Zum Inhalt springen

Raffeln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. April 2026 um 17:24 Uhr durch imported>Dieringer63 (Link auf Ulrich Ammon, „Hans Bickel (Linguist)“ und „Jakob Ebner (Sprachwissenschaftler)“ usw.; Kleinkram).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Grated carrot.jpg
Geraffelte Karotten
Datei:International "tag dit råkostjern med på arbejde" dag.jpg
Raffel grob (ermöglicht eine stiftförmige Zerkleinerung, im Gegensatz zur kleinlöchrigen rechten Seite dieser Reibe, die das Reibegut zerbröckelt)

Unter Raffeln versteht man die Zerkleinerung („spanende Bearbeitung“) von Obst, Gemüse oder Käse mit einem Küchengerät zu kleinen, stiftförmigen Stückchen,<ref>Ulrich Ammon, Hans Bickel, Jakob Ebner, Ruth Esterhammer, Markus Gasser, Lorenz Hofer, Birte Kellermeier-Rehbein, Heinrich Löffler, Doris Mangott, Hans Moser, Robert Schläpfer, Michael Schloßmacher, Regula Schmidlin, Günter Vallaster: Variantenwörterbuch des Deutschen: Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-090581-6, S. 606.</ref> entweder durch eine spezielle Küchenmaschine oder manuell mittels einer Reibe/Raspel/Raffel. Typische Anwendungen für Rösti, Reibekuchen, Karottensalat und Selleriesalat oder „geriebener Apfel“ im Birchermüesli. Der Duden nennt raspeln ohne besondere Anmerkung, wohingegen raffeln „mit einer groben Reibe zu kleinen, stiftförmigen Stückchen zerkleinern; raspeln“ und eine landschaftliche Wendung sei.<ref name="Der DUDEN">raffeln. In: Duden online.</ref><ref>reiben. In: Duden online.</ref><ref>raspeln. In: Duden online.</ref> Geraffelt wird Gemüse mit fester Struktur, z. B. Möhren, Kohlrabi, während weichere Gemüse wie z. B. Zucchini geraspelt werden, und anderes wird in Scheiben gehobelt, z. B. Gurken, Rettich.<ref>Lernfeld 2.3 - Speisen herstellen und anrichten. In: wgr.de. Westermann Gruppe, S. 128, abgerufen am 6. Oktober 2023.</ref>

Die „Raffel“

Der Begriff Raffel hat zwei Bedeutungen: Klatschmaul (lautmalend zu rappeln) und dann sowohl ein Gerät zum Abstreifen von Beeren als auch ein Küchengerät zum Gemüseraspeln, letztere Bedeutung in Abhängigkeit vom Verb raffeln, eine Intensivbildung zu raffen.<ref>Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Walter de Gruyter, 2012, ISBN 978-3-11-022365-1, S. 742.</ref> Schweizerisch auch die „Raffle“ (auch Rafele, Diminutiv Rafeli) für verschiedene Werkzeuge wie: das Reibeisen, ein gelöchertes Blech zum Schnitzeln, Schaben und Zerreiben von Kartoffeln, Muskatnuss etc. Des Weiteren für eine grobe Feile oder eine Hanfbreche. Eine Raffel ist in der Schweiz eine Klapper oder auch ein „schwatzhaftes Weib“.<ref>Schweizerisches Idiotikon digital. In: idioticon.ch. S. 637–638, abgerufen am 5. Oktober 2023.</ref>

Andere Bedeutungen

Neben dieser Bedeutung gibt es noch regional die Bedeutung viel, schnell und nicht unbedingt qualifiziert reden für Raffeln bzw. Geraffel. Süßholz raspeln wiederum hat die Bedeutung von jmd. nach dem Mund reden, jmd. schmeicheln.

Etymologie

Nach Kluge sind sowohl die Raspel als auch die Raffel mit dem Verb raffen verwandt, das von einem Stamm *-hrap hergeleitet wird;<ref name=":0">Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch. 22. Auflage. Berlin / New York 1989, S. 579–582.</ref> als Raffel wird in manchen Gegenden aber auch ein Gerät bezeichnet, das zum Abstreifen von Beeren, nicht aber zum Zerkleinern dient (vgl. Blaubeerkamm).<ref name=":0" />

Raffeln im Sinne von Klatsch verbreiten ist mit rappeln verwandt, was lärmen bedeutet. Eine Nebenbedeutung ist aus dem Ausdruck Es rappelt bei jemandem bekannt. Möglicherweise sind hier Einflüsse aus dem Französischen (rêver = träumen, phantasieren) und dem Lateinischen (rabere = irre sein) vorhanden.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />