nr. 60, Stellung 5) | Orthorhombisch | 13,977 | 16,696 | 14,672 | 32 | 5 | |
Verwendung
Uranylhydroxid wurde früher in der Glas- und Keramikherstellung genutzt, um die Glasphasen einzufärben und Pigmente für das Hochtemperaturbrennen herzustellen. Durch Einleitung von alkalischen Diuranaten in Glas entsteht ein Gelbton im Glas und eine grüne Reflexion. Außerdem strahlt dieses Glas unter ultraviolettem Licht Kaltlicht ab und fluoresziert. Das Uranylhydroxid leitet Protonen, wenn es stetig stärker zusammengepresst wird und anschließend langsam wieder entspannt wird; und es findet Anwendung als Bauteil von Brennstoffzellen.<ref>Patent US4179491A: Electrical device with separator as conductor for hydrogen cations. Angemeldet am 20. Januar 1978, veröffentlicht am 18. Dezember 1979, Anmelder: National Research Development Corp, Erfinder: Arthur T. Howe, Mark G. Shilton.</ref>
Auswirkungen auf die Gesundheit
Uranylhydroxid schädigt das Erbgut, führt zu Fehlbildungen und ist radioaktiv; daher sollte es mit äußerster Vorsicht behandelt werden.
Literatur
- Ingmar Grenthe, Janusz Drożdżynński, Takeo Fujino, Edgar C. Buck, Thomas E. Albrecht-Schmitt, Stephen F. Wolf: Uranium, in: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements, Springer, Dordrecht 2006; ISBN 1-4020-3555-1, S. 253–698; doi:10.1007/1-4020-3598-5_5.
- C. A. Alexander: „Volatilization of urania under strongly oxidizing conditions“, in: Journal of Nuclear Materials, 2005, 346, S. 312–318; doi:10.1016/j.jnucmat.2005.07.013.
Einzelnachweise
<references/>
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Radioaktiver Stoff
- Gehört zu einer als gefährlich eingestuften Stoffgruppe (CLP-Verordnung)
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:P-Sätze fehlen
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Hydroxid
- Uranylverbindung