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Uranylchlorid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Uranylchlorid
Vorlage:Farbe U6+ 0 Vorlage:Farbe O2− 0 Vorlage:Farbe Cl
Allgemeines
Name Uranylchlorid
Andere Namen

Dichlordioxyuran

Verhältnisformel (UO2)Cl2
Kurzbeschreibung

gelbe, fluoreszierende Kristalle<ref>N. Kumar, Dennis G. Tuck: The direct electrochemical synthesis of neutral and anionic halogen complexes of uranium(IV) and uranium(VI). In: Inorganica Chimica Acta. Band 95, Nr. 4, 1984, S. 211–215, doi:10.1016/S0020-1693(00)87469-1.</ref><ref name="Satyanarayana">B. S. Satyanarayana: The fluorescence of the uranyl compounds and the raman spectrum of the uranyl ion. In: Proceedings Mathematical Sciences. Band 15, Nr. 5, 1942, S. 414–416, doi:10.1007/BF03046037.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 232-246-1
ECHA-InfoCard 100.029.315
PubChem 82259
ChemSpider 21172763
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 340,90 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Löslichkeit
  • leicht löslich in Wasser<ref name="Brauer" />
  • schlecht löslich in Tetrahydrofuran<ref>Afif M. Seyam: Observations on the reaction of uranium tetrachloride and dichlorodioxouranium(VI) with lithium alkyls. In: Inorganica Chimica Acta. Band 10, Nr. 2, 1985, S. 123–126, doi:10.1016/S0020-1693(00)84567-3.</ref>
Gefahren- und Sicherheitshinweise
Datei:ISO 7010 W003.svg
Radioaktiv
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.790">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref><ref>Die von der Radioaktivität ausgehenden Gefahren gehören nicht zu den einzustufenden Eigenschaften nach der GHS-Kennzeichnung.</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​300​‐​373​‐​411
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Uranylchlorid, (UO2)Cl2 ist eine instabile, hellgelbe chemische Verbindung des Urans. Es bildet große sandartige Kristalle.

Datei:UO2Cl2.jpg
UO2Cl2 aus UCl4 + O2

Gewinnung und Darstellung

Die Verbindung bildet sich, indem Chlorgas über rotglühendes Urandioxid geleitet wird<ref name="IS5"></ref>:

<chem>UCl4 + O2 -> UO2Cl2 + Cl2</chem>

oder als kristallwasserhaltige Verbindung, wenn man Urantrioxid in Salzsäure löst und die Lösung anschließend im Vakuum bis zur Kristallisation einengt<ref name="Brauer">Georg Brauer: Uranylchlorid. In: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1954, S. 1076.</ref>:

<chem>UO3 + 2 HCl -> UO2Cl2 + H2O</chem>

Eine wässrige Lösung der Verbindung kann erhalten werden, indem man eine Lösung von Uranylsulfat mit einer Bariumchloridlösung behandelt und das ausfallende Bariumsulfat abtrennt<ref name="Brauer" />:

<chem>UO2SO4 + BaCl2 -> UO2Cl2 + BaSO4</chem>

Eigenschaften

Das hygroskopische Uranylchlorid und seine beiden Hydrate ((UO2)Cl2 · H2O / (UO2)Cl2 · 3 H2O) zersetzen sich unter Lichteinwirkung, was 1804 von Adolph Ferdinand Gehlen festgestellt wurde. Diese Lichtempfindlichkeit erregte zeitweise wissenschaftliche Aufmerksamkeit und weckte zahlreiche erfolglose Bemühungen, die Salze für neue fotografische Anwendungen zu nutzen. Wie viele andere Uranverbindungen zeigt Uranylchlorid Fluoreszenz unter ultraviolettem Licht, verglichen mit anderen Uranylsalzen ist sie jedoch schwach.<ref name="Satyanarayana" />

Kristallstruktur

Die Kristallstruktur von solvensfreiem Uranylchlorid wurde erstmals 1968 durch Debets bestimmt.<ref name="Debets">P. C. Debets: The Structures of Uranyl Chloride and its Hydrates In: Acta Crystallographica, Section B24. 1968, S. 400.</ref> In der Kristallstruktur ist die Kation-Kation-Wechselwirkung ersichtlich, die charakteristisch für Uranylverbindungen ist. Eine Uranyleinheit koordiniert dabei in der äquatorialen Position ein Sauerstoffatom einer weiteren Uranyleinheit, sodass sich ein dreidimensionales Netzwerk ergibt. Die Chloratome verbrücken zwei benachbarte Uranyleinheiten zusätzlich in der äquatorialen Ebene.

Industrielle Bedeutung

Das Unternehmen Indian Rare Earths Limited (IREL) hat eine Möglichkeit entwickelt, Uran aus den östlichen und westlichen Küstendünen Indiens zu gewinnen. Nach der Vorbearbeitung mit starken Magnetabscheidern und dem Pulverisieren werden die mineralhaltigen Sande (Monazite) mit Natriumhydroxid und Wasser bei etwa 120 °C unter Druck aufgespalten. Die Hydroxidlösung wird anschließend mit konzentrierter Salzsäure versetzt, um die Hydroxide in eine gesättigte Lösung aus Uranchlorid und anderen Chloriden der Seltenerdmetalle (einschließlich Thorium) umzuwandeln. Danach wird aus der Lösung das Lösungsmittel extrahiert, wodurch Uranylchlorid und Thoriumoxalat entsteht. Die unreine Uranylchloridlösung wird nun durch Fällung und Extraktion der Fremdstoffe in Nitratlösung auf kerntechnische Reinheit veredelt.

Gesundheits- und Umweltgefahren

Uranylchlorid ist hochtoxisch beim Einatmen und Verschlucken. Außerdem besteht die Gefahr der Anreicherung im menschlichen Körper, was vor allem die Leber und die Nieren betrifft. Für Wasserorganismen ist es ebenfalls giftig und kann Langzeitschäden in der Wasserwelt verursachen. Wie alle Uranverbindungen ist es radioaktiv. Die Aktivität ist von der Isotopenzusammensetzung des Urans abhängig.

Weblinks

Literatur

  • Leonhard Ochs, Fritz Strassmann: Darstellung, Schmelzpunkt und spezif. Leitfähigkeit von UO2Cl2. Zeitschrift für Naturforschung, Band 7b, S. 637–639 (1952)
  • T. K. Mukherjee: The Role of IREL in the Indian Nuclear Energy Programme. In: An International Journal of Nuclear Power. Band 18, Nr. 2–3, 2004, S. 81–83 (PDF).
  • Ingmar Grenthe, Janusz Drożdżynński, Takeo Fujino, Edgar C. Buck, Thomas E. Albrecht-Schmitt, Stephen F. Wolf: Uranium. In: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements. Springer, Dordrecht 2006, ISBN 1-4020-3555-1, S. 253–698; doi:10.1007/1-4020-3598-5_5 (PDF).

Einzelnachweise

<references />