Geierswalde
Geierswalde Lejno Gemeinde Elsterheide
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(304)&title=Geierswalde 51° 30′ N, 14° 8′ O
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| Höhe: | 107 m ü. NN | |||||
| Fläche: | 20,47 km² | |||||
| Einwohner: | 304 (31. Dez. 2016)<ref>Angaben der Gemeindeverwaltung Elsterheide.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 15 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1995 | |||||
| Postleitzahl: | 02979 | |||||
| Vorwahl: | 035722 | |||||
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Geierswalde, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ist ein Dorf in der Oberlausitz und Ortsteil der sächsischen Gemeinde Elsterheide im sächsischen Landkreis Bautzen. Es zählt zum offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen.
Der Ortsteil hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 179 kB) § 14. In: Webauftritt. Gemeinde Elsterheide, abgerufen im März 2026.</ref>
Der Ort trägt den Charakter eines Straßendorfes und wird im Ortskern durch enggereihte Winkel-, Drei- und Vierseithöfe im meist eingeschossiger Klinkerbauweise sowie der Dorfauen entlang der Hauptstraßen geprägt. An den Gehöften findet man noch überbaute Torhäuser und Toreinfahrten, Holzblockscheunen und Oberlauben. Die Kirche mit ihrem leicht geneigten Turm steht von allen Ortsdurchfahrten aus im Blickpunkt. Das Wasserwerk östlich des Ortes gilt als Industriedenkmal.
Geografie
Geierswalde befindet sich noch in der Niederlausitz, liegt ungefähr 12 Kilometer nordwestlich der Stadt Hoyerswerda und ungefähr 12 Kilometer südöstlich der Stadt Senftenberg, im Süden fließt die Schwarze Elster und im Westen erstreckt sich das Restloch des ehemaligen Braunkohlentagebaus Koschen dem heutigen Geierswalder See.
Am westlichen Ufer des Geierswalder Sees, in etwa fünf Kilometern liegt das brandenburgische Dorf Kleinkoschen (sorbisch: Košynka), in südlicher Richtung an der Landstraße zirka einen Kilometer entfernt das Dorf Tätzschwitz (sorbisch: Ptačecy). Nach ungefähr zwei Kilometern in südöstlicher Richtung erreicht man die Gemeinde Laubusch (Lubuš) und nach fünf Kilometern im Nordosten das Dorf Klein Partwitz (Bjezdowy). Der Koschenberg (Košynska hora) liegt bei etwa acht Kilometer südwestlich des Ortes.
Geschichte
Für den Ortsnamen, sorbisch Lejno, gibt es mehrere Deutungsversuche: Früher gab es hier im sumpfigen Gebiet der Elsterniederung viele Fischreiher, die auch Geier genannt wurden. Geierswalde soll also „Wald der Fischreiher“ heißen. Den sorbischen Namen hat man auf Len, das ist Lein oder Flachs zurückgeführt: „Dorf des Flachsanbaus“. Richtig erscheint aber, den Namen als „Waldrodungssiedlung eines Mannes Geier“ und Lejno als Lehen (des Geier) zu erklären.
Geierswalde gehörte zum Kreis Hoyerswerda. Im Jahr 1961 wurde der nördlich von Geierswalde gelegene Ort Scado eingemeindet. Im Jahr 1964 erfolgte der Abbruch des neuen Ortsteils durch den Tagebau Koschen. Am 1. Juli 1995 wurde die einst eigenständigen Gemeinde Geierswalde ein Ortsteil der Gemeinde Elsterheide.
Das älteste Gebäude im Ort ist die evangelische Kirche in der Dorfmitte, sie wurde 1678 als Hallenkirche errichtet. Der Vorgängerbau brannte mit dem ganzen Dorf 1674 nieder. Der Turm wurde 1792 angebaut, er ist heute wegen der Folgen des Braunkohletagebaus nach Westen geneigt. Innen ist die Kirche vollständig durch W. Rittsche ausgemalt worden.
Bevölkerung und Sprache
Bis ins 20. Jahrhundert wurde in Geierswalde überwiegend Sorbisch gesprochen, konkreter die zwischen dem Ober- und Niedersorbischen verorteten Koschener Dialekte. Geierswalde ist Geburtsort des letzten aktiven sorbischen Pfarrers von Senftenberg, Friedrich G.P. Schulze, der auf dem hiesigen Ortsfriedhof auch seine Ruhestätte fand. Auf dem Friedhof sind auch zwei sowjetische Soldaten begraben, die als Plünderer von der Sowjetarmee hingerichtet wurden.
Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 395, darunter 388 Sorben (98 %) und nur sieben Deutsche.<ref name="Muka">Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.</ref> Gemäß Volkszählung 1910 waren damals 84,3 % der Geierswalder Bevölkerung Sorben.<ref>Michael Richter: Wendische/sorbische Mehrheiten? Umstrittene Volkszählungen zwischen 1925 und 1951. In: Lětopis 1/2018, S. 21–46.</ref> Ernst Tschernik zählte 1956 im Ort einen sorbischsprachigen Anteil von nur noch 49,3 % der Bevölkerung.<ref name="Tschernik">Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 249.</ref> Seitdem ist der Gebrauch des Sorbischen im Ort weiter stark zurückgegangen.
Weblinks
- Ortsteil Geierswalde In: Webauftritt der Gemeinde Elsterheide.
- Geierswalde im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references />
Bergen (Hory) | Bluno (Bluń) | Geierswalde (Lejno) | Klein Partwitz (Bjezdowy) | Nardt (Narć) | Neuwiese (Nowa Łuka) | Sabrodt (Zabrod) | Seidewinkel (Židźino) | Tätzschwitz (Ptačecy)