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Echte Dattelpalme

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Echte Dattelpalme
Datei:Phoenix dactylifera0.jpg

Echte Dattelpalmen in Marokko

Systematik
Ordnung: Palmenartige (Arecales)
Familie: Palmengewächse (Arecaceae)
Unterfamilie: Coryphoideae
Tribus: Phoeniceae
Gattung: Dattelpalmen (Phoenix)
Art: Echte Dattelpalme
Wissenschaftlicher Name
Phoenix dactylifera
L.

Die Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera) ist eine Pflanzenart der Gattung Dattelpalmen (Phoenix) in der Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Ihre Früchte werden Datteln genannt (Lateinisch dactylifera bedeutet „datteltragende“; vgl. dactylus in der Bedeutung „Dattel“). Die echte Dattelpalme ist eine alte orientalische Kulturpflanze, deren menschliche Nutzung sich bis in die Archive von Mesopotamien zurückverfolgen lässt.

Datei:Capernaum (11872411296).jpg
Echte Dattelpalme
Datei:Date Palm flowers in Pakistan.jpg
Blüten
Datei:Dahab Egypt Phoenix dactylifera.JPG
Fruchtstand

Beschreibung

Die Echte Dattelpalme erreicht Wuchshöhen von 15 bis 20 Metern. Die Basis der Wedel verbleibt am Stamm. Die Laubblätter sind Wedel; sie sind 3 bis 5 m lang und haben etwa 30 cm lange und 2 cm breite Fiedern. Im unteren Bereich der Wedel sind Stacheln vorhanden.

Phoenix-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtlich (diözisch). Die achselständigen Blütenstände sind einfach verzweigt mit einem großen Hochblatt. Die gestielten oder ungestielten Blüten sind eingeschlechtlich und dreizählig. Die je drei Kelch- und Kronblätter sind untereinander verwachsen. Die Krone ist länger als der Kelch. Die männlichen Blüten enthalten meist drei Staubblätter, deren Staubfäden an ihrer Basis verwachsen sind. Die weiblichen Blüten enthalten drei freie Fruchtblätter und sechs verwachsene Staminodien. Die Narben sitzen ohne Griffel direkt auf den Fruchtblättern. Es werden fleischige Steinfrüchte gebildet, die in großen traubigen Fruchtständen an der Palme hängen.

Die ersten Dattelfrüchte kann man nach 5 bis 6 Jahren ernten.

Nährwerte

Datteln (roh)

Rohe Datteln enthalten je 100 Gramm 75 g Kohlenhydrate (davon 63,4 g Zucker), 2,45 g Eiweiße und 0,39 g Fett.<ref name="food_compare" /> Auf Grund ihres hohen Zuckeranteils bzw. geringen Wasseranteils besitzen sie einen relativ hohen Nährwert von 1181 kJ (282 kcal).<ref name="food_compare">Dattel (roh, 100 g). In: food-compare.com. Food Compare, abgerufen am 24. Februar 2026 (Nährwerte und Inhaltsstoffe der Dattel).</ref>

100 g Datteln (roh) enthalten:<ref name="food_compare" />
Brennwert Wasser Fett Eiweiß Kohlenhy. Ballastst. Zucker
1181 kJ
(282 kcal)
20,5 g 0,39 g 2,45 g 11,6 g 8 g 63,4 g
Datteln (getrocknet)

Getrocknete Datteln enthalten je 100 Gramm 65,07 g Kohlenhydrate (davon 63,72 Zucker), 1,85 g Eiweiße und 0,53 g Fett.<ref name="debinet" /> Auf Grund ihres hohen Zuckeranteils bzw. geringen Wasseranteils besitzen sie einen relativ hohen Nährwert von 1234 kJ (295 kcal).<ref name="debinet">Dattel getrocknet – Deutsche Ernährungsberatungs- und -informationsnetz – DEBInet [Zusatzinfos frei zugänglich]. In: ernaehrung.de. Institut für Ernährungsinformation, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Oktober 2021; abgerufen am 25. Februar 2026 (alternativer Link DEBInet [Zusatzinfos nur mit Premiumzugang]).</ref>

100 g Datteln (getrocknet) enthalten:<ref name="debinet" />
Brennwert Wasser Fett Eiweiß Kohlenhy. Ballastst. Zucker
1234 kJ
(295 kcal)
20,74 g 0,53 g 1,85 g 1,35 g 8,7 g 63,72 g

Datteln enthalten nennenswerte Mengen an B-Vitaminen und einigen Mineralstoffen, sie sind insbesondere ein guter Lieferant für Kalium.<ref name="food_compare" /><ref name="debinet" />

Aufgrund der hohen Nährstoffdichte werden sie oft als „Brot der Wüste“ bezeichnet.

