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Alsfeld-Heidelbach

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Heidelbach
Stadt Alsfeld
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(296)&title=Heidelbach 50° 48′ N, 9° 15′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(296) 50° 48′ 30″ N, 9° 15′ 29″ O
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Höhe: 234 m ü. NHN
Fläche: 8,25 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 296 (31. Dez. 2021)<ref name="DF">Heidelbach. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im März 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36304
Vorwahl: 06698

Heidelbach ist ein kleines Dorf im mittelhessischen Vogelsbergkreis und ein Stadtteil der Stadt Alsfeld.

Geographische Lage

Heidelbach liegt am Südwestrand des Knüllgebirges im Schwalmgrund etwa 6 km nördlich der Alsfelder Kernstadt. Es befindet sich an den Mündungen des Wegwassers und Krähbachs in den Eder-Zufluss Schwalm, an der südlich des Dorfs das Hochwasserrückhaltebecken Heidelbach liegt. Nördlich des Dorfs erhebt sich der Heidelberg (318,1 m ü. NN<ref name="DE_BFN-Karten">Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)</ref>). Durch das Dorf führt die Landesstraße 3156, von der die Kreisstraße 115 zur östlich angelegten Bundesstraße 254 überleitet.

Ortsgeschichte

Datei:Kirche in Heidelbach Alsfeld.jpg
Evangelische Kirche

Mittelalter

Die schriftliche Ersterwähnung von Heidelbach erfolgte im Jahr 1057 in einer Urkunde, die einen umfangreichen Vergleich zwischen dem Bistum Mainz und der Abtei Hersfeld regelte. Darin wurde sich auch wegen eines Konfliktes zwischen den Kirchen in Heidelbach und Ottrau geeinigt: „... inter ecclesiam de Oteraha et Heidilbahc ...“<ref>Hans Weirich: Urkundenbuch des Reichskloster Hersfeld. Band 1,1. Marburg 1936. Nr. 102, S. 185.</ref> Zwischen 1090 und 1150 ist Besitz des Klosters Petersberg in „Heidelbah“ belegt. Niedergeschrieben wurde dies in einem Kopiar, dem Codex Eberhardi, um 1160.<ref>Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 25, S. 60.</ref> 1377 wird „... syne dorffe vnd gerechte zu Heydilbach“ beschrieben.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 1098, S. 732.</ref> Mit dorffe wird die Siedlungsform des Ortes genannt.

Ein Ort gleichen Namens findet sich im Erzgebirge: Heidelbach (Neuhausen). Außerdem gab es in der Nähe von Melsungen ein später wüst gefallenen gleichnamigen Ort, der 1096 erstmals erwähnt wurde.<ref>Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Marburg 1926. S. 216.</ref> Der Ortsname leitet sich von einem Gewässernamen ab, in den ein Bergname eingeschoben wurde: Heidel(berg)bach. Der Bestimmungsname des Bergnamens ist das frühmittelhochdeutsche „heidel“,<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 169.</ref> das dem neuhochdeutschen Heidelbeere entspricht.<ref>Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage Berlin 1967. bearbeitet von Walther Mitzka. S. 297.</ref>

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Heidelbach:

„Heidelbach (L. Bez. Alsfeld) evangel. Pfarrdorf; liegt an der Churhessischen Grenze, wo die Brücke gegen Schrecksbach die Gemarkung scheidet, so wie an der Schwalm, 114 St. von Alsfeld, hat 52 Häuser 316 evangelische Einwohner, 1 Kirche, 1 Mühle und mehrere Höfe. – Der Ort kommt unter dem Namen Heidelbach vor, und so weit die Nachrichten reichen, erscheint derselbe als ein Theil des Gerichts Alsfeld. Die Kirche wird 1057 in einer Urkunde genannt, nach welcher es der Erzbischof von Mainz übernahm, den Grafen Hermann (vermuthlich von Gleiberg) wegen seiner Ansprüche an die Kirche zu Heidelbach zu befriedigen. Die Burgmännische Familie Schaufuß zu Alsfeld, befand sich schon 1316 im Besitz des Kirchsatzes, welcher von ihr zur Hälfte an die Familie von Heidwolf übergegangen ist. Zu dieser Zeit war Volpertus dictus Nodunck Pfarrer zu Heidelbach. Die Familie der Nodinge findet sich schon frühe in dieser Gegend, und wurde später mit Angerod belehnt.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Heidelbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Alsfeld eingegliedert.<ref></ref> Für Heidelbach, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 208 kB) § 8. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im Februar 2012.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Heidelbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Heidelbach durch das Amt Alsfeld. Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Heidelbach zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Heidelbach 312 Einwohner. Darunter waren 3 (1,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 36 Einwohner unter 18 Jahren, 114 zwischen 18 und 49, 81 zwischen 50 und 64 und 81 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 138 Haushalten. Davon waren 45 Singlehaushalte, 39 Paare ohne Kinder und 39 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 33 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 87 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 243 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 243 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 254 Einwohner, 50 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 316 Einwohner, 61 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 299 Einwohner, 50 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Heidelbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
234
1800
  
243
1806
  
254
1829
  
316
1834
  
290
1840
  
327
1846
  
334
1852
  
317
1858
  
292
1864
  
295
1871
  
322
1875
  
313
1885
  
307
1895
  
306
1905
  
321
1910
  
306
1925
  
271
1939
  
299
1946
  
482
1950
  
440
1956
  
391
1961
  
368
1967
  
398
1970
  
379
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2006
  
340
2011
  
312
2015
  
287
2020
  
285
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Alsfeld: 2006<ref>Stadtteil Heidelbach im Webauftritt der Stadt Alsfeld, abgerufen im Oktober 2017.</ref>, 2015:<ref>Haushaltsplan 2017, Vorbericht.</ref>, 2020<ref>Einwohner 2020.</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 316 evangelische Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 328 evangelische (= 89,13 %), 34 römisch-katholischer (= 9,24 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Heidelbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Heidelbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 64,91 %. Alle Kandidaten gehörten der „Wählergemeinschaft Heidelbach“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Heidelbach. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Dietmar Hermann zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im September 2023.</ref>

Baudenkmäler

Die evangelische Kirche birgt eine Orgel aus der Werkstatt von Johann Hartmann Bernhard aus den Jahren 1817/18, die im Jahre 2009 von Orgelbau Waltershausen restauriert wurde.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Heidelbach (Alsfeld)

Familienname

Die alte hessische Familie Heidelbach entlehnte ihren Namen aus dem Dorf.

Persönlichkeiten

Anmerkungen

<references group="Anm." />

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Heidelbach, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 34 und 74, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 177 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 187 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 227 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 414 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

Literatur

Weblinks

Commons: Heidelbach (Alsfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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