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Dichlor(phenyl)phosphan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von Dichlorphenylphosphan
Allgemeines
Name Dichlor(phenyl)phosphan
Andere Namen
  • Dichlor(phenyl)phosphin
  • Dichlorphenylphosphin
  • Phenyldichlorphosphin
  • Phenylphosphordichlorid
Summenformel C6H5Cl2P
Kurzbeschreibung

farblose bis leicht gelbliche Flüssigkeit mit sehr charakteristischem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 211-425-8
ECHA-InfoCard 100.010.388
PubChem 12573
ChemSpider 12053
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 178,99 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name="GESTIS" />

Dichte

1,32 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−51 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

225 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
Brechungsindex

1,5962<ref>Georg Wittig, Helmut Braun, Henri-Jean Cristau: Darstellung und Racematspaltung chiraler Triarylphosphine. In: Justus Liebigs Annalen der Chemie. Band 751, Nr. 1, 12. Oktober 1971, S. 17–26, doi:10.1002/jlac.19717510103.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290​‐​302​‐​314
EUH: 014
P: 280​‐​301+310+330​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​310<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

200 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Dichlorphenylphosphan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphane. Sie trägt einen Phenylrest und zwei Chloratome am zentralen Phosphor gebunden.

Herstellung

Zur Synthese von Dichlorphenylphosphan kann die Reaktion zwischen Phosphortrichlorid mit Benzol in Gegenwart von Aluminiumchlorid genutzt werden.<ref>F Simeon, P.-A Jaffres, D Villemin: A direct and new convenient oxidation: synthesis of substituted arylphosphonates from aromatics. In: Tetrahedron. Band 54, Nr. 34, 1998, S. 10111–10118.</ref> Die Reaktion verläuft analog einer Friedel-Crafts-Acylierung. Die Lewis-Säure Aluminiumchlorid aktiviert zunächst Phosphortrichlorid und ermöglicht so den folgenden elektrophilen Angriff an das Benzol.

<math>\mathrm{PCl_3\ +\ C_6H_6\ \xrightarrow {[AlCl_3]}\ \ PhPCl_2 + HCl \uparrow}</math>
Reaktion von Phosphortrichlorid mit Benzol zu Dichlorphenylphosphan. Ph=Phenyl. Der als Nebenprodukt gebildete Chlorwasserstoff entweicht als Gas aus dem Reaktionsgemisch.

Eigenschaften

Dichlorphenylphosphan ist eine farblose Flüssigkeit, die öfters durch Verunreinigungen gelblich verfärbt und schon in geringen Konzentrationen durch ihren äußerst charakteristischen Geruch wahrnehmbar ist. Mit Wasser zersetzt sie sich langsam unter Bildung von Chlorwasserstoff.

Verwendung

Dichlorphenylphosphan kann zur Synthese von Chlordiphenylphosphan verwendet werden. Bei Temperaturen über 280 °C disproportioniert Dichlorphenylphosphan zu Chlordiphenylphosphan und Phosphortrichlorid.<ref>A. Broglie: Ueber das Verhalten von Phosphenylchlorid bei höherer Temperatur. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. Band 10, Nr. 1, 1877, S. 628, doi:10.1002/cber.187701001174.</ref>

<math>\mathrm{2\ PhPCl_2\longrightarrow\ Ph_2PCl\ +\ PCl_3}</math>
Disproportionierung von Dichlorphenylphosphan in Chlordipenylphosphan und Phosphortrichlorid.

Die Reduktion der Verbindung mittels Lithiumaluminiumhydrid in Diethylether ergibt das Phenylphosphan.<ref name="Freedman">Leon D. Freedman, G. O. Doak: The Reduction of Benzenephosphonyl Dichloride. In: Journal of the American Chemical Society. Band 74, Nr. 13, Juli 1952, S. 3414–3415, doi:10.1021/ja01133a504.</ref>

<math>\mathrm{2\ C_6H_5PCl_2\ +\ LiAlH_4\longrightarrow\ C_6H_5PH_2\ +\ LiAlCl_4}</math>

Bei der Umsetzung mit elementarem Chlor entsteht Tetrachlorphenylphosphoran, welches unter anderem dazu in der Lage ist aromatische Hydroxy-Gruppen direkt durch Chloratome zu substituieren.<ref>Elliott Bay, David A. Bak, Peter E. Timony, Andrea Leone-Bay: Preparation of aryl chlorides from phenols. In: The Journal of Organic Chemistry. Band 55, Nr. 10, Mai 1990, S. 3415–3417, doi:10.1021/jo00297a087.</ref>

<math>\mathrm{PhPCl_2\ +\ Cl_2\longrightarrow\ PhPCl_4}</math>

Einzelnachweise

<references />