Vorkommen

Die Echte Dattelpalme kommt ursprünglich vor in Saudi-Arabien, den Golfstaaten, Oman, Jordanien, Irak, Iran und Pakistan. Eingeführt wurde sie in Afrika, Australien, Indien, China, Afghanistan, Spanien, Kalifornien, Bolivien, der Türkei und Großbritannien.<ref name="POWO" />

Taxonomie

Die Echte Dattelpalme wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2, Seite 1188 als Phoenix dactylifera erstbeschrieben. Ein Synonym ist Palma dactylifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Mill.<ref name="POWO" />

Ökologie

Samenausbreitung

Die natürliche Ausbreitung der Dattelpalmen erfolgt durch Endochorie (Verdauungsausbreitung) mit Ausscheidung ihrer resistenten Kerne. Viele Säugetiere und Vögel sind dazu befähigt, so Flughunde, Hundeartige<ref>Dirk H. R. Spennemann: The role of canids in the dispersal of commercial and ornamental palm species In: Mammal Research. Band 66, 2021, ISSN 2199-2401, S. 57–74, doi:10.1007/s13364-020-00535-6 (PDF).</ref> und Strauße.<ref>Dirk H. R. Spennemann: Review of the vertebrate-mediated dispersal of the date palm, Phoenix dactylifera. In: Zoology in the Middle East. Band 64, Nr. 4, 2018, ISSN 0939-7140, S. 283–296 (doi:10.1080/09397140.2018.1514785).</ref>

Schädlinge

Wie viele andere Kulturpflanzen haben auch Dattelpalmen Schädlinge; dazu zählt der Rote Palmrüssler (Rhynchophorus ferrugineus), der sich seit etwa 1994 am Mittelmeer ausbreitet. Er ist gefährlich, da er seine Eier innerhalb der Dattelpalme ablegt und, wenn Schäden sichtbar sind, nur noch ein Abholzen und Vernichten hilft.

Der Dattel-Borkenkäfer (Coccotrypes dactyliperda) aus der Familie der Borkenkäfer ist auf Dattelkerne zur Eiablage spezialisiert, nimmt aber auch Mandeln und andere Substrate an, allerdings verschmäht er ausgeschiedene Kerne.<ref>Dirk H. R. Spennemann: Infestation of defaecated seeds by Coccotrypes dactyliperda (Coleoptera: Curculionidae: Scolytinae) and its implications on the dispersal success of palms. In: Oriental Insects. Band 55, Nr. 1, Februar 2020, ISSN 0030-5316, S. 1–9, doi:10.1080/00305316.2020.1722272.</ref> Der ausgewachsene Käfer kann im Kern überwintern und erst im Frühjahr schlüpfen.<ref>Dirk H. R. Spennemann: Biology, ecology and distribution of the Date Stone Beetle, Coccotrypes dactyliperda (Coleoptera: Curculionidae). In: Zoology in the Middle East. Band 65, Nr. 2, 2019, ISSN 0939-7140, S. 163–182, doi:10.1080/09397140.2019.1571743.</ref>

Auch Pilze können der Dattelpalme zusetzen. So hat die Bayoud-Krankheit mit dem Pilz Fusarium oxysporum große Bestände in Algerien und Marokko vernichtet. Neue Sorten-Züchtungen der Dattelpalme sind nicht mehr so anfällig für diesen Pilz.

Datei:Dattelernte.jpg
Dattelernte

Anbau

Die Dattelpalme benötigt als Wüstenpflanze viel Sonne und vor allem in den Sommermonaten auch viel Wasser. Ansonsten gilt die Pflanze als anspruchslos und kommt mit nährstoffarmen Böden zurecht. Sie wächst langsam und gilt als winterhärter als ihre Verwandte, die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis).

Über die Jahrtausende sind zahlreiche Varianten der Datteln gezüchtet worden, so dass ihre Fruchtfarbe von Rot bis Schwarz variiert.

Der Anbau von Datteln erfolgt in Palmengärten. Die Pflanzen haben eine Nutzzeit von 80 bis 100 Jahren, daher muss ein solcher Garten sorgfältig geplant werden. Da die Früchte nur alle zwei Jahre aus befruchteten Blüten entstehen, werden auf zirka 100 weibliche Pflanzen 2 bis 3 männliche gepflanzt. Der Ertrag pro Palme kann dann bis 100 kg pro Erntesaison betragen. Die Fruchtbildung findet bei 30 bis 35 Grad Celsius Außentemperatur statt. Dabei benötigen die Pflanzen viel Wasser. Wenn sie keinen Zugang zum Grundwasser haben, müssen sie gut bewässert werden.

Konservierung

Im äußerst trockenen Klima der Anbauländer konservieren sich die Früchte der verschiedenen Dattelpalmensorten aufgrund ihres hohen Zuckergehaltes<ref name="food_compare" /><ref name="debinet" /> – vergleichbar Feigen und Weintrauben – von selbst und bleiben mindestens bis zur nächsten Ernte haltbar.

Wirtschaftliche Bedeutung

Ein großer Teil der Produktion verbleibt in den Ländern selbst und wird weiterverarbeitet. Dattelprodukte sind neben den Früchten (frisch und getrocknet) Dattelöl, Dattelschnaps (und Essig).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dattelprodukte. (Memento vom 12. Dezember 2008 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dattelproduktion – Weltwirtschaftliche Bedeutung. (Memento vom 19. November 2010 im Internet Archive) In: uni-duesseldorf.de, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.</ref> Vom Stamm älterer Dattelpalmen lässt sich ein Saft abzapfen, der sich sofort im Gärprozess befindet und als Palmwein vergoren wird.<ref>Christian Rätsch: Lexikon der Zauberpflanzen aus ethnologischer Sicht. Akademische Druck- und Verlags-Anstalt, Graz 1988, ISBN 3-201-01437-0. S. 57.</ref> Die Blätter können zur Herstellung von Flechtwerk aller Art genutzt werden.


2024 wurden laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO weltweit 9.929.708 Tonnen Datteln geerntet.

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die zehn größten Produzenten von Datteln weltweit, die insgesamt 90,3 % der Erntemenge produzierten.

Größte Dattelproduzenten (2024)<ref name="faostat">Crops, primary > Dates. In: Produktionsstatistik der FAO für 2024. fao.org, abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rang Land Menge
(in t)
1 Saudi-ArabienDatei:Flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien 1.927.556
2 AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten 1.750.302
3 AlgerienDatei:Flag of Algeria.svg Algerien 1.337.301
4 IranDatei:Flag of Iran.svg Iran 1.182.144
5 PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan 604.243
6 IrakDatei:Flag of Iraq.svg Irak 587.190
7 SudanDatei:Flag of Sudan.svg Sudan 443.134
8 OmanDatei:Flag of Oman.svg Oman 400.655
9 TunesienDatei:Flag of Tunisia.svg Tunesien 400.219
10 Vereinigte Arabische EmirateDatei:Flag of the United Arab Emirates.svg Vereinigte Arabische Emirate 333.632
Summe TOP TEN 8.966.376

Geschichte

Bei archäologischen Grabungen im Südosten Irans, in Tepe Gaz Tavileh, das nördlich von Bandar Abbas liegt, wurden Dattelsteine gefunden. Sie könnten möglicherweise auf die Ursprünge des Dattelanbaus hindeuten. Tepe Gaz Tavileh war eine neolithische Siedlung und wird auf das frühe 6. Jahrtausend v. Chr. datiert.<ref>Roger Matthews, Hassan Fazeli Nashli: The Archaeology of Iran from the Palaeolithic to the Achaemenid Empire. (= Routledge World Archaeology.). Routledge, London/New York 2022, ISBN 978-1-032-12332-5, S. 97 (doi:10.4324/9781003224129).</ref>

1963 wurden bei Ausgrabungen in der Festung Masada rund zweitausend Jahre alte Dattelkerne gefunden. Forscher brachten 2005 einen der Keime zum Wachsen.<ref>Matthias Gräbner: 2000 Jahre alter Samen – Jurassic Tree. In: Telepolis, 13. Juni 2008 (doi:10.1126/science.1153600 englisches Original).</ref> Die Pflanze wird heute als Judäische Dattelpalme bezeichnet und ist Rekordhalter in altersbedingter Keimfähigkeit. Seit Anfang 2020 sprießen weitere sechs Setzlinge aus Kernen, die in Qumran am Toten Meer und Masada gefunden wurden.<ref>Datteln aus 2.000 Jahre alten Samen. In: Israelnetz.de. Christliche Medieninitiative pro e. V., 10. Februar 2020, abgerufen am 14. Februar 2020.</ref>

Galerie

Siehe auch

Quellen

Weblinks

Commons: Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="POWO">Datenblatt Phoenix dactylifera bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science (englisch ).</ref> </references>